Breskens
Siedlung in den Niederlanden
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Das Hafenstädtchen Breskens (im lokalen seeländischen Dialekt: Bresjes) ist der nördlichste Ortsteil der Gemeinde Sluis in Zeeuws Vlaanderen, Provinz Zeeland, Niederlande an der Scheldemündung in die Nordsee. Der Ort hatte Anfang 2024 4.600 Einwohner[1], die Bressiaanders oder lokal Bressiaonders genannt werden.
Flagge | Wappen |
| Staat | |
| Provinz | |
| Gemeinde | |
| Fläche – Land – Wasser |
14,23 km² 13,57 km² 0,66 km² |
| Einwohner | 4.600 (1. Jan. 2024[1]) |
| Koordinaten | 51° 24′ N, 3° 33′ O |
| Bedeutender Verkehrsweg | |
| Vorwahl | 0117 |
| Postleitzahlen | 3353, 4503, 4507, 4511 |

Geschichte

Bei Breskens fand im Zweiten Weltkrieg ein wesentlicher Teil der Schlacht an der Scheldemündung statt. Kanadische Truppen versuchten 1944 den von den Deutschen stark befestigten und verteidigten Seeweg nach dem Hafen von Antwerpen für den alliierten Nachschub zu öffnen. Zwischen dem 2. Oktober und dem 8. November 1944 fanden hier Kämpfe statt. Der Angriffsplan umfasste vier Phasen. Der Teil 2 mit dem Codenamen Switchback sah die Einnahme der deutschen Stellungen um Breskens (hinter dem Leopoldkanal) vor. Nur unter schweren Verlusten gelang es den kanadischen Einheiten bis zum 16. Oktober durch die gefluteten Gebiete zu den stark befestigten Artilleriestellungen bei Woensdrecht vorzudringen. Erst am 3. November wurden Knokke und Zeebrugge eingenommen; es folgte die Operation Vitality.
Sehenswürdigkeiten
- Fischereimuseum im Yachthafen
- Molen van Risseeuw, eine ehemalige Industrie- und Poldermühle, die 1858 erbaut wurde und heute das einzige eingetragene Nationaldenkmal (nl. "Rijksmonument") in Breskens ist.[2]
- Leuchtturm Nieuwe Sluis
- Küsten-Panoramastraße, die entlang des Deiches Richtung Süden verläuft mit gutem Seeblick
Zudem existiert ein landschaftlich sehr reizvoller Radweg entlang der Küste nach Cadzand.
Wirtschaft
Breskens wurde um 900 n. Chr. als Agrargemeinschaft gegründet. Im 19. Jahrhundert gab es lediglich einen primitiven Handelshafen, welcher aus einem langen Anleger bestand, wobei das Becken bereits damals regelmäßig ausgebaggert werden musste. Zu jener Zeit wurde für den regionalen Verbrauch gefischt und es wurden keine Netze verwendet. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts kam der kommerzielle, koordinierte Fischfang für den Export als Wirtschaftssektor hinzu, welcher Anfang der 50er-Jahre seinen wirtschaftlichen Höhepunkt fand. Kurz nachdem die Stadt am 11. September 1944 durch Bombardierung fast vollständig zerstört worden war, lebten einige ihrer Bürger daher im materiellen Überfluss durch den Hering. Doch bereits kurze Zeit darauf waren die fatalen Folgen für den Fischbestand spürbar. Dadurch nahm auch die Rentabilität der Kutter schnell ab.[3] Durch die Nähe zu vielen Stränden bildet der Tourismus seitdem auch eine wichtige Einkommensquelle. Ein Höhepunkt des Jahres ist das zweitägige Fischereifest, das alljährlich Mitte August tausende Touristen und Bewohner Zeelands anzieht.
Verkehr
Der Pkw-Autofährenbetrieb wurde im März 2003 mit Eröffnung des Westerscheldetunnels eingestellt. Für Fußgänger, Rad- und Mofafahrer existiert weiterhin eine regelmäßige Fährverbindung durch zwei Katamaran-Schnellfähren von Veolia Transport Fast Ferries nach Vlissingen.
Geboren in Breskens
- Willem van Hanegem (* 20. Februar 1944), Fußballspieler und Trainer
- Marc Calon (* 18. Januar 1959), Politiker

Weblinks
- Breskens: Website des Fremdenverkehrsvereins VVV Zeeland (deutsch, niederländisch, englisch)
- Touristische Website (deutsch)
