Brasilin

organische Verbindung, Naturfarbstoff From Wikipedia, the free encyclopedia

Brasilin ist ein Naturfarbstoff.[3] Es wurde erstmals im Jahre 1808 vom französischen Chemiker Eugène Chevreul aus Brasilholz isoliert.[1] Aufgrund seiner chemischen Struktur wird Brasilin der Stoffgruppe der Neoflavonoide zugerechnet.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Brasilin
Allgemeines
Name Brasilin
Andere Namen
  • (6aS,11bR)-7,11b-Dihydro-6H-indeno[2,1-c]chromen-3,6a,9,10-tetrol
  • Natural Red 24
Summenformel C16H14O5
Kurzbeschreibung

blassgelbe Nadeln[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 474-07-7
EG-Nummer 207-477-6
ECHA-InfoCard 100.006.799
PubChem 73384
ChemSpider 66104
Wikidata Q3643873
Eigenschaften
Molare Masse 286,28 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

250 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Eigenschaften

Brasilin bildet blassgelbe Nadeln und zeigt Fluoreszenz.[1][4]

Neuere Studien weisen auf eine pharmakologische Wirksamkeit des Brasilins als Antagonist des Kollagenrezeptors hin.[5] Brasilin wirkt auf manche Tumorzellen in Zellkultur toxisch durch Induktion von Apoptose.[6] Brasilin hat eine antibakterielle Wirkung.[7]

Brasilin kann durch eine Extraktion mit Methanol aus zerkleinerten Rothölzern gewonnen werden.[8] Daneben wurden auch verschiedene Synthesewege des Brasilin beschrieben.[9][10] Im Vergleich zum verwandten Farbstoff Hämatoxylin fehlt Brasilin eine Hydroxygruppe. Ausgehend von Brasilin können Alkaloidanaloga hergestellt werden.[11]

Verwendung

Rote Rinde von Caesalpinia echinata

Brasilin wurde früher als Farbstoff verwendet und ist neben seinem Oxidationsprodukt Brasilein der färbende Hauptbestandteil vieler Rotholz-Arten, deren Kernhölzer wurden früher in der Woll- und Baumwollfärberei verwendet.[1] Bei der Lagerung oder durch Zerraspeln des geschlagenen Holzes oxidiert das Brasilin langsam zum Brasilein. In Nürnberg ist der Beruf des Brasilholzstoßers für das 16. Jahrhundert belegt.[12] Heute werden vor allem Bögen für Streichinstrumente aus dem gefärbten Holz gefertigt.[13]

Zusammen mit dem tiefroten Brasilein dient es auch als Säure-Base-Indikator.[14] In der Histologie wird Brasilin zur Färbung von Zellkernen in Nervengeweben verwendet.[15] In der Malerei wurde Brasilin als rote Farbe mit einem Beizsalz (auch Mordant) verwendet, wodurch es einen schwerlöslichen Farbstoffkomplex bildet.

Commons: Brasilin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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