Breungeshain

Stadtteil von Schotten From Wikipedia, the free encyclopedia

Breungeshain ist ein Stadtteil von Schotten im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Schnelle Fakten Stadt Schotten ...
Breungeshain
Stadt Schotten
Koordinaten: 50° 30′ N,  12′ O
Höhe: 555 (552–592) m ü. NHN
Fläche: 12,75 km²[1]
Einwohner: 347 (31. Dez. 2022)[2]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 63679
Vorwahl: 06044
Evangelische Kirche Breungeshain
Evangelische Kirche Breungeshain
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Blick vom Hoherodskopf über Breungeshain nach Schotten

Geographie

Der Ortskern liegt am Eichelbach, zwischen dem Hoherodskopf, dem Taufstein, dem Bilstein und dem Gackerstein im Vogelsbergkreis in Mittelhessen. Das zu Breungeshain gehörige Wochenend- und Ferienhausgebiet Waldsiedlung befindet sich etwa zwei Kilometer entfernt in der Nähe des Segelfluggeländes Hoherodskopf.

Im Ort treffen sich die Kreisstraße 103 und die Landesstraße 3338. Breungeshain liegt an der Deutschen Ferienroute Alpen-Ostsee.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Breungeshain erfolgte im Jahr 1067 unter dem Namen Bruningeshacho.[3] Die erste Kirche wurde schon um 1000 erbaut. In der Urkunde erhält die Kirche die Eigenschaft einer Mutterkirche.

Das Geschlecht der Schenck zu Schweinsberg baute im Ort eine kleine Wasserburg (Burghaus Breungeshain), die aber schon 1382 zerstört wurde.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Breungeshain:

„Breungeshain (L. Bez. Schotten) evangel. Pfarrdorf; liegt im Vogelsberg am Bilstein, 214 St. von Schotten, hat 90 Häuser und 503 evangel. Einwohner. Unter den Einwohnern sind 55 Bauern, 15 Leineweber, 14 Zimmerleute etc. Auf Pfingsten 1785 lag der Schnee noch 6 Fuß hoch, und in Hohlwegen noch höher. Die Häuser in diesem Orte sind mit Rücksicht auf den tiefen Schnee, alle getäfelt. – Die Kirche zu Breungeshain (Bruningeshago) wurde am 25. Merz 1067 von dem Mainzer Erzbischof Siegfried dem Herrn Jesu, dem siegreichen Kreuze, der Jungfrau Maria, dem heil. Georg und dem heil. Martin zu Ehren geweiht. Diese Kirche, deren Ueberreste noch sichtbar sind, lag weiter gegen den Oberwald.“[4]

Zum 1. Dezember 1970 wurde Breungeshain im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Stadtteil nach Schotten eingegliedert.[5][6] Für den Stadtteil Breungeshain wurde ein Ortsbezirk errichtet.[7]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Breungeshain angehört(e):[1][8][9]

Gerichte seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Breungeshain das Amt Lißberg zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtum Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821–1822 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übergingen. Breungeshain fiel in den Gerichtsbezirk des „Landgerichts Schotten“.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Schotten“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[17]

Mit Wirkung zum 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Schotten und Breungeshain kam zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Nidda.[18] Zum 1. Januar 2012 wurde auch das Amtsgericht Nidda gemäß Beschluss des hessischen Landtags aufgelöst[19] und Breungeshain dem Amtsgericht Büdingen zugeteilt.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Breungeshain 372 Einwohner. Darunter waren 6 (1,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 63 Einwohner unter 18 Jahren, 144 zwischen 18 und 49, 87 zwischen 50 und 64 und 78 Einwohner waren älter.[20] Die Einwohner lebten in 192 Haushalten. Davon waren 54 Singlehaushalte, 63 Paare ohne Kinder und 54 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 51 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 114 Haushaltungen lebten keine Senioren.[20]

Einwohnerentwicklung

 1791:457 Einwohner[12]
 1800:463 Einwohner[21]
 1806:476 Einwohner, 96 Häuser[14]
 1829:503 Einwohner, 90 Häuser[4]
 1867:337 Einwohner, 81 bewohnte Gebäude[22]
 1875:314 Einwohner, 73 bewohnte Gebäude[23]
Breungeshain: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
 
456
1800
 
463
1806
 
476
1829
 
503
1834
 
519
1840
 
501
1846
 
521
1852
 
546
1858
 
420
1864
 
368
1871
 
316
1875
 
314
1885
 
320
1895
 
311
1905
 
302
1910
 
330
1925
 
345
1939
 
335
1946
 
409
1950
 
390
1956
 
351
1961
 
358
1967
 
436
1970
 
361
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2004
 
399
2010
 
390
2011
 
372
2015
 
348
2020
 
346
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Einwohnerzahlen nach 2000:[24][25][26]; Zensus 2011[20]

Historische Religionszugehörigkeit

 1829:502 evangelische (= 100 %) Einwohner[4]
 1961:335 evangelische (= 93,58 %), 19 katholische (= 5,31 %) Einwohner[1]

Politik

Für Breungeshain besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Breungeshain) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[7] Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung 64,51 %. Alle Kandidaten gehören der „Bürgerliste Breungeshain“ an.[27] Der Ortsbeirat wählte Alexander Linker zum Ortsvorsteher.[28]

Kultur

In der Liste der Kulturdenkmäler in Schotten sind für Breungeshain 21 einzelne unter Denkmalschutz stehende Kulturdenkmäler aufgeführt.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Literatur

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