Bregaglia
Gemeinde im Kanton Graubünden in der Schweiz
From Wikipedia, the free encyclopedia
Bregaglia (rätoromanisch ) ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Graubünden. Sie gehört zur Region Maloja.
| Bregaglia | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Region: | Maloja |
| BFS-Nr.: | 3792 |
| Postleitzahl: | 7516 Maloja 7602 Casaccia 7603 Vicosoprano 7604 Borgonovo 7605 Stampa 7606 Bondo 7606 Promontogno 7608 Castasegna 7610 Soglio |
| Koordinaten: | 765655 / 134717 |
| Höhe: | 994 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 665–3377 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 251,42 km²[2] |
| Einwohner: | 1591 (31. Dezember 2024)[3] |
| Einwohnerdichte: | 6 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 15,8 % (31. Dezember 2024)[4] |
| Website: | www.comunedibregaglia.ch |
Soglio | |
| Lage der Gemeinde | |
Im Nordosten des Gemeindegebiets liegen die Quellen des Inn, der nach 517 km Flusslauf durch die Schweiz, Österreich und Deutschland in Passau in die Donau mündet.
Geographie

Die Gemeinde liegt zum grössten Teil im namensgebenden Bergell. Zur Gemeinde gehört auch das Dorf Maloja am gleichnamigen Pass, das einziger Gemeindeteil im Oberengadin ist. Nachbargemeinden sind Avers, Sils im Engadin/Segl und Surses im Kanton Graubünden sowie Chiesa in Valmalenco, Val Masino, Novate Mezzola, Villa di Chiavenna und Piuro in Italien.
Im Bereich von Bondo ereignete sich Ende August 2017 ein schwerer Bergsturz.
Geschichte und Politik
Bregaglia ist auf den 1. Januar 2010 entstanden und umfasst die zuvor selbständigen Gemeinden Bondo (inkl. der Fraktion Promontogno), Castasegna, Soglio, Stampa (mit Coltura, Borgonovo und Maloja) sowie Vicosoprano. Die Gemeinde Bregaglia und der damalige Kreis Bergell deckten damit dasselbe Gebiet ab.
Die Regierung, der Gemeinderat (municipio), der Gemeinde Bregaglia bestand anfangs aus sieben Mitgliedern. 2024 wurde die Zahl auf fünf Mitglieder reduziert[5]. Bürgermeister (sindaco) ist Fernando Giovanoli (Stand 2024).[6]
Wappen
| Blasonierung: «In Silber auf schwarzem Schildfuss im Zinnenschnitt ein nach rechts aufrecht schreitender schwarzer Steinbock, rot bewehrt» | |
|
Die Gemeinde hat das Wappen des Kreises Bergell übernommen, dessen einzige Gemeinde sie war. |
Bevölkerung
| Bevölkerungsentwicklung | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1980 | 1990 | 2000[7] | 2010 | 2015 | 2020 | |||||
| Einwohner | 1395 | 1434 | 1503 | 1601 | 1536 | 1556 | |||||
Sprachen
Während Maloja zweisprachig deutsch und italienisch ist, weisen die anderen Orte italienischsprachige Mehrheiten auf, mit deutschsprachigen Minderheiten von zehn bis 20 Prozent. Im Bergell spricht man einen lombardischen Dialekt, Bargaiot geheissen, der auch zahlreiche rätoromanische Elemente enthält.[8][9]
Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle:
| Sprachen im Gebiet der heutigen Gemeinde Bregaglia | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sprachen | Volkszählung 1980 | Volkszählung 1990 | Volkszählung 2000 | |||
| Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | |
| Rätoromanisch | 44 | 3,15 % | 37 | 2,58 % | 37 | 2,46 % |
| Deutsch | 197 | 14,12 % | 280 | 19,53 % | 297 | 19,76 % |
| Italienisch | 1117 | 80,07 % | 1084 | 75,59 % | 1127 | 74,98 % |
| Einwohner | 1395 | 100 % | 1434 | 100 % | 1503 | 100 % |
Sehenswürdigkeiten
Für die Bemühungen, das baukulturelle Erbe in der Gemeinde zu erhalten, hat Bregaglia im Jahre 2015 den Wakkerpreis erhalten.[10]
Persönlichkeiten
- Anna Giacometti (* 1961), Politikerin (FDP), Nationalrätin, Alt-Gemeindepräsidentin
Literatur
- Adolf Collenberg: Bergell. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 15. November 2005.
- Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich 2003, 2. Auflage, ISBN 3-7253-0741-5.
- E. Gerber, Lorenz Joos: Bergell. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2, Basel – Berikon. Attinger, Neuenburg 1924, S. 119, (PDF) Digitalisat, abgerufen am 17. März 2020.
- Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 525–526.
- Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden. Band V: Die Täler am Vorderrhein, II. Teil. Die Talschaften Schams, Rheinwald, Avers, Münstertal, Bergell (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 14). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943, ISBN 978-3-906131-20-7.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Bregaglia (italienisch), abgerufen am 1. März 2022
- Bregaglia auf der Plattform ETHorama (interaktive Karte und digitalisierte Dokumente, die einen direkten Bezug zur Schweiz haben und geografisch mit einem bestimmten Ort verbunden sind; deutsch), abgerufen am 1. März 2022
- Bregaglia Engadin Turismo (Touristeninformationen; deutsch, englisch, italienisch), abgerufen am 1. März 2022
- Repertorio del dialetto bregagliotto – Verzeichnis des Bregagliotto-Dialekts (deutsch und italienisch), abgerufen am 1. März 2022


