Bud Cort

US-amerikanischer Schauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Bud Cort (* 29. März 1948 als Walter Edward Cox in New Rochelle, New York; † 11. Februar 2026 in Norwalk, Connecticut) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Komiker sowie gelegentlicher Regisseur und Drehbuchautor. Seine bekannteste Rolle spielte er 1971 in dem Klassiker Harold und Maude.

Bud Cort (2008)

Leben

Bud Cort wurde als Sohn des Bandleaders und Pianisten Joseph Parker Cox und der Journalistin Alma Mary Court geboren und wuchs mit drei Schwestern und einem Bruder in Rye, New York, auf. 1966 schloss er die Catholic Iona Preparatory School in New Rochelle ab.

1967 begann er ein Design-Studium an der New York University, das er 1969 abbrach, um Schauspieler zu werden. Er nahm Unterricht bei Stella Adler, spielte in Werbefilmen mit und trat in New York als Stand-up-Comedian auf. 1969 hatte er eine Rolle in Stuart Hagmanns Film Blutige Erdbeeren, der die amerikanische Studentenbewegung von 1968 thematisierte und in Cannes den Preis der Jury erhielt. Ebenfalls 1969 wirkte er in dem Film Sweet Charity mit, der auf dem gleichnamigen Musical basiert. In New York wurde er von Robert Altman entdeckt. Dieser gab ihm 1970 zunächst eine kleine Rolle in seiner Kriegskomödie MASH.

Endgültig bekannt wurde Cort noch im selben Jahr, als Altman ihn für die Hauptrolle eines mysteriös wirkenden jungen Mannes in seinem nächsten Film Brewster McCloud besetzte. 1971 spielte Cort die Hauptrolle der selbstmordbesessenen Figur Harold in dem Filmklassiker Harold and Maude an der Seite von Ruth Gordon als Maude. Die schwarze Komödie über ein Liebespaar mit enormem Altersunterschied war zunächst ein Flop, erreichte später jedoch weltweit Kultstatus. Bud Cort wurde für diese Rolle in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für den Golden Globe Award nominiert. 2014 beschrieb er Harold und Maude im Nachhinein als „Fluch und Segen“ für seine Karriere, da er danach vor allem für verrückte Figuren angefragt worden sei.[1] So lehnte er auch die Rolle des Billy Bibbit in Einer flog über das Kuckucksnest ab, um nicht zu sehr auf Darstellungen psychisch Gestörter festgelegt zu werden.[2]

1972 war er am Broadway in der Produktion Wise Child zu sehen.[3] Weitere Film-Hauptrollen hatte er als junger Lehrer in der Tragikomödie Warum schießen Sie auf den Lehrer? (1977) und in der amerikanisch-deutschen Produktion Son of Hitler (1979), welche imaginiert, dass ein Sohn von Eva Braun und Adolf Hitler in der damaligen Gegenwart lebt. 1979 hatte Cort auf dem Rückweg von einem Frank-Sinatra-Konzert einen schweren Autounfall. Er zog sich einen Schädelbruch, verschiedene Schnittwunden im Gesicht sowie einen Arm- und Beinbruch zu und verlor mehrere Zähne. Er musste mehrere Monate zur plastischen Chirurgie im Krankenhaus verbringen.[4] Nach dieser Unterbrechung seiner Karriere und mit seinem veränderten Gesicht erhielt er fortan nur noch selten Hauptrollen, und er wurde seitdem vor allem in Charakterrollen in Independent-Filmen besetzt.[5] Dabei wurde er für seine „chamäleonhafte Wandlungsfähigkeit“ bekannt.[6]

In den 1980er Jahren war Cort auch im Fernsehen zu sehen, unter anderem in einer Folge der parodistischen Detektivserie Sledge Hammer!. Tragende Nebenrollen in Kinofilmen spielte er 1984 in Electric Dreams und in Tobe Hoopers Neuverfilmung des gleichnamigen Science-Fiction-Films von 1953, Invasion vom Mars. Ein Jahr später folgte Bates Motel, eine Fortsetzung von Psycho, in der Cort die Hauptrolle spielte. Seit den 1990er Jahren trat er wieder in kleinen bis mittelgroßen Nebenrollen in Spielfilmen auf, darunter … und das Leben geht weiter (1993), Heat, I Woke Up Early the Day I Died (1998), Dogma (1999), Weil ich ein Mädchen bin (1999), Pollock (2000), Südlich des Himmels – Westlich der Hölle (2000) und Number 23 (2007). In Die Tiefseetaucher (2004) unter Regie von Wes Anderson hatte er eine vergleichsweise größere Nebenrolle als biederer Versicherungsmitarbeiter. Des Weiteren spielte er in den Fernsehserien Arrested Development (2006) und Criminal Minds (2010). In mehreren Zeichentrickserien über das Superman-Universum sprach er die Figur des Schurken Toyman. Insgesamt umfasst sein filmisches Schaffen als Schauspieler über 80 Film- und Fernsehproduktionen bis zu seinem Karriereende 2016.

Als Regisseur und Drehbuchautor inszenierte Cort für das ZDF 1989 in dessen Dokumentarserie Hotels in einem Beitrag über das Hôtel de Paris. Mit Ted & Venus realisierte er als Regisseur und Drehbuchautor einen Spielfilm, der 1991 veröffentlicht wurde. In dieser Schwarzen Komödie spielte er auch selbst die Hauptrolle eines alternden Hippies, außerdem wirkten James Brolin, Carol Kane, Rhea Perlman, Woody Harrelson und Gena Rowlands an dem Film mit.[7] Danach folgten keine weiteren Regiearbeiten.

In den 1970er Jahren lebte Bud Cort mehrere Jahre im Haus seines engen Freundes Groucho Marx.[4] Bud Cort, der nie geheiratet hatte, starb am 11. Februar 2026 im Alter von 77 Jahren in einer Pflegeeinrichtung in Connecticut an einer Lungenentzündung.[8]

Filmografie (Auswahl)

Trivia

Bud Cort war in seiner Freizeit auch ein leidenschaftlicher Schachspieler.[9]

Einzelnachweise

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