Burg Schenkwald
Höhenburg auf dem heute Schenkelsberg genannten Höhenrücken bei der Stadt Hünfeld im Landkreis Fulda in Hessen
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Burg Schenkwald ist eine abgegangene kleine Höhenburg auf dem heute Schenkelsberg genannten Höhenrücken bei der Stadt Hünfeld im Landkreis Fulda in Hessen.
| Burg Schenkwald | ||
|---|---|---|
Burgstall der Burg Schenkwald: Relief und Umzeichnung | ||
| Alternativname(n) | castrum Schenkenwalt,[1] Scheinkenwalt | |
| Staat | Deutschland | |
| Ort | Hünfeld | |
| Entstehungszeit | ca. 13. Jahrhundert | |
| Burgentyp | Höhenburg | |
| Erhaltungszustand | Burgstall | |
| Ständische Stellung | Ministeriale | |
| Geographische Lage | 50° 42′ N, 9° 46′ O | |
| Höhenlage | 353 m ü. NN | |
|
| ||
Lage

Der Burgstall liegt auf der Kuppe des bewaldeten Schenkelsberges (früher Schenkenberg genannt) - einem Nord-Süd ausgerichteten kleinen Höhenrücken ca. 1,6 km nördlich des Zentrums von Hünfeld in Osthessen und 300 m nordöstlich des Industriegebietes. Umgeben von Feldern liegt der Schenkelsberg markant sichtbar im Gelände östlich des Haunetales. Am Rand des Hünfelder Beckens zu den Haune-Hochflächen gelegen, ist das Gebiet der südöstliche Rand des Fulda-Haune-Tafellandes. Heute verläuft der Kegelspiel-Radweg westlich des Burgstalles im Haunetal.
Geschichte
1268 wurde die zum Uradel der Buchonia zählende Familie von Schenkfeld mit Heinrich von Schenkfeld urkundlich.[2] Sie hatten von den Ludowingern, Landgrafen von Thüringen, das Schenkenamt als Afterlehen bekommen, das diese 1178 von den Äbten von Fulda empfangen hatten.[2] Daher rührt vermutlich auch der Name der Burg und des verballhornten Bergnamens. Wann genau die kleine Burg am Rande der Antsanvia[1] erbaut wurde, ist nicht überliefert. Archäologische Untersuchungen fanden bisher nicht statt.
Schon 1271 wurde das Geschlecht durch die Beteiligung Gyso von Schenkwalds an der Ermordung des Fuldaer Abtes Bertho II. von Leibolz unrühmlich bekannt.[2] Vermutlich wurde Burg und Amt der Familie abgenommen und an die Herren von Henneberg übergeben.[2] Schon 1300 wurde die Burg jedoch durch Fürstabt Heinrich von Weilnau von Graf Berthold von Henneberg[3] und seiner Gemahlin Adelheid zurückgekauft.[4][1] Danach scheint die Burg jedoch an Bedeutung verloren zu haben und verfiel. Ab 1460 wird sie nicht mehr erwähnt.[2][1] Das Geschlecht der von Schenkwald erlosch schließlich schon 1511 mit dem Tod von Simon von Schenkwald.[2]
Später wurde der Höhenrücken durch Steinbrüche stark überformt, so dass das genaue Aussehen der Burg nur noch vermutet werden kann; auch da keine schriftlichen Zeugnisse die Burg beschrieben.
Beschreibung
Da durch mehrere Steinbrüche und heute vollständige Bewaldung der Burgstall nicht mehr direkt sichtbar ist, kann nur durch die Lidardaten auf die Burg und deren Aussehen geschlossen werden. In diesen ist die vermutliche Kernburg noch ersichtlich - ein nur rund 20 m Durchmesser großer, nahezu kreisrunder Wallgraben umgab die kleine Burg. Eine kreisrunde Aufschüttung mit Einsturzloch verweist auf einen Bergfried. Westlich anschließend finden sich quadratische Wallreste von ca. 6 m Seitenlänge, die sich an den maximal 10 m breiten, wohl runden Burgturm direkt anlehnten. Ob eine Vorburg existierte, ist durch die Steinbrüche späterer Zeiten nicht mehr zu belegen. Letzte obertägige Reste der Burg scheinen in den 1920er Jahren zum Bau der Straße Hünfeld-Roßbach abgetragen worden zu sein.[5]
- Berg- und Burgkuppe, davor der Burggraben
- Die vermutliche Stelle des Bergfriedes
Literatur
- Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 2. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 1995, ISBN 3-86134-228-6. S. 200
- Heinrich Reimer (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Kurhessen. Marburg 1926. (Unveränderlicher Neudruck der Erstausgabe: Verlag Elwert, Marburg 1974) S. 423
Weblinks
- Burg Schenkwald in der privaten Datenbank Alle Burgen.
- Thorsten Sonnemann: Schenkwald in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts
- Burg Schenkwald, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 17. Februar 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).

