Bruno Goldhammer

10.2.1905 Dresden, 7.8.1971 Dresden, bis 1924 isr., Deutscher. Sohn des Elias, M From Wikipedia, the free encyclopedia

Bruno Goldhammer (* 10. Februar 1905 in Dresden; † 7. August 1971 ebenda) war ein Journalist und Opfer Stalinscher Säuberungen in der DDR.

Lebensweg

Goldhammer wurde in Dresden als Sohn einer jüdischen Familie, eines Textilkaufmanns und Kinobesitzers und einer Schneiderin, geboren. Er besuchte die Bürgerschule und anschließend das Realgymnasium in Dresden und schloss es mit der mittleren Reife ab. 1922/23 absolvierte er ein Volontariat im Osterag Verlag in Berlin und schloss eine Ausbildung zum Buchhändler und Bibliothekar an. 1924 trat er aus der Jüdischen Gemeinde aus. 1925 wurde er zunächst Redakteur, ab 1929 Chefredakteur der KPD-Zeitung Sächsische Arbeiterstimme, der Tageszeitung der Kommunistischen Partei Deutschlands im Bezirk Sachsen. Ein Jahr später wechselte er in gleicher Funktion zur Zeitung Der Kämpfer, dem Organ der KPD für Chemnitz und das Erzgebirge. Er wurde wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einem Jahr Festungshaft verurteilt, die er in Auerbach im Vogtland verbüßte,[1] und kam erneut 1932/33 in Untersuchungshaft aufgrund eines anstehenden Prozesses wegen Verrats militärischer Geheimnisse.

Goldhammer floh zunächst 1933 in die Tschechoslowakei, ging dann 1935 nach Brüssel und wurde dort Redakteur der Rundschau, einer Zeitschrift der Kommunistischen Internationale, bevor er auf Anweisung der KPD im Oktober 1936 nach Zürich zog und sich als verfolgter Gewerkschafter ausgab. Im Folgejahr erfolgte dort seine Anerkennung als politischer Flüchtling. Im Schweizer Exil war er Chefredaktor der illegalen KPD-Zeitung Süddeutsche Informationen und deren Nachfolgezeitung Süddeutsche Volksstimme, bevor er dort interniert wurde. Seit 1939 hatte er private Kontakte zu dem US-Diplomaten und amerikanischen Marxisten Noel Field und dessen Pflegetochter Erica Glaser. Er war somit neben Paul Meuter einer der ersten KPD-Flüchtlinge, der mit Field Kontakt hatte und verkehrte. Von 1944 bis 1945 war er Chefredakteur der Zeitschrift Freies Deutschland in der Schweiz.

Im Juni 1945 kehrte Goldhammer nach Deutschland zurück und wurde im Juni 1945 Chefredakteur der Bayerischen Volksstimme. Juni 1946 wurde er von einem amerikanischen Militärgericht zu vier Monaten Haft wegen illegalen Zonengrenzübertritts (aufgrund der im Februar 1946 erfolgten Teilnahme an der KPD-Parteikonferenz in Berlin) verurteilt und verbüßte die Haft in der Justizvollzugsanstalt Landsberg. 1947 ging er nach Ost-Berlin und war zunächst Lehrer am 1. Journalistenlehrgang der Parteihochschule „Karl Marx“, bevor er im Frühjahr 1947 als Leiter des Nachrichtendienstes zum Berliner Rundfunk wechselte. Kurzzeitig war er Chefredakteur des Nachrichtendienstes Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst, wurde dann Chefredakteur des Berliner Rundfunks und 1949 zeitweilig auch stellvertretender Intendant des Senders.

Am 24. August 1950 wurde er aus der SED ausgeschlossen[2] und am gleichen Tag verhaftet wegen seiner angeblichen Beteiligung an der Affäre Noel Field, wobei er für das „Eindringen Noel H. Fields in die deutsche Emigration in der Schweiz“ beschuldigt wurde. Er saß deshalb dreieinhalb Jahre in Untersuchungshaft. Trotz intensiver Verhöre durch das Ministerium für Staatssicherheit verweigerte er ein „Geständnis“ und wurde trotzdem vor dem Obersten Gericht der DDR im April 1954 wegen „Verbrechens gegen Kontrollratsgesetz Nr. 10 und Kontrollratsdirektive Nr. 38“ zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Haft trat er im Zuchthaus Brandenburg-Görden an. Am 28. April 1956 wurde er im Anschluss an den XX. Parteitag der KPdSU und die Enthüllungen in Ungarn und Polen über die Field-Affäre als stalinistische Fälschung aus der Haft entlassen, im Oktober 1956 öffentlich rehabilitiert und wieder in die SED aufgenommen.[3] Er wurde 1956 Redakteur der Dresdener Zeitschrift Zeit im Bild. Im Juni 1957 wurde Goldhammer Chefredakteur der SED-Bezirkszeitung Freiheit, doch am Tag seines Arbeitsbeginns erlitt er einen Schlaganfall. Nach der Genesung arbeitete er wieder für die Zeitschrift Zeit im Bild.

Politischer Werdegang

Goldhammer wurde 1922 Mitglied des KJV und trat der KPD[3] bei. Nach der Machtergreifung Hitlers und der Aussetzung der verfassungsmäßigen Grundrechte der Versammlungs- und Pressefreiheit durch die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes betätigte er sich illegal politisch in Chemnitz, bevor er im Februar 1933 nach Chomutov in die Tschechoslowakei (ČSR) floh. Dort war er ab 1934 in Prag Mitglied der emigrierten KPD-Leitung in der ČSR. Von 1936 bis 1940 war er in der Schweiz Mitarbeiter der Abschnittsleitung Süd der KPD. 1940 wurde er in der Schweiz wegen verbotener politischer Betätigung verhaftet und vom Bundesrat ausgewiesen. Statt der Ausweisung wurde er von 1940 bis 1944 in der Schweiz interniert. In der Schweiz wurde er auch Mitglied der Bewegung Freies Deutschland. Nach seiner Rückkehr wurde er zunächst Sekretär der KPD München und später bis 1947 2. Sekretär der KPD Bayern, für die er 1946 Mitglied des Bayerischen Beratenden Landesausschusses war. Nach seiner Übersiedlung in die Sowjetische Besatzungszone wurde er SED-Mitglied.

Familie

Bruno Goldhammer war mit seiner Frau Erna verheiratet. Sie hatten mindestens einen Sohn. Seine jüngere Schwester Dora Marie starb am 30. September 1942 in Auschwitz.[1]

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

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