Calamondinorange

Arthybride der Gattung Citrus From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Calamondinorange (Citrus ×microcarpa) ist eine Pflanze aus der Gattung der Zitruspflanzen (Citrus) innerhalb der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Sie ist eine in der Kultur entstandene Hybride aus der Mandarine (Citrus reticulata) und der Kumquat (Citrus japonica).

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Calamondinorange

Calamondinorange (Citrus ×microcarpa)

Systematik
Malviden
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Rautengewächse (Rutaceae)
Unterfamilie: Aurantioideae
Gattung: Zitruspflanzen (Citrus)
Calamondinorange
Wissenschaftlicher Name
Citrus ×microcarpa
Bunge
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Auf den Philippinen wird sie Calamansi genannt (im Deutschen auch Kalamansi).

Im Englischen wird sie auch als „Panama orange“ bezeichnet.[1]

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Calamondinorange ist ein immergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen von 2 bis 7,5 Metern. Sie wächst aufrecht und hat eine schlanke, zylindrische Form. Sie entwickelt eine sehr tiefe Pfahlwurzel. Bereits über dem Boden verzweigt sie stark. Sie ist leicht bedornt.[2]

Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet und in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist schmal geflügelt. Die Blattspreite ist nicht einfach, sondern gefiedert mit nur einem ausgebildeten Blättchen. Die Blättchen sind 4 bis 7,5 Zentimeter lang, eiförmig und an der Spitze leicht gezahnt. Die Blattoberseite ist dunkel-grün und glänzend, die -unterseite gelblich-grün.[2]

Der Kultivar ‘Tiger’ hat weiß gefleckte und geränderte Laubblätter. Der Kultivar ‘Variegata’ hat weiß gesprenkelte Laubblätter und grüne Früchte mit gezeichneter Oberfläche.[3]

Generative Merkmale

Die Blüten stehen in den Blattachseln nahe der Zweigspitzen in razemösen oder einzeln oder in Gruppen von zwei oder drei Blüten endständig in zymösen Blütenständen.[2][4] Die Entwicklung der Knospen zu geöffneten Blüten dauert etwa 17 bis 23 Tage. Die duftenden, zwittrigen Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle.[4] Die fünf Petalen (Kronblätter) sind schmalelliptisch, circa 2,5 Zentimeter breit und weiß.[2] Die Blüten enthalten circa 20 fertile Staubblätter. Die Staubbeutel sind gelb und rundlich.[4]

Die Früchte verbleiben lange am Baum.[5] Es sind Hesperidien, wie bei allen Vertretern der Gattung Citrus.[6] Sie sind rundlich bis abgeflacht[2] und haben einen Durchmesser von durchschnittlich 2,8 Zentimetern[4] und maximal 4,5 Zentimetern.[2] Die Schale ist glänzend, dunkel- bis hellgrün[4] oder orange bis orangerot und sehr dünn.[2] Sie ist mit vielen Öldrüsen besetzt und duftet stark. Bei Reife ist sie leicht abzulösen. Das Fruchtfleisch ist in sechs bis zehn Segmente geteilt. Es ist orange, sehr saftig und stark sauer. Die Früchte enthalten keine bis fünf kleine, innen grüne Samen.[2] Mit drei bis fünf Embryonen pro Samen sind diese polyembryonisch.[2][5]

Die Samen keimen hypogäisch und benötigen dafür etwa vier Wochen. Die Kotyledonen (Keimblätter) verbleiben in der Samenschale. Das Hypokotyl ist gebogen und verfärbt sich von weiß nach grün. Die Primärblätter sind gegenständig mit verkürztem Petiolus (Blattstiel).[7]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18[8]

Anbau

Die Calamondinorange hat eine gute Kältetoleranz und kann in wärmeren Regionen im Freien angebaut werden. In kälteren Gebieten gedeiht sie auch als Kübelpflanze im Haus und trägt ebenfalls Früchte. Zudem ist sie sehr dekorativ, da die Früchte lange am Baum verbleiben.[9] Sie kann aus Samen gezogen werden, wird aber meistens durch Stecklinge vermehrt.[2]

Die Calamondinorange wird vor allem auf den Philippinen angebaut. Auch in anderen Gebieten Ostasiens und in der Karibik wird sie kultiviert.

Veredelung

Die Calamondinorange kann auf unter anderem auf folgende Unterlagen veredelt werden:[10]

Als Unterlage eignet sie sich für:[11]

Systematik

Die Calamondinorange ist eine Hybride aus der Mandarine (Citrus reticulata) und der Kumquat (Citrus japonica).[12]

Die Erstbeschreibung erfolgte 1832 durch den Botaniker Alexander von Bunge als Citrus microcarpa.[13][14] Das Artepitheton microcarpa leitet sich vom altgriechischen Wort mikrokarpos ab und bedeutet „kleinfrüchtig“.[15]

1915 stellte Walter Tennyson Swingle die Kumquats und damit eine Elternart der Calamondinorange in die dafür neu geschaffene Gattung Fortunella.[16] Die Beschreibung der Nothogattung (Gattungshybride) ×Citrofortunella und der Calamodinorange als ×Citrofortunella mitis erfolgte 1973.[17] Die Neukombination zu ×Citrofortunella microcarpa wurde 1982 veröffentlicht.[14]

Neuere Untersuchungen legen nahe, dass Fortunella zur Gattung Citrus gehört. Dementsprechend entfällt die Einordnung in die Nothogattung ×Citrofortunella. Stattdessen wird die Calamondinorange wieder zur Gattung Citrus gezählt.

Die älteren Bezeichnungen sind Synonyme: Citrus ×mitis Blanco, ×Citrofortunella mitis (Blanco) J.W.Ingram & H.E.Moore, ×Citrofortunella microcarpa (Bunge) Wijnands,[18] Citrus madurensis Lour.[19]

Einzelnachweise

Literatur

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