Carcoforo

italienische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Carcoforo (piemontesisch Carcòfo) ist eine italienische Gemeinde in der Provinz Vercelli (VC), Region Piemont. Carcoforo wurde 1991 vom Magazin Airone zum „Idealen Dorf Italiens“ gewählt

Schnelle Fakten
Carcoforo
Carcoforo (Italien)
Carcoforo (Italien)
Staat Italien
Region Piemont
Provinz Vercelli (VC)
Koordinaten 45° 54′ N,  3′ O
Höhe 1304 m s.l.m.
Fläche 22 km²
Einwohner 72 (31. Dez. 2024)[1]
Fraktionen Badile, Tetto Minocco
Postleitzahl 13026
Vorwahl 0163
ISTAT-Nummer 002029
Bezeichnung der Bewohner Carcoforesi/Kirchofer
Website Gemeinde Carcofore

Lage der Gemeinde Carcoforo in der Provinz Vercelli
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Lage und Einwohner

Carcoforo liegt knapp 100 km nördlich von der Provinzhauptstadt Vercelli und hat 72 Einwohner (Stand 31. Dezember 2024). Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 22 km² und liegt zuhinterst im Valsesiatal und ist mit 1'304m die höchstgelegene Siedlung des Tales[2] und gehört zum Naturpark Alta Valsesia. Die Siedlung ist eine Walserkolonie.[3] Das Dorf, dessen Geschichte stark von Landwirtschaft und Viehzucht geprägt ist, ist heute ein beliebtes Touristenziel, das für den Erhalt seiner Natur- und Kulturlandschaft bekannt ist.[4]

Die Nachbargemeinden sind Alto Sermenza, Bannio Anzino, Ceppo Morelli, Fobello und Macugnaga.

Bevölkerungsentwicklung

Verkehrsanbindung

Carcoforo ist über die Provinzstraßen SP124, SP10 und SP 299, nach rund 60 Kilometer mit der Autostrada A26 bei Ghemme verbunden. In Varallo zweigt die Straße in Richtung Omegna (55 km) und weiter nach Domodossola (95 km).

Im 28 Kilometer entfernten Varallo ist der Endbahnhof der Bahnstrecke Novara-Varallo. Sie wird derzeit aber nur als Touristenbahn und für den Güterverkehr auf dem Abschnitt Novara–Romagnano Sesia genutzt. Die Wiedereröffnung für den Regionalverkehr ist jedoch bis 2026 geplant. Die Modernisierungsarbeiten zur Vorbereitung auf die Wiederaufnahme des Regionalverkehrs begannen im Januar 2024.[5]

Haus in Carcoforo
Carcoforo Panorama
Dorfzentrum

Geschichte

Das erste Dokument, in dem die Gemeinde Carcoforo erwähnt wir stammt aus dem Jahr 1383 und wird derzeit im Staatsarchiv von Varallo aufbewahrt. Es ist ein Pergament, wo eine Alm namens “Carchoffeni-Alpen”, das später von der Walserbevölkerung koloniniert wird, die aus Macugnaga in das Tal kam. Die Walser, ein antikes Volk germanischer Herkunft, wahrscheinlich gebürtig aus dem Oberwallis, das nach und nach die höchsten Täler des Monte Rosa zwischen Piemont und dem Aostatal besetzt hat. Auch heute noch bewahren die Walser ihre Sprache, ihre Traditionen und eine besondere Bautechnik, die im gesamten Alpenraum einzigartig ist.

Durch Lawinen, Überschwemmungen und Brände wird diese kleine Siedlung oft verwüstet, wie in mehreren Manuskripten dokumentiert ist. Einer der verheerendsten Brände ereignete sich im Jahr 1863 und zerstörte die meisten älteren Häuser, die Bewohner lebten jedoch weiterhin im Tal.

Früher war der einzige Zugangsweg, der das Dorf mit dem Talboden verband, ein Saumpfad, der am rechten Ufer des Egua-Baches entlangführte, und erst 1932 wurde eine Straße gebaut, die das Leben der Bewohner etwas erleichterte und den Handel und die ersten Formen des Tourismus förderte. Das Lawinenproblem ist immer noch sehr präsent und im Winter kommt es oft vor, dass die Gemeinde isoliert bleibt und mit Hubschraubern mit den notwendigen Vorräten versorgt wird.[6]

Veranstaltungen

Im März 2012 fand hier die Europameisterschaft im Wintertriathlon statt.

Commons: Carcoforo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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