Bruno Galke

deutscher SS-Sturmbannführer im Stab des Reichsführers SS From Wikipedia, the free encyclopedia

Bruno Galke (* 24. Januar 1905 in Koblenz[1]; † 24. Februar 1974 in München)[2] war ein deutscher Kaufmann und SS-Standartenführer in der Allgemeinen SS.

Leben

Nach dem Abitur nahm Galke ein Studium der Volkswirtschaftslehre auf, das er ohne Abschluss beendete. Zum 1. November 1932 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.379.808).[3] Im Herbst 1933 wurde er Mitglied der SS (SS-Nummer 89.019).

Im Januar 1935 wurde er Untersturmführer, im April 1935 Obersturmbannführer, im Januar 1936 Hauptsturmführer, im Januar 1937 Sturmbannführer, im April 1939 Obersturmbannführer, am 1. Oktober 1940 schließlich SS-Standartenführer. Von 1936 bis 1939 war er ferner Führer beim SS-Hauptamt und Führer beim Stab Reichsführer SS (RFSS).

Im Persönlichen Stab des Reichsführers SS, also direkt im Umfeld von Heinrich Himmler, übernahm er verschiedene Verwaltungs- und Leitungsposten. Er war zudem als Referent für andere hochrangige SS-Führer tätig und hatte Schnittstellen zu verschiedenen Behörden und Organisationen der nationalsozialistischen Diktatur.[4] In seiner Eigenschaft als Kaufmann in Obermenzing, Sigmundstr. 6, unterzeichnete er am 3. Januar 1936, als einer von vier Gesellschaftern, die Gründungsurkunde der PMA. Er übernahm 10.000 Reichsmark des Stammkapitals und wurde, neben Karl Diebitsch, Mitglied des Aufsichtsrats. Zu dieser Zeit war er auch Leiter des Beschaffungsamtes SS in München.[5] Er leitete zudem die Gesellschaft zur Förderung und Pflege Deutscher Kulturdenkmäler und war 1938 auch kurzzeitig Geschäftsführer des Nordland-Verlages. Von 1935 bis 1938 war er Sonderbeauftragter Himmlers bei der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe.[6] Weil der Leiter der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe Wolfram Sievers in steuerlichen und finanztechnischen Fragen unerfahren war, wurde Galke als Leiter der „Wirtschaftlichen Hilfe“ im Stab von Himmler inoffizieller Kontrolleur der Forschungsgemeinschaft und Alleinvorstand der 1937 aus steuerlichen Gründen entstandenen Stiftung-Ahnenerbe.[7]

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges war er in Himmlers Haupttreuhandstelle Ost (HTO) tätig und als Generalreferent verantwortlich für Aufgaben wie die „Festigung des deutschen Volkstums“.[4] Anfang 1941 musste Galke zum Wehrdienst einrücken, nachdem er bei Himmler in Ungnade gefallen war.[7]

Nach Kriegsende

Nach Kriegsende befand er sich in amerikanischer Internierung.[8] Galke wurde 1947 im Zuge der Nürnberger Prozesse als Zeuge vernommen.[9] Für die Zeit nach 1947 liegen ansonsten nur wenig Erkenntnisse vor. Am 21. Oktober 1963 wurde in das Handelsregister beim Amtsgericht Freiburg die Gründung der Firma Bruno Galke Industrielle Erzeugnisse für Verkehrssicherheit e. K., Freiburg i. Breisgau eingetragen.[10] Zeitweise soll Galke auch in Köln gelebt haben. 1972 befand er sich in einem Alten- und Pflegeheim in Diez.[6]

Einzelnachweise

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