Bretthausen

Ortsgemeinde im nördlichen Westerwald, zur Verbandsgemeinde Rennerod im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz gehörend From Wikipedia, the free encyclopedia

Bretthausen ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rennerod an.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Bretthausen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bretthausen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 40′ N,  5′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Rennerod
Höhe: 575 m ü. NHN
Fläche: 3,38 km²
Einwohner: 211 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56479
Vorwahl: 02667
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 214
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 55
56477 Rennerod
Website: www.rennerod.de
Ortsbürgermeisterin: Julia Bockius
Lage der Ortsgemeinde Bretthausen im Westerwaldkreis
Karte
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Ansicht von Bretthausen, im Hintergrund der Salzburger Kopf

Geographie

Die Gemeinde liegt im Nordostteil des Westerwaldkreises im Westerwald. Sie befindet sich zwischen Siegen im Norden und Limburg an der Lahn im Süden ungefähr neun Kilometer ostnordöstlich von Bad Marienberg. Direkt westlich von ihr erhebt sich der Salzburger Kopf und etwa zwei Kilometer ostsüdöstlich die Fuchskaute.

Nachbargemeinden sind Stein-Neukirch im Nordwesten, Liebenscheid im Norden, Willingen im Osten, Nister-Möhrendorf im Süden und Salzburg im Südwesten.

Geschichte

Bretthausen wurde um das Jahr 1300 erstmals urkundlich erwähnt.

Im Jahr 1440 wurde der Ort von Truppen der Grafen von Sayn in einer Auseinandersetzung mit Nassau-Beilstein angegriffen und zum Teil niedergebrannt, fiel aber anders als mehrere ähnlich behandelte Dörfer der Umgebung nicht wüst. Zu den vernichteten Dörfern zählte der nördlich von Bretthausen an der Quelle des Erlenbachs gelegene Ort Urlen.

Für 1715 und 1753 sind weitere Dorfbrände verbürgt. Ein eigener Heimberger wird erstmals 1707 erwähnt. 1749 ist ein Winterschulmeister genannt.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Bretthausen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
15345 Vogt- und 6 Eigenleute
160710 Mann
16506 Männer, 6 Weiber
173821 Feuerstätten
1782143
1815195
1835241
1871184
JahrEinwohner
1905154
1939237
1950171
1961162
1970180
1987163
2005201
2024211[1]
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Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Bretthausen besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.[3]

Bürgermeister

Julia Bockius wurde am 19. Juli 2019 Ortsbürgermeisterin von Bretthausen.[4] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war sie mit einem Stimmenanteil von 61,90 % für fünf Jahre gewählt worden.[5] Zur Direktwahl am 9. Juni 2024 gab es keine Bewerbungen.[6] Daher erfolgte die Wahl gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung durch den Rat. Dieser entschied sich bei seiner konstituierenden Sitzung am 11. Juli 2024 einstimmig für die bisherige Ortsbürgermeisterin Julia Bockius.[7]

Ihr Vorgänger Peter Bockius hatte das Amt des Ortsbürgermeisters 35 Jahre ausgeübt.[8]

Wappen

Wappen von Bretthausen
Wappen von Bretthausen
Blasonierung: „Im Deichselschnitt geteilt, oben in Grün wachsend drei goldene Ähren, rechts in Gold ein blauer Wellenbalken begleitet von zwei goldbesamten blauen Flachsblüten, unten gestürzt, links in Rot ein mit schwarzem Kreuz besteckter, silberner Dachreiter mit zwei achtlamelligen, goldenen Klangarkaden.“
Wappenbegründung: Die Farben Blau, Rot, Gold und Silber weisen auf die früheren territorialen Zugehörigkeiten hin. Drei goldene Ähren symbolisieren die bedeutende Rolle der Landwirtschaft, die beiden blauen Flachsblüten weisen auf den Leinanbau hin und das Wellenband steht in Zusammenhang mit der Großen Nister. Der symbolisierte Glockenturm steht für die 1910 erbaute Schule.

Wahlen

Wahlen in Bretthausen werden seit 1990 üblicherweise von der CDU gewonnen. Eine Ausnahme bildete die Landtagswahl 2021, bei der die SPD die meisten Stimmen errang. Bei den jüngsten Wahlen fiel die SPD auf einstellige Ergebnisse zurück. Die zweite Position wurde bei diesen Wahlen von der AfD belegt.

Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse vergangener Wahlen.

Weitere Informationen Ergebnisse im Detail (seit 1990), Wahl ...
Ergebnisse im Detail (seit 1990)
Wahl SPD CDU Grüne FDP AfD Linke FW Sonst.
Bundestagswahl 2025[9] 8,3 % 35,7 % 4,8 % 2,4 % 33,3 % 3,6 % 1,2 % 10,7 % (BSW: 7,1 %)
Europawahl 2024[10] 2,8 % 40,3 % 2,8 % 5,6 % 16,7 % 6,9 % 6,9 % 18,0 % (BSW: 8,3 %)
Kreistagswahl 2024[11] 9,6 % 51,0 % 5,8 % 2,9 % 13,5 % 3,8 % 2,9 % 10,6 % (FWG WW: 10,6 %)
Bundestagswahl 2021[12] 22,2 % 46,0 % 11,1 % 3,2 % 7,9 % 1,6 % 4,8 % 3,2 %
Landtagswahl 2021[13] 45,5 % 29,3 % 5,1 % 4,0 % 10,1 % 0,0 % 3,0 % 3,0 %
Kreistagswahl 2019[14] 25,5 % 36,8 % 11,3 % 5,7 % 12,3 % 3,8 % 4,7 %
Europawahl 2019[15] 17,1 % 36,6 % 17,1 % 6,1 % 13,4 % 2,4 % 2,4 % 4,8 %
Bundestagswahl 2017[16] 24,7 % 41,2 % 5,9 % 10,6 % 10,6 % 3,5 % 2,4 % 1,2 %
Landtagswahl 2016[17][18] 30,0 % 39,1 % 4,5 % 6,4 % 10,9 % 0,9 % 0,9 % 7,3 %
Europawahl 2014[19] 25,4 % 49,3 % 10,7 % 2,7 % 0,0 % 1,3 % 5,3 % 5,3 %
Kreistagswahl 2014[20] 25,8 % 55,1 % 9,0 % 2,2 % 0,0 % 7,9 %
Bundestagswahl 2013[21] 21,0 % 57,0 % 4,0 % 8,0 % 3,0 % 1,0 % 2,0 % 4,0 %
Landtagswahl 2011[22][23] 22,2 % 57,8 % 12,2 % 2,2 % 0,0 % 0,0 % 5,5 %
Bundestagswahl 2009[24] 14,0 % 53,5 % 3,5 % 15,8 % 7,0 % 6,2 %
Europawahl 2009[25] 15,5 % 62,0 % 4,2 % 9,9 % 2,8 % 5,6 %
Kreistagswahl 2009[26] 19,2 % 61,5 % 7,7 % 6,4 % 1,3 % 3,9 %
Landtagswahl 2006[27] 32,8 % 42,2 % 3,1 % 10,9 % 3,1 % 7,8 %
Bundestagswahl 2005[28] 22,9 % 57,1 % 3,8 % 6,7 % 4,8 % 4,9 %
Europawahl 2004[29] 17,2 % 66,7 % 4,0 % 4,0 % 0,0 % 8,1 %
Kreistagswahl 2004[30] 22,9 % 66,7 % 2,1 % 1,0 % 7,3 %
Bundestagswahl 2002[31] 22,0 % 55,0 % 11,0 % 5,5 % 0,9 % 5,4 %
Landtagswahl 2001[32][23] 34,5 % 46,6 % 0,0 % 6,9 % 12,0 % (REP: 6,9 %)
Europawahl 1999[33] 35,0 % 46,0 % 5,0 % 3,0 % 0,0 % 11,0 % (REP: 6,0 %)
Bundestagswahl 1998[34] 25,5 % 43,9 % 8,2 % 12,2 % 1,0 % 9,1 % (REP: 6,1 %)
Landtagswahl 1996[35] 22,8 % 57,0 % 5,1 % 8,9 % 6,3 %
Bundestagswahl 1994[36] 28,8 % 57,7 % 2,9 % 8,7 % 1,0 % 1,0 %
Europawahl 1994[23] 32,6 % 45,3 % 2,3 % 7,0 % 0,0 % 12,8 % (REP: 5,8 %)
Landtagswahl 1991[37] 32,5 % 53,0 % 1,2 % 9,6 % 3,6 %
Bundestagswahl 1990[38] 24,5 % 54,1 % 2,0 % 14,3 % 5,0 %

Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen seit 1990 Sitze errungen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen. Bei Wahlen mit Erst- und Zweitstimmen werden jeweils die Zweitstimmenanteile gezeigt.

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Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Literatur

  • Hellmuth Gensicke: Zur nassauischen Ortsgeschichte: Kirchspiel und Gericht Neukirch. In: Nassauische Annalen 1981, S. 150–168.
Commons: Bretthausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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