Burgthann
Gemeinde im Landkreis Nürnberger Land in Bayern (Süddeutschland)
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Burgthann (Fränkisch: „Burchdann“) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land in Bayern.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 21′ N, 11° 19′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
| Landkreis: | Nürnberger Land | |
| Höhe: | 400 m ü. NHN | |
| Fläche: | 39,19 km² | |
| Einwohner: | 11.466 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 293 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 90559 | |
| Vorwahlen: | 09183, 09188, 09187 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LAU, ESB, HEB, N, PEG | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 74 117 | |
| Gemeindegliederung: | 17 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Rathausplatz 1 90559 Burgthann | |
| Website: | www.burgthann.de | |
| Erster Bürgermeister: | Heinz Meyer (CSU) | |
| Lage der Gemeinde Burgthann im Landkreis Nürnberger Land | ||
Geographie
Lage

Die Gemeinde Burgthann liegt ca. 20 Kilometer südöstlich von Nürnberg zwischen dem Ludwig-Donau-Main-Kanal und dem Flüsschen Schwarzach. Sie ist die sich am weitesten nach Süden erstreckende Gemeinde des Landkreises Nürnberger Land, im Süden und Osten grenzt sie an den Regierungsbezirk Oberpfalz.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde Burgthann hat 17 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]
- Bachmühle (Weiler)
- Burgthann (Pfarrdorf)
- Dörlbach (Dorf)
- Ezelsdorf (Kirchdorf)
- Großvoggenhof (Dorf)
- Grub (Dorf)
- Heinleinshof (Weiler)
- Mimberg (Dorf)
- Oberferrieden (Pfarrdorf)
- Osterhof (Weiler)
- Pattenhofen (Dorf)
- Peunting (Dorf)
- Rübleinshof (Siedlung)
- Schwarzenbach (Dorf)
- Steinbach (Dorf)
- Unterferrieden (Kirchdorf)
- Westhaid (Weiler)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Burgthann, Dörlbach, Ezelsdorf, Grub, Oberferrieden (Gemarkungsteil 0), Schwarzenbach und Unterferrieden.[4] Die Gemarkung Burgthann hat eine Fläche von 7,531 km². Sie ist in 3658 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 2058,73 m² haben.[5] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Mimberg und Pattenhofen.[6]
Nachbargemeinden
Nachbarkommunen sind Altdorf bei Nürnberg im Norden, Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz im Osten, Postbauer-Heng im Südosten, die Marktgemeinde Pyrbaum im Südwesten und Schwarzenbruck im Westen.
Naturräumliche Zuordnung
Nach der naturräumlichen Gliederung Deutschlands (gemäß Meynen/Schmithüsen et al.) liegt Burgthann in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Fränkisches Keuper-Lias-Land, das Bestandteil des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes ist (nach Ssymank). Das Gemeindegebiet von Burgthann befindet sich in der naturräumlichen Haupteinheit Vorland der mittleren Frankenalb.[7][8]
Geologie

Die Geologie des stark profilierten Burgthanner Landschaftsraumes wird durch Schichten des Keupers und des Lias (Schwarzer Jura) bestimmt. Im Südosten des Gemeindegebiets, der an die Oberpfalz angrenzt, sind zudem Schichten des Braunjuras (Dogger) dominierend. Im Schwarzachtal haben sich quartäre Talfüllungen abgelagert. Entlang der Schwarzach kommen die Feuerletten aus dem Mittleren Keuper (Trossingen-Formation) vor. Dieser tiefrote Tonstein und Tonmergelstein weist lokal konglomeratische Kalksteinbänke und -knollen sowie sandige Einlagerungen auf. Die Feuerletten und die darüberliegenden Rhätoliasschichten aus der Schwarzjura-Gruppe bilden die erste, zum Steilanstieg der Frankenalb vermittelnde Schichtstufe (Schichtstufenlandschaft).
Die höchste Schicht stellt der Dogger im Gemeindegebiet dar. Ein Höhenzug verläuft von Westhaid in Richtung Gespannberg. Östlich von Ezelsdorf, Osterhof führt ein bogenförmiger Dogger-Ausläufer zum Gespannberg. Der Hochpunkt dieser hügeligen Landschaft bildet der östlich des Gemeindegebiets befindliche Dillberg, dessen Gipfel aus Schichten der Weißjura-Gruppe (Malm) aufgebaut ist und eine Höhe von 595 m ü. NHN aufweist.[9][10]
Der östlich von Ezelsdorf gelegene Brentenberg stellt die höchste Erhebung im Burgthanner Gemeindegebiet mit einer Höhe von 576 m ü. NHN dar.[11] Der Brentenberg besteht aus Dogger-Schichten der Eisensandstein-Formation.[9] Der Dogger Beta-Eisensandstein wurde vor rund 174 bis 170 Millionen Jahren in einem flachen Meer abgelagert und kann zwischen 20 und 80 Meter mächtig sein. Das Eisen wurde bereits frühzeitig von Menschen genutzt.[12]
Klima
Die Gemeinde liegt in der kühl-gemäßigten Klimazone und weist ein humides Klima auf. Die Burgthanner Landschaftsräume befinden sich im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima. Nach der Klimaklassifikation von Köppen/Geiger zählt Burgthann zum gemäßigten Ozeanklima (Cfb-Klima). Dabei bleibt die mittlere Lufttemperatur des wärmsten Monats unter 22 °C und die des kältesten Monats über −3 °C. Die Lias-Dogger-Landschaft erwärmt sich im Frühjahr und Herbst schneller als die wiesengeprägten Aueflächen entlang des Schwarzachtales.[13]
Geschichte
Mittelalter, Frühe Neuzeit und 19. Jahrhundert
Die Gründung der Gemeinde geht auf das 12. Jahrhundert zurück, als es im Umfeld der dort errichteten Burg Thann zur Gründung mehrerer Siedlungen kam. 1335 fiel das Gebiet des heutigen Burgthann an die Burggrafschaft Nürnberg. Während des Ersten Markgrafenkriegs (1449–1450) und im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) kam es zu zahlreichen Kampfhandlungen im Ort, welche die dortigen Bauten stark in Mitleidenschaft zogen. 1791 fiel das Stadtgebiet wiederum an Preußen; 1796 besetzten preußische Husaren Burgthann und das Umland. 1806 kam der Ort wieder unter bayrische Verwaltung.
20. Jahrhundert
In der Endphase des Zweiten Weltkriegs gab es zahlreiche Tieffliegerangriffe der Alliierten. Dabei wurden am 20. und 28. Februar 1945 auch Reisezüge auf der nahen Bahnstrecke Burgthann–Mimberg getroffen; die dabei Getöteten wurden auf dem örtlichen Friedhof begraben. Im April bereitete sich der Volkssturm auf Kämpfe mit der näherrückenden US-Armee vor und legte Schützengräben an. Am 16. April rückten amerikanische Truppen über Altenthann heran und forderten vorab, dass als Zeichen der Kapitulation weiße Flaggen oder Tücher gehisst werden sollten. Am 17. April zogen jedoch Soldaten der 17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“ in Burgthann ein und forderten von Bürgermeister Andreas Fischer, seit 1935 im Amt, die Flaggen wieder abzunehmen. Als dieser sich weigerte, wurde er von einem Soldaten der Waffen-SS erschossen. Ein späterer Prozess gegen den Soldaten wurde 1958 eingestellt, da er nach damals gültigem Recht (konkret dem sogenannten „Flaggenbefehl“) gehandelt habe.[14][15][16][Anm 1] Am 19. April gab es schwere Kämpfe um den Ort. Durch Straßenkämpfe und den Beschuss des Ortes wurden Dutzende Gebäude und Stallungen zerstört oder in Brand geschossen. Am Tag darauf verlagerten sich die Kämpfe in den heutigen Gemeindeteil Pattenhofen, ehe die SS-Truppen schließlich vertrieben wurden.[17]
Im Jahr 1968 ersetzten Straßenbezeichnungen die „alten“ Hausnummerierungen, die 1796 eingeführt worden waren.
Eingemeindungen
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Dörlbach, Ezelsdorf, Grub, Oberferrieden, Schwarzenbach und Unterferrieden eingegliedert. Hinzu kam der vorher zur Gemeinde Altenthann gehörende Gemeindeteil Pattenhofen.[18]








