Butanoncyanhydrin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Butanoncyanhydrin ist das von Butanon abgeleitete Cyanhydrin. Natürlich kommt es als Intermediat in der Biosynthese des cyanogenen Glycosids Lotaustralin sowie als Intermediat bei dessen Abbau unter Freisetzung von Cyanwasserstoff vor.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Butanoncyanhydrin
Vereinfachte Strukturformel ohne Stereochemie
Allgemeines
Name Butanoncyanhydrin
Andere Namen

2-Hydroxy-2-methylbutannitril

Summenformel C5H9NO
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 4111-08-4
EG-Nummer 223-892-5
ECHA-InfoCard 100.021.720
PubChem 97823
ChemSpider 88298
Wikidata Q27130207
Eigenschaften
Molare Masse 99,13 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Herstellung

Butanoncyanhydrin kann ausgehend von Butanon gewonnen werden. Durch Umsetzung mit Trimethylsilylcyanid und Zinkiodid wird zunächst der Trimethylsilylether erhalten. Durch Hydrolyse mit Salzsäure wird das Butanoncyanhydrin erhalten.[2]

Vorkommen

Butanoncyanhydrin ist das Aglycon des cyanogenen Glycosids Lotaustralin. Dieses kommt beispielsweise in Flachs vor. Wird das Lotaustralin durch ein entsprechendes Enzym hydrolysiert, wird das Butanoncyanhydrin frei und kann wiederum in Butanon und Cyanwasserstoff zersetzt werden.[3] Der Mechanismus der Cyanogenese ausgehend von Lotaustralin und über Butanoncyanhydrin kommt außerdem in Weißklee vor,[4] in mehreren Arten der Gattung Hevea,[5] in Maniok[6] und in der Limabohne.[7] Neben den genannten Pflanzen verfügen auch die Larven des Schmetterlings Sumpfhornklee-Widderchen über Lotaustralin und ein Enzym, um dieses zu Butanoncyanhydrin und Cyanwasserstoff abzubauen.[8]

Biosynthese

Butanoncyanhydrin ist ein Intermediat bei der Biosynthese von Lotaustralin. Der Mechanismus in Flachs wurde untersucht. Die Synthese geht von Isoleucin aus und verläuft wahrscheinlich über Isovaleraldoxim und Isovaleronitril.[9]

Einzelnachweise

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