Carbidopa

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Carbidopa ist ein L-DOPA-Decarboxylasehemmer, der in Kombination mit dem Botenstoffvorläufer L-DOPA (Levodopa) zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt wird. Carbidopa hemmt außerhalb des zentralen Nervensystems die Verstoffwechselung (Metabolisierung) von L-DOPA. Die Kombination Levodopa + Carbidopa wurde 1977 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation aufgenommen.[6] Carbidopa wurde als Decarboxylase-Inhibitor 1961, 1963, 1969 und 1971 von MSD patentiert.[4]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Carbidopa
Allgemeines
Freiname Carbidopa[1][2]
Andere Namen
  • (S)-3-(3,4-Dihydroxyphenyl)-2-hydrazinyl-2-methyl-propansäure
  • (2S)-3-(3,4-Dihydroxyphenyl)-2-hydrazino-2-methylpropionsäure (IUPAC)
  • (–)-L-α-Hydrazin-3,4-dihydroxy-α-methylhydrozimtsäure (WHO)
Summenformel
  • C10H14N2O4
  • C10H14N2O4·H2O
Kurzbeschreibung

weißes bis gelblich weißes Pulver (Carbidopa·Monohydrat)[3]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 249-271-9
ECHA-InfoCard 100.044.778
PubChem 34359
ChemSpider 31640
DrugBank DB00190
Wikidata Q71133637
Arzneistoffangaben
ATC-Code
Wirkstoffklasse

L-DOPA-Decarboxylasehemmer

Eigenschaften
Molare Masse
  • 226,23 g·mol−1 (Carbidopa)
  • 244,24 g·mol−1 (Carbidopa·Monohydrat)
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

203–205 °C (Zersetzung)[4]

Löslichkeit

schwer löslich in Wasser, sehr schwer löslich in Ethanol, praktisch unlöslich in Dichlormethan, löslich in verdünnten Mineralsäuren (Carbidopa·Monohydrat)[3]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[5]

Monohydrat

Achtung

H- und P-Sätze H: 319
P: 305+351+338[5]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Eigenschaften

Carbidopa hat ein chirales C-Atom. Es liegt in der (S)-Konfiguration vor.

Pharmakologie

Carbidopa verhindert selektiv die Umwandlung von L-DOPA zu Dopamin in der Peripherie; letzteres kann die Blut-Hirn-Schranke allerdings nicht durchdringen.[7] Mit der Zugabe von Carbidopa kann weniger Levodopa verabreicht werden, da ohne die periphere Decarboxylierungshemmung ansonsten 95 % des verabreichten Levodopas außerhalb des Gehirns decarboxyliert würde. Zudem gibt es weniger Nebenwirkungen, die auf die periphere Bildung von Dopamin (sowie Noradrenalin und Adrenalin) zurückgehen; dazu gehören Übelkeit und Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, orthostatische Dysregulationen und Nykturie.

Sonstiges

Die erste Carbidopa/Levodopa-Kombinationstherapie in den USA wurde 1975 von der Food and Drug Administration (FDA) unter dem Namen Sinemet (MSD) zur Parkinson-Behandlung zugelassen.[8] In den UK war das Arzneimittel ab 1973 zugelassen.[9]

Handelsnamen

  • Kombination mit Levodopa: Duodopa (D, A, CH), Isicom (D), Levobeta (D), Levo-C (D), LevoCar (A), LevoCarb (D), Levocomp (D), Nacom (D), Sinemet (A, CH), Striaton (D), weitere Generika
  • Kombination mit Levodopa und Entacapon: Stalevo (D, A, CH)

Einzelnachweise

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