Buckenbergkaserne
Kaserne im Pforzheimer Stadtteil Buckenberg
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Die Buckenberg-Kaserne war eine Kaserne im Pforzheimer Stadtteil Buckenberg.
| Land | Deutschland | ||
| Heute | Wohngebiet | ||
| Gemeinde | Pforzheim | ||
| Koordinaten: | 48° 52′ 48″ N, 8° 43′ 52″ O | ||
| Eröffnet | 1936 | ||
| Alte Kasernennamen | |||
| 1951–1996 | Quartier Burnol | ||
| Ehemals stationierte Truppenteile | |||
| Wehrmacht 3. Husarenregiment |
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Lage der Buckenbergkaserne in Baden-Württemberg | |||
Die Buckenberg-Kaserne wurde 1936 für die deutsche Wehrmacht nach Plänen von Regierungsbaurat Karl Kölmel (1896–1979; Leiter des Bezirksbauamts Karlsruhe[1]) errichtet. Der Erstbezug der Kaserne fand im Oktober 1936 durch das III. Bataillon des Infanterie-Regiments 111 statt. Das Kasernengelände ist über 18 Hektar groß. Viele Gebäude der Kaserne standen unter Denkmalschutz, aber im Sommer 2007 wurden fast alle Gebäude abgerissen, um das Gelände in ein Wohngebiet mit Einkaufszentrum umgestalten zu können.
Belegung von 1936 bis 1945
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren folgende deutsche Truppenteile in der Buckenberg-Kaserne untergebracht:
Fronttruppenteile
- 3. Bataillon des Infanterie-Regiments 111
- Sanitäts-Staffel
- Panzer-Pionier-Bataillon z. b. V. Pforzheim
- Landesschützen-Bataillon 408
- leichte Heimat-Flak-Batterie 29/VII
- leichte Heimat-Flak-Batterie 35/VII
Ersatztruppenteile
- Infanterie-Ersatz-Bataillon 35
- Grenadier-Ersatz- u. Ausbildungs-Bataillon (motorisiert) 35
- Grenadier-Ersatz-Bataillon (motorisiert) 35
- Reserve-Grenadier-Bataillon (motorisiert) 35
- Ersatz- u. Ausbildungs-Bataillon (M) 275
Kommandobehörden
- Festungs-Inspektion VII
- Ausbildungs-Leiter
- Wehrbezirks-Kommando
- Wehrmeldeamt
- Standortfunkstelle
- Feste Brieftaubenstelle
- Heeresfachschule (V.W.)
- Heeresfachschule (V.)
- Heeres-Standort-Verwaltung
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren von 1951 bis 1996 französische Einheiten in der nun Quartier Burnol genannten Kaserne stationiert, insbesondere ab 1963 das 3. Husarenregiment „Esterhazy“. Mit dessen Verlegung nach Immendingen 1996 endete die militärische Nutzung der Kaserne. Zeitweise wurde die Kaserne auch durch die US-Armee genutzt, insbesondere von den Soldaten der Nike-Stellung, die sich im angrenzenden Hagenschieß befand.
Nach 1996 begann eine lange Zeit der Überlegungen zur zivilen Umnutzung (Konversion). Der Pforzheimer Gemeinderat lehnte einen Erwerb des in Bundeseigentum befindlichen Kasernengeländes 1999 ab und setzte auf private Investoren. Eine Projektausschreibung, die den Erhalt der denkmalgeschützten Mannschaftsgebäude vorsah, führte jedoch zu keinem Erfolg.
Am 2. und 3. Mai 2007 wurde mit der Ideenfabrik BrainStore gemeinsam mit Jugendlichen und Betroffenen nach Ideen und Konzepten für das neue Buckenbergareal gesucht. Laut neuestem Stand werden alle Gebäude bis auf die Waffenschmiede, die zu einem Künstlerhaus umfunktioniert wird, und die zwei Eingangsgebäude abgerissen; auf den abgeräumten Flächen wurde durch eine Investorengruppe, zu der unter anderem die Stadtbau GmbH und die Stadtwerke gehören, eine Wohnsiedlung errichtet. Die Bauarbeiten begannen im Dezember 2007 mit dem Spatenstich für ein Einkaufszentrum. Erhalten blieben auch die ehemaligen Offizierswohnungen, die saniert und zu Mehrfamilienhäusern und zum Teil auch zu Studentenwohnheimen für die Hochschule Pforzheim umgebaut wurden.
Der angrenzende Standortübungsplatz wurde zum Biotop erklärt, und die Standortschießanlage bei der Lettenbrunnenhütte wird zur Ausbildung der Hunderettungsstaffel des DRK genutzt.
Dokumentarfilm
Von 2007 bis 2013 entstand im Auftrag der Konversionsgesellschaft Buckenberg der Dokumentarfilm Tiergarten – ein neuer Stadtteil entsteht über die Umwandlung der Buckenbergkaserne zum neuen Stadtteil Tiergarten.[2] Regie führte der Dokumentarfilmer Marcel Wehn.[3] Der Film beschreibt aus Sicht der Investoren des groß angelegten Konversionsprojekts die Entwicklung von der Idee zum neuen Stadtteil Tiergarten bis zum fortgeschrittenen Bau. Zeitzeugen und Historiker berichten über die Geschichte der Buckenbergkaserne, so wie Ernst Stolterfoth als ehemaliger Soldat des Infanterie-Regiments 111 oder der Pforzheimer Historiker und Autor Hagen Franke.[4]
Weblinks
- Artikel zur Buckenberg-Kaserne im Stadtwiki Pforzheim-Enz
- Dokumentarfilm Tiergarten – ein neuer Stadtteil entsteht auf Youtube
Literatur
- Hagen Franke: Militär in Pforzheim. Ein Beitrag zur Stadt- und Regionalgeschichte. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher u. a. 2011, ISBN 978-3-89735-651-1, S. 94–113.
