Camocim
Gemeinde im Bundesstaat Ceará, Brasilien
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Camocim ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Ceará im Nordosten des Landes. Sie liegt an der Atlantikküste im Nordwesten des Bundesstaates. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 65.000 geschätzt.[3]
| Município de Camocim Camocim | |||
|---|---|---|---|
Küstengebiet | |||
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| Koordinaten | 2° 54′ S, 40° 51′ W | ||
| Symbole | |||
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| Gründung | 29. September 1879[1] | ||
| Basisdaten | |||
| Staat | Brasilien | ||
| Bundesstaat | Ceará | ||
| ISO 3166-2 | BR-CE | ||
| Região intermediária | Sobral (seit 2017) | ||
| Região imediata | Camocim (seit 2017) | ||
| Höhe | 8 m | ||
| Gewässer | Rio Coreaú | ||
| Klima | tropisches Klima | ||
| Fläche | 1.120,4 km² | ||
| Einwohner | 65.251 (2025[2]) | ||
| Dichte | 58,2 Ew./km² | ||
| Zeitzone | UTC−3 | ||
| Website | www.camocim.ce.gov.br (brasilianisches Portugiesisch) | ||
| Wirtschaft | |||
| BIP | 982.886 Tsd. R$ 15.770 R$ pro Kopf (2023) | ||
| HDI | 0,628 (2010) | ||
Geografie und Klima
Camocim liegt im Nordwesten des Bundesstaates Ceará auf einer Höhe von etwa 8 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde befindet sich an der Mündung des Rio Coreaú in den Atlantik.
Das Klima ist tropisch mit hohen Temperaturen und saisonalen Niederschlägen. Die Durchschnittstemperaturen liegen meist zwischen 25 und 33 °C.[4] Die Landschaft ist geprägt von Küstenebenen, Dünen, Lagunen und Mangrovengebieten.
Geschichte
Das Gebiet wurde im 17. Jahrhundert durch portugiesische Kolonisatoren erschlossen. 1877 hieß die Region Barra do Camocim und gehörte zur Gemeinde Granja. Im Juni des folgenden Jahres ordnete Stadtrat João Lins Vieira den Bau einer Eisenbahnlinie nach Sobral an, um die Auswirkungen der Dürre zu lindern.[5] Die Eisenbahn und der lokale Hafen machte die Gemeinde zu einem wichtigen Punkt für den Export.
1879 wurde Camocim offiziell zur Gemeinde erhoben.[6] In der Folgezeit spielte die Stadt eine bedeutende Rolle im regionalen Handel, insbesondere durch den Export landwirtschaftlicher Produkte.
Camocim war einer der Hochburgen der Kommunistische Partei Brasiliens in Ceará. Am 24. Juni 1936 wurden zwei kommunistische Aktivisten von der Polizei erschossen; dieses Ereignis ging als Massaker von Salgadinho in die Geschichte ein. Die Partei zählte zu dieser Zeit über achthundert Mitglieder.[7]
Im 20. Jahrhundert verlor der Hafen und die Fischerei für die lokale Wirtschaft an Bedeutung, während der Tourismus an Einfluss gewann.
Demografie
Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 65.000 Personen geschätzt. Über 70 Prozent der Bevölkerung sind ethnisch vermischter Abstammung.[8]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1960 | 28.963 |
| 1980 | 46.004 |
| 1991 | 51.035 |
| 2000 | 55.448 |
| 2010 | 60.158 |
| 2022 | 62.326 |
| Volkszählungen | |
Wirtschaft
Die Wirtschaft von Camocim basiert auf Fischerei, Tourismus, Handel und Dienstleistungen. Die Küstenlage macht die Gemeinde zu einem wichtigen Zentrum der Fischerei in der Region. Die Stadt verfügt über einen eigenen Hafen, der heute hauptsächlich für die Fischerei genutzt wird.[9]
Darüber hinaus gewinnt der Tourismus zunehmend an Bedeutung, insbesondere durch die Strände und Naturlandschaften der Umgebung.
Religion
Camocim gehört zum römisch-katholischen Bistum Sobral. Neben der katholischen Kirche sind auch evangelische Gemeinden vertreten.

