Camillo Pace
italienischer Theologe, Evangelist und Waisenhausleiter
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Camillo Pace (* 16. Mai 1862 in Paglieta; † 1948 in Pescara) war ein italienischer protestantischer Pastor. Er wurde für seine Leistungen der Evangelisierung sowie ab 1930 wegen seiner Bekanntmachungen zum Bestehen einer protestantischen, anti-nationalsozialistischen Widerstandsbewegung in Deutschland bekannt.
Leben und Wirken
In Pescara begegnete Camillo Pace dem Protestantismus und der Brüderbewegung.[1] Dort begann er auch Theologie zu studieren und vertiefte diese Interessen anschließend in London und Plymouth.
Ab 1889 engagierte sich Pace intensiv für die Evangelisierung der Abruzzen.[2] 1925 zog er von Pescara nach Florenz, wo er die Leitung des 1876 gegründeten Waisenhauses „Istituto Comandi“[3] – ein Zentrum zur Ausbildung von Waisen – übernahm.
1928 veröffentlichte er eine Abhandlung über Augustinus von Hippo.[4]
Ab 1930 war Pace Direktor der Zeitung Ebenezer des Istituto Comandi. Dort veröffentlichte er Beiträge zu sozialen und humanitären Aktivitäten und gab auch der protestantischen, anti-nationalsozialistischen Widerstandsbewegung in Deutschland eine Stimme. Während seiner Jugend – bevor er sich dem evangelischen Glauben zuwandte – war Pace Mitglied einer Freimaurerloge gewesen.[5] Aufgrund dessen und wegen seiner Predigten gegen den Krieg wurde er ab 1939 als Antifaschist beschuldigt[6] und bis zu seiner Deportation 1942 nach Kalabrien verfolgt.[7] Mit Ende des Krieges kehrte er nach Pescara zurück.
Camillo war Vater von fünf Kindern; unter anderem Aurelio Pace,[8] Historiker afrikanischer Geschichte der UNESCO und Vater des Künstlers Joseph Pace.[9]
Literatur
- Camillo Pace: San’Agostino. Vescovo d’Ippona, Dottore della Chiesa. Casa Editrice Sonzogno, Mailand 1928 (online).
- Marcella Fanelli: Passeggiata lungo il XX secolo. Edizioni GUB, Claudiana, Turin 2001.
- Giorgio Spini: Italia di Mussolini e Protestanti. Claudiana, Turin 2007 (Rezension von Andrea Diprose).
- Marcello Paris: Joseph Pace Filtranisme. Equitazione & Ambiente Arte, Rom 2008.