Burg Valley

abgegangene Burg in Valley, Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Burg Valley war eine Höhenburg in Spornlage am Hochufer des Mangfalltals. Das Gelände der abgegangenen Burg ist als Bodendenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.[1]

Schnelle Fakten
Burg Valley
Burg Valley um 1700, Stich von Michael Wening

Burg Valley um 1700, Stich von Michael Wening

Staat Deutschland
Ort Valley
Entstehungszeit 1120
Burgentyp Höhenburg in Spornlage
Erhaltungszustand Mauerreste
Bauweise Mauerreste
Geographische Lage 47° 54′ N, 11° 47′ O
Höhenlage 648 m
Burg Valley (Bayern)
Burg Valley (Bayern)
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Lage

Lageplan von Burg Valley auf dem Urkataster von Bayern

Die Reste der abgegangenen Burg befinden sich im Ort Valley im oberbayerischen Landkreis Miesbach am Schloßberg, einem zwischen Höllgraben und Mangfall liegenden dreieckigen Vorsprung des Hochufers, auf einer Höhe von etwa 650 m ü. NHN etwa an der Stelle des heutigen Neuen Schlosses.

Das Kernwerk der ehemaligen Burg entspricht einem langgestreckten Dreieck mit seiner im Süden gelegenen Basis. Die maximale Ausdehnung in nord-südlicher Richtung beträgt 90 m, die breiteste Stelle misst 30 m.

Geschichte

Als Burgengründer gilt Otto I. von Dachau-Valley († um 1130) aus der Dachauer Nebenlinie der Grafen von Scheyern (die Scheyerner Hauptlinie nannte sich ab 1124 Wittelsbacher). Er hat seinen von seiner Frau ererbten Sitz in Grub nach Valley verlegt. Mit dem Burgenbau konnte das verkehrsgeographisch wichtige Tal der Mangfall überwacht werden. Urkundlich genannt ist die Burg in den Jahren 1189–1192 im Traditionsbuch von Kloster Schäftlarn als „castrum Ualeia“.[2] Die Burg blieb über fünf Generationen im Besitz der Grafen von Valley.

Als erster Kastellan auf der Burg tritt ein Oze (Ozi, Oßi) von Valley zwischen 1127 und 1147 auf; 1170 und 1175 wird ein Walchoun prepositus de Ualaie hier genannt, 1191 ist ein Liutold der Burghauptmann auf Valley. Zudem werden ein Heinrich der chastenare und ein Reinmarus venator (lat. Jäger) de Valaia, der um 1189/90 die Jagd betreute, als Amtsleute genannt.

Die Söhne Ottos I. von Valley, Konrad I. (vor 1100–1162) und Gebhard (nach 1100–1142), waren Anhänger des Welfenherzogs Heinrich der Stolze. Diesem hatte der Stauferkönig Konrad III. das Herzogtum Baiern weggenommen und 1139 an den Babenberger Leopold IV. übergeben. Als dieser das Herzogtum Bayern in seine Gewalt zu bringen suchte und dabei auch die Burg Valley belagerte, wurde er zusammen mit Heinrich II. von Wolfratshausen am 13. August 1140 von des Herzogs jüngeren Bruder, Welf VI., bei der Belagerung der Valley angegriffen und in die Flucht geschlagen.

1231 wird Herzog Ludwig der Kelheimer aus dem Geschlecht der mit den Valleyern verwandten Wittelsbacher als Teilhaber an der Burg genannt. Nach dem Tod des letzten Grafen von Valley, Otto III., der 1268 verstorben ist, gelangte der Besitz vollständig an die Wittelsbacher. Diese übertrugen die Burg verschiedenen Verwaltern, zuerst den Ahaimern, welche die Burg in Ahamstein umbenannten. 1408 (bis 1564) wurde es ihnen wieder als Lehen übergeben unter der Bedingung, dass es wieder Valley benannt wurde, was dann auch geschah.[3]

1630 erwarb Wilhelm von Maxlrain die Burg. Nach dem Tod des letzten Maxlrainers 1734 kam sie an die Familie Tattenbach. Diese ließen sie um 1740 aufgrund von Baufälligkeit abtragen und errichteten auf dem Burggelände das Neue Schloss. Neben Grundmauerresten der alten Burg ist auch noch ein Mauerbogen zu erkennen. Von den Gebäuden der Burg blieb nur das Pflegamtsgebäude erhalten, das 1776 bis 1778 umgebaut und zur Abgrenzung vom Neuen Schloss als Altes Schloss bezeichnet wurde.

Literatur

  • Walburga Scherbaum: Die Grafen von Valley. In Ferdinand Kramer & Wilhelm Störmer (Hrsg.), Hochmittelalterliche Adelsfamilien in Altbayern, Franken und Schwaben (= Studien zur Bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte, Band XX), S. 271–301. Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München 2005. ISBN 376966874X (auch unter als PDF abrufbar).
  • Michael W. Weithmann: Inventar der Burgen Oberbayerns. 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bezirk Oberbayern, München 1995, S. 465 - 467.

Einzelnachweise

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