Brequinar

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Brequinar ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Biphenylchinoline.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Allgemeines
Name Brequinar
Andere Namen
  • 6-Fluor-2-[2′-fluor(1,1′-biphenyl)-4-yl]-3-methyl-4-chinolincarbonsäure
  • Biphenquinat
  • DuP785 (Hydrat)
  • NSC368390 (Hydrat)
Summenformel C23H14F2NO2·Na · xH2O
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 96187-53-0
PubChem 57030
ChemSpider 51422
DrugBank DB03523
Wikidata Q27075486
Eigenschaften
Molare Masse 397,35 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Eigenschaften

Brequinar wurde in den 1980ern entwickelt und ist ein selektiver Hemmstoff der Dihydroorotat-Dehydrogenase im Mitochondrium und hemmt somit die Biosynthese von Pyrimidin-Nukleotiden und nachfolgende Biosynthesen wie die von Nukleinsäuren.[2] In Folge wird das Zellwachstum gehemmt. Daneben werden verstärkt Interferon-induzierbare Gene exprimiert.[3] Weitere Hemmstoffe der Dihydroorotat-Dehydrogenase sind Teriflunomid und Leflunomid.

Brequinar wurde als potenzielles Chemotherapeutikum sowie als Immunsuppressivum zur Vermeidung einer Abstoßungsreaktion nach Organtransplantation untersucht, erreichte aber aufgrund einer geringen Wirksamkeit,[2] therapeutischen Breite und bei Überdosierung schweren Nebenwirkungen nicht die Phase III.[4][2] Die hauptsächliche Nebenwirkung ist Myelosuppression,[2] mit einer Hemmung der Bildung von Interleukin-1 und Tumornekrosefaktor α sowie eine Hemmung der Aktivierung von T-Zellen.[5] Brequinar wurde bei manchen Krebsarten zur Verwendung in einer Kombinationstherapie untersucht,[6][7] sowie als Antiparasitikum[8] und Virostatikum.[9][10][11] In Zellkultur hemmt Brequinar die Virusreplikation von Denguevirus,[10] Westnilvirus,[10] Gelbfiebervirus,[10] Lassavirus,[10] Juninvirus,[10] Lymphozytäre-Choriomeningitis-Virus,[10] Vesicular stomatitis Indiana virus,[10] HIV-1,[10] Powassan-Virus[10] und Maul-und-Klauenseuche-Virus.[12]

Analytik

Die zuverlässige qualitative und quantitative Bestimmung von Brequinar gelingt nach angemessener Probenvorbereitung durch HPLC mit UV-Detektion bei 254 nm.[13]

Einzelnachweise

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