Bromvinyluracil

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Bromvinyluracil ein synthetisches Derivat des Uracils mit antiviralen Eigenschaften. Es tritt als Metabolit des antiviralen Medikaments Brivudin auf.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Bromvinyluracil
Allgemeines
Name Bromvinyluracil
Andere Namen

5-(2-Bromvinyl)uracil

Summenformel C6H5BrN2O2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 69304-49-0
PubChem 688297
ChemSpider 599771
Wikidata Q72455244
Eigenschaften
Molare Masse 217,02 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

189–194 °C (Zersetzung)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[1]
Toxikologische Daten

>2000 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[1]-->

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Herstellung

Bromvinyluracil kann durch Bromierung von 5-Vinyluracil mit Brom in Dimethylformamid hergestellt werden. Eine Alternative ist die Reaktion von 5-Formyluracil mit Malonsäure und Piperidin. Dadurch entsteht ein Acrylsäure-Derivat, das mit N-Bromsuccinimid zu Bromvinyluracil umgesetzt werden kann.[2]

Reaktionen

Durch Reaktion mit einem geschützten und aktivierten Derivat der Desoxyribose kann aus Bromvinyluracil das Nucleosid Brivudin gewonnen werden.[2]

Pharmakologische Eigenschaften

Die Verbindung hat starke antivirale Eigenschaften gegen Herpes simplex Typ I.[2] Es ist ein aktiver Metabolit der Wirkstoffe Sorivudin und Brivudin, die gegen Herpes-Viren eingesetzt werden beziehungsweise wurden.[3][4]

Potentiell tödliche Medikamenten-Wechselwirkungen treten durch die Hemmung der Dihydropyridimin-Dehydrogenase auf. Diese ist ein essentielles Enzym im Abbau des Krebsmedikaments 5-Fluoruracil. Die gleichzeitige Einnahme von 5-Fluoruracil und Bromvinyluracil beziehungsweise der entsprechenden Prodrugs führt daher zu schweren Vergiftungen, die tödlich verlaufen können. In Japan kam es in den 1990er-Jahren während und nach der Zulassen von Sorivudin auf diese Weise zu insgesamt 18 Todesfällen.[3]

Einzelnachweise

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