Burg Kohlstein
archäologische Stätte in Deutschland
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Die Burg Kohlstein befindet sich auf einem Felsenhügel in der Ortschaft Kohlstein nordwestlich von Tüchersfeld. Sie ist die jüngste Burgengründung der Fränkischen Schweiz und zugleich eine der kleinsten und romantischsten Burgen. Heute ist die Burg in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.[1]
| Burg Kohlstein | ||
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Hauptgebäude der Burg Kohlstein mit Treppenturm (2003) | ||
| Staat | Deutschland | |
| Ort | Gößweinstein-Kohlstein | |
| Entstehungszeit | um 1485 | |
| Burgentyp | Höhenburg, Ortslage | |
| Erhaltungszustand | Erhalten oder wesentliche Teile erhalten | |
| Geographische Lage | 49° 47′ N, 11° 21′ O | |
| Höhenlage | 440 m ü. NN | |
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Geschichte
Die Höhenburg auf 440 m ü. NN wurde 1485 von Konz von Hirschaid ohne Genehmigung erbaut, erst im Jahr darauf holte er sich die kostenpflichtige Genehmigung des Fürstbischofs von Bamberg.[2] Sie war ursprünglich wohl freies Eigen der Herren von Hirschaid. Später ging die Lehnshoheit an das Bistum Bamberg.
1525 wurde die Burg im Bauernkrieg durch Feuer teilweise zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte bis 1536. Aus Geldmangel musste das Geschlecht von Hirschaid 1608 die Herrschaft verkaufen. Am 23. Mai 1608 wurde Wolf Philipp Groß von Trockau zu Tüchersfeld mit Burg und Herrschaft belehnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg 1533/34 zerstört, 1636 wurde ein schlichter Neubau – das heutige Nebengebäude – errichtet. Der Bau der Hauptburg erfolgte zwischen 1707 und 1714. Wohl in diese Zeit fiel auch der Bau eines Gartenhauses. Dieses wurde in den Jahren 1723 bis 1728 zur Schlosskapelle Sankt Maria umgebaut.[2]
Die Groß von Trockau, die sich seit 1658 zu Kohlstein und Tüchersfeld nannten, mussten die Burg 1713 an Otto Philipp von Gutenberg verkaufen. Nach dessen Tod erbte seine Nichte Maria Anna Groß von Trockau Burg und Herrschaft. 1754 kam ein Bedienten- und Armenhaus hinzu. Der Treppenturm wurde 1890 erneuert.[2]
1961 verkaufte die Familie Groß von Trockau die Burg, jedoch nicht die dazugehörende Schloss- und Ortskapelle. Die Burg hatte zwischenzeitlich mehrere Besitzer.
Heute ist die Burg als Baudenkmal D-4-74-129-42 „Schloss, im Kern 1486, nach Zerstörung im Bauernkrieg wiederaufgebaut, dreigeschossiger Hauptbau, 1636 mit Kern des 15./16. Jahrhunderts, Ostseite mit unregelmäßig dreiseitigem Schluss, überkuppelter runder Treppenturm, 1890 erneuert; gedeckter Gang zu zweigeschossigem Nebengebäude, 18./19. Jahrhundert“ sowie als Bodendenkmal D-4-6234-0175 „Untertägige Bauteile des spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Schlosses von Kohlstein“ vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erfasst.[3]
Literatur
- Kai Kellermann: Herrschaftliche Gärten in der Fränkischen Schweiz – Eine Spurensuche. Verlag Palm & Enke, Erlangen/Jena 2008, ISBN 978-3-7896-0683-0, S. 114–117.
- Gustav Voit, Walter Rüfer: Eine Burgenreise durch die Fränkische Schweiz. Verlag Palm und Enke, Erlangen 1991, ISBN 3-7896-0064-4, S. 101–103.
- Toni Eckert, Susanne Fischer, Renate Freitag, Rainer Hofmann, Walter Tausendpfund: Die Burgen der Fränkischen Schweiz, Ein Kulturführer. Gürtler Druck, Forchheim 1997, ISBN 3-9803276-5-5, S. 82–85.
- Hellmut Kunstmann: Die Burgen der östlichen Fränkischen Schweiz. Kommissionsverlag Ferdinand Schöningh, Würzburg 1965, DNB 452649552, S. 294–303.

