Brigitte Geißel
deutsche Politikwissenschaftlerin und Hochschullehrerin
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Brigitte Geißel (* 20. Juli 1962 in Würzburg) ist eine deutsche Politikwissenschaftlerin und politische Soziologin. Seit 2009 lehrt sie als Professorin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Ihre Forschungsschwerpunkte sind demokratische Innovationen, neue Formen des Regierens und politische Akteure (wie neue soziale Bewegungen, Verbände, Zivilgesellschaft, Parteien, politische Eliten und Bürger). 2012 gründete sie die Forschungsstelle „Demokratische Innovationen“, die sie seither leitet.[1][2]
Werdegang, Forschung und Lehre
Geißel studierte von 1983 bis 1988 Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin und graduierte 1988 als Diplom-Politologin. Nach zwei Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für sozialwissenschaftliche Forschung der FU Berlin sowie als Stipendiatin des Vereins zur Förderung gesellschaftskritischer Sozialwissenschaft e. V. wechselte sie an das Institut für Sozialwissenschaften der Technischen Universität Berlin, an der sie 1999 promovierte. Nach Aufenthalten als Research Fellow an der University of Illinois at Urbana-Champaign und als wissenschaftliche Mitarbeiterin u. a. am Institut für Politikwissenschaft der TU Darmstadt, dem Zentrum für Technik und Gesellschaft der TU Berlin und dem Institut für Soziologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie als Lehrstuhlvertreterin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung habilitierte sie sich 2007 an der Philipps-Universität Marburg mit der Schrift Politische Kritik – Gefahr oder Ressource für Demokratien? Eine empirische Analyse. Die Arbeit erschien 2011 unter dem Titel Kritische Bürger: Gefahr oder Ressource für die Demokratie?
2009 folgte Geißel einem Ruf der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, wo sie als Hochschullehrerin und Professorin für Politikwissenschaft und politische Soziologie mit dem Schwerpunkt Staat und Politik in der Bundesrepublik Deutschland im europäischen Kontext tätig ist.[3] Von Oktober 2018 bis September 2019 war sie Senior Fellow am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald.[4] Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren führten sie unter anderem an die Abo Akademi in Finnland, die Vietnamese German University Saigon in Vietnam sowie an die Harvard University in Cambridge.
Geißel nimmt zu gesellschaftspolitischen Fragen Stellung, so im Beteiligungsportal Baden-Württemberg[5] oder im Landtag Nordrhein-Westfalen;[6] sie engagiert sich auch im Kuratorium von Mehr Demokratie e. V.[7]
Mitgliedschaften
Geißel ist Mitglied u. a. in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW), der International Political Science Association (IPSA), dem International Research Network on Gender, Politics and State der American Political Science Association (APSA) und dem European Consortium for Political Research (ECPR).[8] Zudem gehört sie dem Wissenschaftlichen Beirat des Forums „Demokratie leben lernen“ der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung an und ist Mitglied der World Association for Public Opinion Research sowie des Council of European Studies.[9]
Schriften (Auswahl)
- Politikerinnen. Politisierung und Partizipation auf kommunaler Ebene (= Forschung Politikwissenschaft. Bd. 42). Leske + Budrich, Opladen 1999, ISBN 3-8100-2538-0 (Zugl.: Berlin, Techn. Univ., Diss., 1998 u.d.T.: Geißel, Brigitte: Wege von Frauen in die Partei- und Kommunalpolitik)
- mit Birgit Seemann (Hrsg.): Bildungspolitik und Geschlecht. Ein europäischer Vergleich (= Politik und Geschlecht. Bd. 5). Leske + Budrich, Opladen 2001, ISBN 3-8100-3084-8.[10]
- mit Alexandra Manske (Hrsg.): Kritische Vernunft für demokratische Transformationen. Festschrift für Christine Kulke. Budrich, Opladen 2008, ISBN 978-3-940755-20-9.
- Kritische Bürger. Gefahr oder Ressource für die Demokratie? (= Studien zur Demokratieforschung. Bd. 12). Campus-Verlag, Frankfurt am Main / New York 2011, ISBN 978-3-593-39392-6 (Teilw. zugl.: Marburg, Universität, Habilitationsschrift, 2007)
- mit Kenneth Newton (Hrsg.): Evaluating Democratic Innovations. Curing the Democratic Malaise? Routledge, London 2012, ISBN 978-0-415-66919-1.
- mit Marko Joas (Hrsg.): Participatory Democratic Innovations in Europe. Improving the Quality of Democracy? Barbara Budrich, Opladen 2013, ISBN 978-3-8474-0113-1.
- mit Stefan Jung: Mehr Mitsprache wagen – Ein Beteiligungsrat für die Bundespolitik. Für ein besseres Morgen. Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin, 2019, ISBN 978-3-96250-469-4.
- mit Petra Guasti: Rethinking representation. Representative claims in global perspective . In: Politics and governance. Vol. 7, Nr. 3, 24. September 2019.
- mit Ferdinand Müller-Rommel: Perspectives on democracy. In: Politische Vierteljahresschrift. Volume 61, 2020, S. 225–235.
- Mit Beteiligung aus der Krise. Innovationssansätze für die Demokratie von morgen. In: Neue Gesellschaft / Frankfurter Hefte. Jahrgang 70, Nr. 7/8. Dietz, Bonn 2023.
- Demokratie als Selbst-Regieren. Demokratische Innovationen von und mit Bürgerinnen und Bürgern. Verlag Barbara Budrich, Opladen 2024, ISBN 978-3-8474-3040-7.[11]