Butterhorst

Ortsteil von Kalbe (Milde) From Wikipedia, the free encyclopedia

Butterhorst ist ein Ortsteil der Ortschaft Altmersleben und der Stadt Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Schnelle Fakten Stadt Kalbe (Milde) ...
Butterhorst
Koordinaten: 52° 41′ N, 11° 27′ O
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 2,73 km²[1]
Einwohner: 30 (31. Dez. 2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner/km²
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Eingemeindet nach: Altmersleben
Postleitzahl: 39624
Vorwahl: 039080
Butterhorst (Sachsen-Anhalt)
Butterhorst (Sachsen-Anhalt)
Lage von Butterhorst in Sachsen-Anhalt
Kapelle in Butterhorst
Kapelle in Butterhorst
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Geographie

Butterhorst, ein kleines Haufendorf mit Kirche, liegt etwa fünf Kilometer nordöstlich von Kalbe (Milde) in der Altmark. Das Dorf wird im Norden von der Unteren Milde und im Süden von der Milde umflossen. Im Norden und Osten liegt das Vogelschutzgebiet Milde-Niederung/Altmark. Östlich des Dorfes verläuft die Grenze des Landkreises Salzwedel.[3]

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Das Dorf Butterhorst wird 1289 erstmals als Horst erwähnt, als Markgraf Otto seine Lehensrechte über einem Hof dem Kloster Heilig-Geist vor Salzwedel überlassen hatte, nachdem die Familie von Visne ihm die Lehen darin aufgelassen hatte.[4] Auch im Jahre 1324 wird das Dorf als Horst erwähnt, als Hans und Heinecke von Kröcher das Schloss Kalbe mit den zugehörigen Dörfern an Albrecht von Alvensleben verkaufen.[5]

Weitere Nennungen sind 1323 villa Horst, 1551 Botterhorst, 1608 Botterhorst, 1687 Botterhorst[1] und 1804 Butterhorst, Dorf mit Hopfenanbau.[6]

Früher wurde im Dorf Hopfen und Tabak angebaut, Viehzucht betrieben, darunter eine Pferdezucht mit Beschälern aus Dänemark, aber auch Fischerei.[7]

Herkunft des Ortsnamens

Franz Mertens deutet die Silben des Namens „botter, potter“ als „Birkhuhn“ oder „Pötter“ für „Töpfer“ und „Horst“ als „Wall“.[8]

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörte das Dorf zum Arendseeischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag der Ort im Kanton Kalbe auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörte die Gemeinde ab 1816 zum Landkreis Salzwedel.[1]

Am 15. Juni 1950 wurde die Gemeinde Butterhorst in den Landkreis Gardelegen umgegliedert.[9] Kurz danach, am 20. Juli 1950, wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Butterhorst nach Altmersleben eingemeindet.[10]

Nach dem Zusammenschluss mehrerer Gemeinden am 1. Januar 2009 zur Einheitsgemeinde Stadt Kalbe (Milde) kam Butterhorst als Ortsteil zur neuen Ortschaft Altmersleben und zur Stadt Kalbe (Milde).[11]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
173433
177431
178946
179866
180170
181858
184072
Jahr Einwohner
186463
187163
188569
1892[00]55[12]
189551
1900[00]45[12]
190549
Jahr Einwohner
1910[00]062[12]
1925077
1939059
1946103
2015028
2016028
2017028
Jahr Einwohner
201827
2020[00]28[13]
2021[00]31[13]
2022[0]29[2]
2023[0]30[2]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946[1] und 2015 bis 2018[14]

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Butterhorst, die früher zur Pfarrei Altmersleben gehörte,[15] wird heute betreut vom Pfarrbereich Kalbe-Kakerbeck im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[16] Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Altmersleben stammen aus dem Jahre 1688.[17]

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Hildegard in Gardelegen im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.[18]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die ursprüngliche evangelische Kapelle aus Holz in Butterhorst stand bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie wurde durch einen klassizistischen Backsteinbau ohne Turm ersetzt.[19] Die Kirche war eine Filialkirche von Altmersleben.[15]

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 404–407, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 157 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 327, 28. Butterhorst (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Commons: Butterhorst – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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