Brunnthal

Gemeinde im Landkreis München in Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Brunnthal ist eine Gemeinde und ein Pfarrdorf im oberbayerischen Landkreis München. Sie erstreckt sich auf der Münchner Schotterebene südlich der Landeshauptstadt München am Hofoldinger Forst.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Brunnthal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Brunnthal hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 1′ N, 11° 41′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: München
Höhe: 592 m ü. NHN
Fläche: 37,95 km²
Einwohner: 5451 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 144 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85649
Vorwahlen: 08102, 08104
Kfz-Kennzeichen: M, AIB, MU, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 84 114
Gemeindegliederung: 10 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Münchner Straße 5
85649 Brunnthal
Website: www.brunnthal.de
Erster Bürgermeister: Stefan Kern (CSU)
Lage der Gemeinde Brunnthal im Landkreis München
Karte
Karte
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Überregional bekannt ist der Ort durch das im Gemeindegebiet befindliche Autobahnkreuz München-Süd, das früher als „Brunnthal-Dreieck“ bezeichnet wurde.

Geographie

Die Gemeinde erstreckt sich auf einer Höhe von 577 und 607 m über NHN auf der Münchner Schotterebene am Hofoldinger Forst.

Die Gemarkung Brunnthal (098665) umfasst 17,764 km² und hat 2997 Einwohner.[2]

Gemeindegliederung

Es gibt zehn Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3][4]

Brunnthal, Kirchstockach mit Neukirchstockach, Waldbrunn und der Gudrunsiedlung, Otterloh sowie Hofolding und Faistenhaar sind die in den Rodungsinseln des Deisenhofener bzw. Hofoldinger Forstes gelegenen Siedlungsschwerpunkte.

Natur

Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet:

  • Landschaftsschutzgebiet LSG Hofoldinger und Höhenkirchner Forst (LSG-00198.01)
  • Landschaftsschutzgebiet LSG Deisenhofener Forst (LSG-00113.01)

Geschichte

Bis zur Gemeindegründung

Brunnthal findet zum ersten Male im Jahr 1073 in einer Schenkungsliste des Kaisers Heinrich IV. an das Kloster Rott am Inn Erwähnung.[5] Die Klöster Rott, Weihenstephan und Schäftlarn übten geistliche Grundherrschaften vom Hochmittelalter bis zur Säkularisation 1803 aus. Die Gemeinde gehörte zum Landgericht Wolfratshausen. Der heutige Gemeindeteil Hofolding war Bestandteil der kurfürstlichen Hofmark Grünwald. Brunnthal und Hofolding wurden im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern 1818 selbständige politische Gemeinden.

Eingemeindungen

St. Nikolaus in Brunnthal

Am 1. Mai 1978 wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform die Gemeinde Hofolding eingegliedert.[6] Mit der Eingemeindung eines Teils des Hofoldinger Forstes zum 1. Januar 2011 erhöhte sich die Fläche des Gemeindegebietes um 11,16 km².[7]

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3265 auf 5546 um 2281 Einwohner bzw. um 69,9 %.

Religionen

Die katholische Pfarrei Brunnthal wurde aus den bisherigen Kuratien Brunnthal und Hofolding-Faistenhaar gebildet. Katholische Kirchen und Kapellen stehen in Brunnthal (Sankt Nikolaus), Hofolding (Heilig Kreuz und Marienkapelle), Faistenhaar (Sankt Peter und Paul) und Kirchstockach (Sankt Georg). Seit der Zusammenlegung des Pfarrverbandes Höhenkirchen-Siegertsbrunn mit der Pfarrei St. Nikolaus Brunnthal am 1. September 2012 wird die Pfarrei St. Nikolaus Brunnthal durch Pfarrer Anton Wolf aus Höhenkirchen betreut. Pater Marek Bula OMI, der die Pfarrei St. Nikolaus Brunnthal von 2008 bis 2012 betreute, wechselte in den Pfarrverband Erdweg. Der Ortsteil Otterloh wird von der Pfarrei Sauerlach betreut. Die Gemeinde Brunnthal hat keine eigene evangelisch-lutherische Kirchengemeinde und wird durch die Kreuz-Christi-Kirchengemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn betreut.

Gewerbe

Bekannt ist Brunnthal außerdem durch das Gewerbegebiet „Brunnthal Nord“, in dem sich viele mittelständische Betriebe angesiedelt haben. Dort befindet sich auch ein Betriebshof der Firma Busbetrieb Josef Ettenhuber. Des Weiteren beherbergt das Gewerbegebiet unter anderem ein IKEA-Möbelhaus, einen Hagebau-Markt und einen Metro-Großhandel, wobei jedoch die Filialen der Fa. IKEA und Hagebau sich teilweise auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Taufkirchen befinden; die Gemeindegrenze verläuft hier direkt durch deren Märkte.[8] Des Weiteren ist die börsennotierte SFC Energy AG hier mit dem Hauptsitz ansässig.

Infrastruktur

Brunnthal wird durch sechs Regionalbuslinien des MVV erschlossen.

Weitere Informationen Linie, Linienverlauf ...
Linie Linienverlauf Verkehrsunternehmen
210Brunnthal, Zusestraße – OttobrunnNeuperlach Süd (U S)Ettenhuber
214Riemerling, Altenheim – Ottobrunn (S) – HohenbrunnEttenhuber
216Taufkirchen, Hugo-Junkers-Straße – Höhenkirchen-Siegertsbrunn (S) – Brunnthal – HofoldingFaistenhaarEttenhuber
220Winning – Unterhaching (S) – St.-Quirin-Platz (U) – Giesing (U S)Ettenhuber
222Neuperlach Süd (U S) – Brunnthal Nord – Deisenhofen (S) – Höllriegelskreuth (S)Geldhauser
244Taufkirchen, Hugo-Junkers-Straße – Höhenkirchen-Siegertsbrunn (S) – Brunnthal – Sauerlach (S)Ettenhuber
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Politik

Rathaus Brunnthal
Rathaus

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist seit 2002 Stefan Kern (CSU). Seit Mai 2008 bekleidet er dieses Amt hauptamtlich.

Gemeinderat

Weitere Informationen CSU, PWB * ...
Gesamt 20 Sitze ab 2020, davor 16 Sitze
CSU PWB * Grüne UWB ** SPD
2020[9] 10 4 3 2 1
2014 8 3 1 2 2
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* 
Parteifreie Wählergruppe Brunnthal (PWB)
** 
Unabhängige Brunnthaler Wählergruppe (UWB)

Wappen

Blasonierung: „In Blau ein silberner Pfahl; vorne ein goldener Bischofsstab, hinten eine aufrechte goldene Hirschstange.“[10]
Wappenbegründung: Der Pfahl symbolisiert die Römerstraße, die den nördlichen Hofoldinger Forst durchquert. Der goldene Bischofsstab verweist auf das Nikolauspatrozinium der Pfarrkirche, aber auch auf die historische Bedeutung der Klöster Rott, Weihenstephan und Schäftlarn als geistliche Grundherrschaften vom Hochmittelalter bis zur Säkularisation 1803. Die goldene Hirschstange, ein heraldisches Symbol für Jagd und Forst, symbolisiert den Hofoldinger Forst, der seit dem frühen Mittelalter als Jagdrevier der bayerischen Herzöge nachweisbar ist und erinnert zugleich an die Eingemeindung der bis 1978 selbstständigen Gemeinde Hofolding. Um 1700 gehörte Hofolding zur kurfürstlichen Hofmark Grünwald. Die Farben Silber und Blau unterstreichen die enge Verbindung Hofoldings zum wittelsbachischen Herrscherhaus.

Baudenkmäler

  • Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus
  • Wohnteil des ehemaligen Bauernhauses, sogenannt Beim Kurz
  • Ehemalige Fabrikantenvilla in der Flurstraße 25
  • Wohnteil des ehemaligen Bauernhauses, sogenannt Beim Faschl
  • Ehemaliger Einfirsthof, sogenannt Beim Schelshorn
  • Wohnteil des ehemaligen Bauernhauses, sogenannt Beim Weber
  • Wohnteil des ehemaligen Bauernhauses, sogenannt Beim Winkl

Bodendenkmäler

Kulturelle Aktivitäten

Zum Kulturprogramm in der Gemeinde gehört seit 2009 eine Außenstelle der Musikschule Sauerlach-Brunnthal, die am 26. April 2013 in Hofolding einen neuen Musikraum eröffnet hat, der im Beisein des Bürgermeisters durch den Pfarrer Anton Wolf eingeweiht wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das Gewerbegebiet Brunnthal Nord umfasst ca. 27 ha. und liegt verkehrsgünstig an der Bundesstraße 471 in unmittelbarer Nähe der Autobahnen A8 und A99. Zusätzlich besteht ein kleineres Gewerbegebiet in Hofolding.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Ehrenbürger

  • Geistlicher Rat Pfr. Franz Georg Schubert, langjähriger Kurat von Brunnthal (* 14. September 1930; † 8. September 2017)
  • Geistlicher Rat Pfr. Fritz Alt, StD, langjähriger Kurat von Hofolding (* 19. April 1929; † 24. Dezember 2007)
  • Horst-Josef Ellenbrücker, Gründungsmitglied des Schützenvereins
  • Ernst Portenlänger, Gemeinderat 1966–2020
  • Christian Schleich, Gemeinderat 1972–2020, Dritter Bürgermeister[11]
Commons: Brunnthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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