Calamondinorange
Arthybride aus der Gattung Citrus
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Die Calamondinorange (Citrus ×microcarpa) ist eine Pflanze aus der Gattung der Zitruspflanzen (Citrus) innerhalb der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Sie ist eine in der Kultur entstandene Hybride aus der Mandarine (Citrus reticulata) und der Kumquat (Citrus japonica).
| Calamondinorange | ||||||||||||
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Calamondinorange (Citrus ×microcarpa) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Citrus ×microcarpa | ||||||||||||
| Bunge |
Auf den Philippinen wird sie Calamansi genannt (im Deutschen auch Kalamansi).
Im Englischen wird sie auch als „Panama orange“ bezeichnet.[1]
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Calamondinorange ist ein immergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen von 2 bis 7,5 Metern. Sie wächst aufrecht und hat eine schlanke, zylindrische Form. Sie entwickelt eine sehr tiefe Pfahlwurzel. Bereits über dem Boden verzweigt sie stark. Sie ist leicht bedornt.[2]
Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet und in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist schmal geflügelt. Die Blattspreite ist nicht einfach, sondern gefiedert mit nur einem ausgebildeten Blättchen. Die Blättchen sind 4 bis 7,5 Zentimeter lang, eiförmig und an der Spreitenspitze leicht gezahnt. Die Blattoberseite ist dunkel-grün und glänzend, die -unterseite gelblich-grün.[2]
Der Kultivar ‘Tiger’ hat weiß gefleckte und geränderte Laubblätter. Der Kultivar ‘Variegata’ hat weiß gesprenkelte Laubblätter und grüne Früchte mit gezeichneter Oberfläche.[3]
Generative Merkmale
Die Blüten stehen in den Blattachseln nahe der Zweigspitzen in razemösen oder einzeln oder in Gruppen von zwei oder drei Blüten endständig in zymösen Blütenständen.[2][4] Die Entwicklung der Knospen zu geöffneten Blüten dauert etwa 17 bis 23 Tage. Die duftenden, zwittrigen Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle.[4] Die fünf Petalen (Kronblätter) sind schmalelliptisch, circa 2,5 Zentimeter breit und weiß.[2] Die Blüten enthalten circa 20 fertile Staubblätter. Die Staubbeutel sind gelb und rundlich.[4]
Die Früchte verbleiben lange am Baum.[5] Es sind Hesperidien, wie bei allen Vertretern der Gattung Citrus.[6] Sie sind rundlich bis abgeflacht[2] und haben einen Durchmesser von durchschnittlich 2,8 Zentimetern[4] und maximal 4,5 Zentimetern.[2] Die Schale ist glänzend, dunkel- bis hell-grün[4] oder orange bis orange-rot und sehr dünn.[2] Sie ist mit vielen Öldrüsen besetzt und duftet stark. Bei Reife ist sie leicht abzulösen. Das Fruchtfleisch ist in sechs bis zehn Segmente geteilt. Es ist orange, sehr saftig und stark sauer. Die Früchte enthalten keine bis fünf kleine, innen grüne Samen.[2] Mit drei bis fünf Embryonen pro Samen sind diese polyembryonisch.[2][5]
Die Samen keimen hypogäisch und benötigen dafür etwa vier Wochen. Die Kotyledonen (Keimblätter) verbleiben in der Samenschale. Das Hypokotyl ist gebogen und verfärbt sich von weiß nach grün. Die Primärblätter sind gegenständig mit verkürztem Petiolus (Blattstiel).[7]
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[8]
- Ältere Pflanze
- Kultivar ‘Variegata’
- Blüte
- Früchte und Blätter
- Früchte, geerntet
Anbau
Die Calamondinorange hat eine gute Kältetoleranz und kann in wärmeren Regionen im Freien angebaut werden. In kälteren Gebieten gedeiht sie als Kübelpflanze im Haus und trägt ebenfalls Früchte. Zudem ist sie dekorativ, da die Früchte lange am Baum verbleiben.[9] Sie kann aus Samen gezogen werden, wird aber meist durch Stecklinge vermehrt.[2]
Die Calamondinorange wird vor allem auf den Philippinen angebaut. Auch in anderen Gebieten Südasiens und Südostasiens wird sie kultiviert.[10]
Veredelung
Die Calamondinorange kann auf unter anderem auf folgende Unterlagen veredelt werden:[11]
- Dreiblättrige Orange (Citrus trifoliata)
- Benton-Citrange
- Cleopatra-Mandarine
Als Unterlage eignet sie sich für:[12]
- Rangpur
- Oneco-Mandarine
- Echte Limette
- Meyer-Zitrone
- Limequat ‘Eustis’
- Satsuma
Systematik
Die Calamondinorange ist eine Hybride aus der Mandarine (Citrus reticulata) und der Kumquat (Citrus japonica).[13]
Die Erstbeschreibung erfolgte 1832 durch den Botaniker Alexander von Bunge als Citrus microcarpa.[14][15] Das Artepitheton microcarpa leitet sich vom altgriechischen Wort mikrokarpos ab und bedeutet „kleinfrüchtig“.[16]
1915 stellte Walter Tennyson Swingle die Kumquats und damit eine Elternart der Calamondinorange in die dafür neu geschaffene Gattung Fortunella.[17] Die Beschreibung der Nothogattung (Gattungshybride) ×Citrofortunella und der Calamodinorange als ×Citrofortunella mitis erfolgte 1973.[18] Die Umkombination zu ×Citrofortunella microcarpa wurde 1982 veröffentlicht.[15]
Neuere Untersuchungen legen nahe, dass Fortunella zur Gattung Citrus gehört. Dementsprechend entfällt die Einordnung in die Nothogattung ×Citrofortunella. Stattdessen wird die Calamondinorange wieder zur Gattung Citrus gezählt.
Die älteren Bezeichnungen sind Synonyme: Citrus ×mitis Blanco, ×Citrofortunella mitis (Blanco) J.W.Ingram & H.E.Moore, ×Citrofortunella microcarpa (Bunge) Wijnands,[19] Citrus madurensis Lour.[20]
- Elternarten der Calamondinorange
- Mandarine (Citrus reticulata)
- Frucht der Mandarine
- Kumquat (Citrus japonica)
- Frucht der Kumquat
Weitere Hybriden
Im Frühjahr 1909 kreuzte Walter Tennyson Swingle die Willits-Citrange mit der Calamondinorange. Die entstandene Hybride beschrieb er im August 1931 und bezeichnete sie als Glen-Citrangedin.[21]
Die Faustrimedin (Citrus ×oliveri Mabb.) ist eine Kreuzung von George W. Oliver zwischen der Australischen Fingerlimette und der Calamondinorange.[13]
Verwendung
Die Frucht wird unreif geerntet und kann sofort verzehrt werden, gewinnt aber durch Reifung an Süße und verändert die Schalenfarbe von grün nach orange. Die Schale kann mitgegessen werden und hat eine leicht bittere Geschmacksnote bei gleichzeitig größerer Süße.
Auf den Philippinen wird aus den Früchten der Saft gepresst, der als Würzmittel für traditionelle Gerichte dient. Die Früchte werden außerdem zu Getränken, Sirup, Süßigkeiten, Marmeladen, Chutneys, Kuchen, Pies und kleinen Broten verarbeitet. Die Frucht wird auch als Tee genutzt.[10][22]
Die ätherischen Öle aus der Schale finden als Lebensmittelzusatzstoffe, Duftstoffe sowie in Kosmetik und Pharmazie Verwendung.[22]