Brouchaud

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Brouchaud (Aussprache [bʁuʃo], okzitanisch Brochau) ist eine französische Gemeinde mit 224 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle-Loue-Auvézère en Périgord. Die Bewohner werden Brouchaudois und Brouchaudoises genannt. Die Gemeinde besteht aus dem gleichnamigen Ort sowie mehreren Weilern (hameaux) und Einzelgehöften (fermes).

Schnelle Fakten Brochau ...
Brouchaud
Brochau
Brouchaud (Frankreich)
Brouchaud (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Nontron
Kanton Isle-Loue-Auvézère
Gemeindeverband Isle-Loue-Auvézère en Périgord
Koordinaten 45° 12′ N,  0′ O
Höhe 127–232 m
Fläche 11,94 km²
Einwohner 224 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 19 Einw./km²
Postleitzahl 24210
INSEE-Code
Website www.brouchaud.fr

Kirche Saint-Pierre-ès-Liens
Schließen

Geografie

Quelle des Blâme
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Brouchaud liegt etwa 44 Kilometer südöstlich von Nontron, etwa 39 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 22 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux in der Région naturelle des Périgord central im touristisch benannten Landesteil des Périgord blanc. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Blâme, das in seinem äußersten Süden entspringt, und Soue, das in der Nähe des Zentrums in den Blâme mündet.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Brouchaud liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine recht bewaldete Hügellandschaft, die durch die Flusstäler markant eingeschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 232 m Höhe in der Nähe des Lieu-dit Bellevue im äußersten Westen. Das Zentrum liegt an einem Hang oberhalb des Blâme-Tals auf etwa 144 m Höhe.

Rund 60 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, etwa 39 % werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen genutzt, 1 % entfällt auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]

Brouchaud wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:

Cubjac-Auvézère-Val d’Ans
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Gabillou
Montagnac-d’Auberoche Limeyrat Ajat
Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Brouchaud

Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Brouchaud als

  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist das Gemeindegebiet bis auf kleinere Flächen im Westen und Nordosten von einer geringen Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Toponymie und Geschichte

Der Name des Dorfes erschien in den Schriften des 13. Jahrhunderts in den Schreibweisen Brochat und Brochalh. Die Form Brochaut wurde ab dem 16. Jahrhundert vermerkt (1566). Als Ursprung wurde ein gallisches Wort vorgeschlagen, das einen felsigen Sporn bezeichnete. Brochaud wäre ein Dorf, das auf einem Felsvorsprung gegründet wäre. Aber wenn die Weiler der Gemeinde sich auch auf Hügeln befinden, so ist das Dorf selbst doch im Tal gelegen. Eine überzeugendere Hypothese sieht in den ersten Formen des Namens eine nordokzitanische Variante im Maskulinum von brocalha (deutsch Gestrüpp). Dieses Wort kommt aus bròc (deutsch Dorn, Busch), möglicherweise gallischen Ursprungs.[5]

Neolithische Funde belegen eine frühe menschliche Besiedlung des Ortes Brouchaud. Im Mittelalter unterstand das Dorf der Kastellanei Ans.[6]

Bevölkerungsentwicklung

Brouchaud: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
321
1800
 
403
1806
 
377
1821
 
529
1831
 
537
1836
 
495
1841
 
564
1846
 
532
1851
 
528
1856
 
540
1861
 
510
1866
 
501
1872
 
506
1876
 
525
1881
 
532
1886
 
528
1891
 
535
1896
 
510
1901
 
464
1906
 
440
1911
 
438
1921
 
381
1926
 
376
1931
 
321
1936
 
338
1946
 
266
1954
 
251
1962
 
232
1968
 
200
1975
 
194
1982
 
161
1990
 
212
1999
 
178
2006
 
206
2013
 
221
2020
 
211
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Der Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe von bäuerlichen Kleinbetrieben zurückzuführen.

Sehenswürdigkeiten

  • Die im 19. Jahrhundert im neogotischen Stil erbaute Kirche Saint-Pierre-ès-Liens ist dem durch einen Engel aus dem Gefängnis befreiten Apostel Petrus geweiht. Kirchenschiff und Apsis sind aus Bruchsteinen gemauert; die Ecksteine sind exakt bearbeitet. Der Westturm ist mit Hausteinen verkleidet.
  • Zwei Herrensitze (Manoir de Saint-Just und Manoir de la Gilardie) aus dem 17./18. Jahrhundert befinden sich in Privatbesitz.
  • Nur nach starken oder lang anhaltenden Regenfällen sprudelt die ca. ein Kilometer südlich des Ortes gelegene Quelle des Blâme (Puits de Bontemps) aus einer runden Einfassung. Höhlenforscher haben mehrere unterirdische Kavernen erforscht.
  • In einem Wäldchen südlich des Weilers Prunerède befinden sich die Reste eines megalithischen Dolmens.
  • Überbleibsel einer ehemaligen Abtei

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 79 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Brouchaud erwerbstätig, entsprechend 67,1 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Frauen (70,0 %) höher lag als der der Männer (64,1 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit neun Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (15). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 15,6 % (2016) auf 11,9 % (2022).[11]

Branchen und Betriebe

15 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Brouchaud wirtschaftlich aktiv:[11]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt15
Fertigung, Bergbau und andere Industrien16,7 %
Baugewerbe426,7 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie640,0 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten213,3 %
Andere Dienstleistungen213,3 %
Schließen

Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 16 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 4 in den Jahren 2000 und 2010 auf schließlich einen im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 93,8 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich drastisch von 282 Hektar im Jahre 1988 auf 8 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb sank entsprechend von 17,6 Hektar auf 8,2 Hektar.[13][14][15]

Verkehr

Brouchaud liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 68 von Sorges et Ligueux en Périgord über Cubjac-Auvézère-Val d’Ans nach Ajat durchquert das Gemeindegebiet ohne direkte Anbindung des Zentrums. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen hingegen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Brouchaud – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI