Brequinar
chemische Verbindung
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Brequinar ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Biphenylchinoline.
| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Brequinar | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C23H14F2NO2·Na · xH2O | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 397,35 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Eigenschaften
Brequinar wurde in den 1980ern entwickelt und ist ein selektiver Hemmstoff der Dihydroorotat-Dehydrogenase im Mitochondrium und hemmt somit die Biosynthese von Pyrimidin-Nukleotiden und nachfolgende Biosynthesen wie die von Nukleinsäuren.[2] In Folge wird das Zellwachstum gehemmt. Daneben werden verstärkt Interferon-induzierbare Gene exprimiert.[3] Weitere Hemmstoffe der Dihydroorotat-Dehydrogenase sind Teriflunomid und Leflunomid.
Brequinar wurde als potenzielles Chemotherapeutikum sowie als Immunsuppressivum zur Vermeidung einer Abstoßungsreaktion nach Organtransplantation untersucht, erreichte aber aufgrund einer geringen Wirksamkeit,[2] therapeutischen Breite und bei Überdosierung schweren Nebenwirkungen nicht die Phase III.[4][2] Die hauptsächliche Nebenwirkung ist Myelosuppression,[2] mit einer Hemmung der Bildung von Interleukin-1 und Tumornekrosefaktor α sowie eine Hemmung der Aktivierung von T-Zellen.[5] Brequinar wurde bei manchen Krebsarten zur Verwendung in einer Kombinationstherapie untersucht,[6][7] sowie als Antiparasitikum[8] und Virostatikum.[9][10][11] In Zellkultur hemmt Brequinar die Virusreplikation von Denguevirus,[10] Westnilvirus,[10] Gelbfiebervirus,[10] Lassavirus,[10] Juninvirus,[10] Lymphozytäre-Choriomeningitis-Virus,[10] Vesicular stomatitis Indiana virus,[10] HIV-1,[10] Powassan-Virus[10] und Maul-und-Klauenseuche-Virus.[12]
Analytik
Die zuverlässige qualitative und quantitative Bestimmung von Brequinar gelingt nach angemessener Probenvorbereitung durch HPLC mit UV-Detektion bei 254 nm.[13]