Brunkau

Ortsteil der Stadt Tangerhütte From Wikipedia, the free encyclopedia

Brunkau ist ein Ortsteil der Ortschaft Windberge der Stadt Tangerhütte im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).[3]

Schnelle Fakten Stadt Tangerhütte ...
Brunkau
Koordinaten: 52° 30′ N, 11° 42′ O
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 6,97 km²[1]
Einwohner: 42 (31. Dez. 2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 6 Einwohner/km²
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Eingemeindet nach: Lüderitz
Postleitzahl: 39517
Vorwahl: 039361
Brunkau (Sachsen-Anhalt)
Brunkau (Sachsen-Anhalt)
Lage von Brunkau in Sachsen-Anhalt
Stein in der Nähe der Tangerquellen
Stein in der Nähe der Tangerquellen
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Ruine auf dem Friedhof von Brunkau

Geographie

Brunkau, ein Vorwerk mit einer Gutssiedlung im Osten, liegt 11 Kilometer nordwestlich von Tangerhütte und 16 Kilometer südwestlich von Stendal am Nordrand der Colbitz-Letzlinger Heide in der Altmark. Es ist umgeben vom Landschaftsschutzgebiet „Uchte-Tangerquellen und Waldgebiete nördlich von Uchtspringe“. Südlich des Dorfes liegt im FFH-GebietTanger-Mittel- und Unterlauf“ das Quellgebiet vom Brunkauer Tanger. Das Flüsschen strömt über den Blindegraben durch den Schleußer Teich in den Lüderitzer Tanger.[4] Ein großer beschrifteter Stein in der Nähe der Tangerquellen weist darauf hin. Südlich des Dorfes erstrecken sich die ausgedehnten Wälder der Brunkauer Heide im Forstrevier Brunkau mit dem etwa 97 Meter hohen Weinberg als höchster Erhebung. Durch Brunkau verläuft der Radweg Altmarkrundkurs.

Nachbarorte sind Ottersburg im Norden, Windberge und Schleuß im Nordosten und Lüderitz im Westen.[4]

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Das Dorf wurde 1238 als Bruncgowe erstmals urkundlich erwähnt als Graf Siegfried von Osterburg Dörfer und Besitz in der Altmark, mit denen er vorher vom St. Ludgerikloster Helmstedt belehnt worden war, dem Abt Gerhard von Werden und Helmstedt überschrieb.[5][6][1] Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird eine Wüstung namens Brunkowe aufgeführt.[7] Weitere Nennungen sind 1529 Bruncke, 1687 Vorwerk Brunckow mit Wassermühle[1] und 1804 zwei Vorwerke Brunkau oder Brunkow mit einem Forsthaus und einer Wassermühle.[8]

Hermes und Weigelt schrieben im Jahre 1842 „Brunkow war früher ein großes Dorf und noch jetzt findet man Trümmer der daselbst vorhanden gewesenen Kirche“.[9] 1843 stand unweit der Poststraße die Ruine eines Kirchturms einige Fuß hoch über der Erde.[10] Wilhelm Zahn wies 1909 darauf hin, dass es nicht nachweisbar ist, ob Brunkau wirklich eine Kirche besessen hat.[11] Auf dem Friedhof von Brunkau sind noch heute Reste einer Ruine zu sehen.

1538 gab es Schäfereien auf der Wüstung.[5] 1544 wurden die wüste Feldmark Brunkau gerodet und durch die von Borstell neue Vorwerke angelegt und die Bauern von Groß Schwarzlosen dorthin zu umfangreichen Diensten verpflichtet. Der Streit darüber führte zu einem Prozess, der in einem Vergleich endete. Im Jahre 1598 wird ein Gut Brunkau als Rittersitz erwähnt.[12]

Der Brunkauer Mühlengraben, ein kleiner Bach, der heutige Brunkauer Tanger, trieb noch Ende des 19. Jahrhunderts eine Wassermühle am südwestlichen Ortseingang.[13] Im 20. Jahrhundert hieß der Bach auch Bäke, daran erinnert die heutige Straße „An der Bäke“.

Herkunft des Ortsnamens

Aleksander Brückner deutet den Namen 1238 Bruncgowe, 1375 Brunkowe als altslawisch „brаnь“ für „genommen“.[14]

Archäologie

Bei Brunkau wurden ab der Mitte des 20. Jahrhunderts zwei Gräberfelder aus spätrömischer Zeit untersucht. Geborgen wurden keramische Gefäße, eine Fibel und ein knöcherner Kamm.[15]

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörten Gut und Dorf Brunkau zum Tangermündeschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lagen beide im Kanton Lüderitz auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kamen Gut und Gemeinde zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.[1] Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Brunkau mit der Landgemeinde Brunkau vereinigt.[16]

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Brunkau nach Lüderitz eingemeindet.[17]

Am 14. September 1963 wurde der Ortsteil Brunkau aus Lüderitz aus- und in die Gemeinde Ottersburg eingegliedert und kam damit vom Kreis Stendal zum Kreis Tangerhütte.

Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Ottersburg mit dem zugehörigen Ortsteil Brunkau nach Windberge eingemeindet.[18]

Seit dem 31. Mai 2010 gehört der Ortsteil Brunkau zur Ortschaft Windberge und zur „Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte“, da an dem Tage Windberge in Tangerhütte eingemeindet wurde.[19]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Dorf Brunkau ...
Jahr 1772179017981801181818401864187118851892189519001905
Dorf Brunkau 74309[20]34427292747794[21]7380[21]47
Gut Brunkau 15[22]35272631
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Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1910[00]070[21]
1925102
1933[00]079[23]
1939094
1946175
2013[00]058[24]
Jahr Einwohner
2014[00]56[24]
2018[00]41[25]
2019[00]44[25]
2020[00]41[26]
2021[00]41[26]
2022[0]40[2]
2023[0]42[2]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946:[1]

Religion

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Das Rittergut Brunkau (Gutshof) steht unter Denkmalschutz. Die beiden Rittergüter I und II (mit 508,7 ha) gehörten ab 1929 Walter von Borstell aus Groß Schwarzlosen und waren verpachtet.
  • In der Mitte des Dorfes befindet sich der Ortsfriedhof.
  • Auf dem Gutshof ist eine kleine Kapelle erhalten. Der kleine Gebetsraum ist aus einem Teil der Scheune hergerichtet.[31]

Wirtschaft

In Brunkau hat ein Unternehmen für optische Messsysteme seinen Sitz.[32] Ein Forstbetrieb mit Sitz auf dem Gutshof bewirtschaftet 650 Hektar Kiefernwald im Brunkauer Forst.[33]

Verkehr

Durch den Ort führt die Kreisstraße 1187 nach Ottersburg. Brunkau liegt westlich der Bundesstraße 189. Es verkehren Linienbusse und Rufbusse der Regionalverkehr Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus.

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 349352, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 96 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 291, 18. Brunkau (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Commons: Brunkau – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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