Bram Bogart

niederländisch-belgischer Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

Bram Bogart, geb. als Abraham van den Boogaart (* 12. Juli 1921 in Delft, Niederlande; † 2. Mai 2012 in Sint-Truiden, Belgien), war ein niederländisch-belgischer Maler. Er zählt zu den wichtigen Vertretern der Nachkriegsabstraktion und ist vor allem für seinen schweren, „materiellen“ Farbauftrag bekannt.[1]

Leben

Abraham van den Boogaart, der später unter dem Namen Bram Bogart arbeitete, wurde 1921 in Delft geboren. In den 1930er Jahren absolvierte er eine Lehre als Hausmaler und belegte daneben Fernkurse im Zeichnen. Ab etwa 1939 begann er, eigenständig als Kunstmaler tätig zu sein. Ein ursprünglich in Den Haag tätiger Kunsthändler namens Bennewitz förderte seine ersten Ausstellungen. Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg entging er einer Einberufung zur Zwangsarbeit, indem er sich 1943 an der Königlichen Kunstakademie in Den Haag einschrieb. 1946 zog er nach Paris, wo er teils als Hausangestellter, teils als freischaffender Künstler arbeitete. In Paris sowie später in Südfrankreich und Italien begann er mit figurativen Arbeiten, die später in Stillleben und Landschaften übergingen, bevor er schließlich abstrakte Ansätze entwickelte. Ab etwa 1951 arbeitete er regelmäßig unter dem Namen „Bram Bogart“. Zwischen den 1950er und 1960er Jahren lebte und arbeitete er hauptsächlich in Paris und Südfrankreich. 1961 siedelte er mit seiner späteren Ehefrau dauerhaft nach Belgien über, zunächst nach Brüssel und später nach Ohain im französischsprachigen Teil des Landes. 1969 nahm er die belgische Staatsbürgerschaft an. In den folgenden Jahrzehnten lebte er unter anderem in Kortenbos in der Nähe von Sint-Truiden, wo er bis ins hohe Alter Großformate schuf. Bram Bogart starb 2012 im Alter von 90 Jahren in Sint-Truiden.[2]

Werk

Der künstlerische Weg von Bram Bogart ist geprägt von einer konstanten Suche nach der Materialität und der körperlichen Präsenz der Farbe. In seinen frühesten, vom Expressionismus und der holländischen Maltradition beeinflussten Werken sind Landschaften, Stillleben und figurative Darstellungen zu sehen. In den 1950er Jahren wandte er sich zunehmend der Abstraktion zu und experimentierte mit Impasto, also üppig aufgetragener, pastoser Farbe. Seine Malerei wurde zunehmend reduziert und abstrakt. Ab den frühen 1960er Jahren entwickelte Bogart schließlich seine charakteristische „materielle“ Maltechnik: Er mischte Ölfarbe mit Pigmenten, Sikkativen, Kalk, Leinharz und Wasser – teils mit Zusätzen wie Mörtel – und trug diese extrem dick auf große Holz- oder Leinwandträger auf. Durch die plastische, reliefartige Oberfläche erhielten seine Bilder eine skulpturale Dimension. Aufgrund des enormen Gewichts vieler Werke wurden die Träger häufig mit Metallverstrebungen versehen. Thematisch und formal zeichnen sich seine Arbeiten durch Monochromie oder eingeschränkte Farbpaletten, starke Farbflächen und eine betonte Materialpräsenz aus – Farbe als materielle Substanz. Diese Entwicklung macht ihn zu einem der bedeutendsten Vertreter der sogenannten „Materie-Malerei“ (Matter Painting)[3] in der europäischen Nachkriegszeit.[2]

Bram Bogarts Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. 1970 vertrat er Belgien auf der 35. Ausgabe der Biennale von Venedig. Später gab es Retrospektiven und Ausstellungen in bedeutenden Museen und Galerien in Europa, darunter 2012 eine Ausstellung im Cobra Museum voor Moderne Kunst in Amstelveen. Es folgten internationale posthume Würdigungen durch Leihgaben in Museen. Sein Werk beeinflusste nicht nur Sammler und Galerien, sondern auch spätere Generationen von Künstlern, die sich mit Materialität und Farbe im weitesten Sinne beschäftigten.[2]

Literatur

  • Janelle Moerman, Anita Jansen, Sander Donkers: Bram Bogart – schilder van formaat. Stedelijk Museum Het Prinsenhof, Waanders Uitgevers, Zwolle, 2022.
  • Marcel Paquet: Bram Bogart ou la peinture-peinture. Editions de la Différence, Paris 1988.
  • David Hughes: Bram Bogart – The Early Years 1951–1965 Paris–Rome–Bruxelles. Galerie Protée, Paris 1989.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 2: Bedeschini – Bülow. Paris, 2006.
Commons: Bram Bogart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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