Bryden Thomson

britischer Dirigent From Wikipedia, the free encyclopedia

Bryden Thomson (* 16. Juli 1928 in Ayr; † 14. November 1991 in Dublin, Irland) war ein schottischer Dirigent, der insbesondere für sein Engagement für britische und skandinavische Komponisten bekannt ist. Zu seinen Einspielungen zählen einflussreiche Gesamteinspielungen der Orchestermusik von Hamilton Harty und Arnold Bax. Er war Chefdirigent mehrerer britischer Orchester, darunter des Ulster Orchestra, das unter seiner Leitung eine Blütezeit erlebte.

Leben und Wirken

Bryden Thomson wurde in Ayr geboren[1] und wuchs mit dem Spielen von Violine und Cello auf. Kurz nach seinem Eintritt in die Royal Scottish Academy of Music in Glasgow mit einem Stipendium im Alter von 15 Jahren wurde er zum Wehrdienst in der Highland Light Infantry eingezogen, wo er im Regimentsorchester Klavier spielte und sich selbst das Klarinettenspiel beibrachte. Nach dem Krieg nahm er sein Studium an der Royal Scottish Academy of Music wieder auf. 1954 zog er nach Deutschland, um Dirigieren zu studieren, zunächst bei Hans Schmidt-Isserstedt an der neu gegründeten Hochschule für Musik in Hamburg und anschließend bei Igor Markevitch an der Universität Mozarteum Salzburg.[2]

Nach einer Tätigkeit als Assistenzdirigent des BBC Scottish Orchestra (1958–1962) bekleidete Bryden Thomson die Position des Chefdirigenten mehrerer britischer Orchester, darunter des BBC Northern Symphony Orchestra (1968–1973), des BBC Welsh Symphony Orchestra (1978–1982) und des Ulster Orchestra (1977–1985). Zwischen 1984 und 1987 war er Chefdirigent des Irish RTÉ Symphony Orchestra. Zudem war er kurzzeitig Chefdirigent des Scottish National Orchestra (1988–1990) und damit erst der zweite Schotte in dieser Position.

Als Operndirigent arbeitete Thomson auch mit der Norwegischen Nationaloper und dem Norwegischen Nationalballett, der Königlichen Schwedischen Oper und der Scottish Opera zusammen.

Thomson war ein engagierter Interpret britischer Musik. Er trug maßgeblich zur Wiederbelebung der Musik von Arnold Bax bei, indem er für Chandos Records eine umfangreiche Reihe von CD-Aufnahmen (mit dem Ulster Orchestra und dem London Philharmonic Orchestra) einspielte, darunter viele Tondichtungen und einen gefeierten Zyklus der Sinfonien. Ähnliche Verdienste erwies er dem irischen Komponisten Hamilton Harty, indem er dessen gesammelte Orchesterwerke mit dem Ulster Orchestra, ebenfalls für Chandos, einspielte.[2] Zudem nahm er mit Chandos vielbeachtete Reihen von Orchesterwerken von Vaughan Williams und Walton auf. Zu den weiteren britischen Komponisten, die er förderte, zählen Alun Hoddinott, Daniel Jones, Kenneth Leighton, Thomas Wilson und Grace Williams.

Der zwischen 1989 und 1990 mit dem Scottish National Orchestra aufgenommene Zyklus von Martinů-Sinfonien wurde von der Kritik hoch gelobt.[3] Thomson hegte zudem ein großes Interesse an nordischen Komponisten wie Holmboe, Nielsen, Sallinen und Sibelius. Seine Interpretationen von Nielsen wurden vielfach bewundert, darunter eine Aufnahme der Sinfonie Nr. 4 und der Sinfonie Nr. 6 mit dem Scottish National Orchestra,[4] die sich als seine letzte Aufnahme herausstellen sollte.

Thomson starb im November 1991 in Dublin an Krebs. Im Jahre 2003 vermachte seine Witwe, Mary Ellison Thomson, seine Partitursammlung der Nationalbibliothek von Irland, und im Jahre 2008 gründete sie den „Bryden Thomson Trust“ zur Unterstützung junger Dirigenten.[5]

Einzelnachweise

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