Carl Wexel
Schauspieler, Komiker, Regisseur und Schriftsteller (1819-1886)
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Karl Wexel, auch Carl Gottlieb Wexel, Pseudonym A. Haßwehr[1] (geboren 1. März 1819 in Hannover; gestorben 6. April 1886 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller, Bühnenautor,[2] Komiker, Theaterschauspieler und -regisseur.[1]
Leben

Carl Wexel war der Sohn des Grenadiers Bernhard Wexel und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Ziegenmeyer.[3] Er machte eine Ausbildung als Drucker, bevor er zum Theater wechselte. Bereits im Alter von etwa 15 Jahren wirkte er ab 1836 als Schauspieler in Düsseldorf[4] und dort noch im ersten Jahr der Deutschen Revolution 1848/1849.[1]
Weitere Engagements erhielt Wexel in Elberfeld, Köln, Riga, Königsberg sowie in Berlin bei dem Callenbach’schen Vaudeville-Theater von Carli Callenbach sowie beim Germaniatheater.[4]
Zu Wechsels Autorenschaft zählen die Bearbeitung des Romans Das Geheimnis der alten Mamsell von Eugenie Marlitt 1865 für die Bühne.[2] Aus demselben Jahr hat sich in der Universitätsbibliothek Thüringen ein handschriftlicher Brief Wexels an Friedrich Theodor von Vischer erhalten.[5]
1868 war Wexel als Erster Komiker am Berliner Woltersdorff-Theater engagiert und verfasste im selben Jahr seinen Schwank Schofelmann und seine Pappenheimer.[6]
1873 heiratete er in der Berliner Jerusalemkirche die 27 Jahre jüngere Louise Müller (1847–1936).[7]
1874 war er am Berliner Königsstädtischen Theater als Schriftführer und Regisseur tätig, während seine Ehefrau Louise Wexel dort als Schauspielerin agierte.[8]
Wexel starb 1886 im Alter von 67 Jahren in seiner Berliner Wohnung.[3]
Werke (Auswahl)
- Pöpüta, oder: Eine spanische Fliege: Schwank mit Gesang und Tanz in 1 Akt, dem Theater-Vereins-Büreau von C. Close zur Versendung übergeben, aus dem Spanischen übersetzt, Berlin: Schnellpressendruck E. Litfaß, Adlerstraße 6, 1853; Google-Books; Digitalisat
- Goethe’s Faust, in Bezug auf Scenerie und Bühnendarstellung, Breslau: Selbstverlag des Verfassers, 1857; Google-Books
- Soll und Haben. Schauspiel in 5 Akten nach dem gleichnamigen Roman von G. Freytag, 1859[1]
- Schofelmann und seine Pappenheimer. Leiden und Freuden eines Schauspieldirectors, Irrfahrten, Kreuz- und Querzüge, Ränke und Schwänke wandernder Comödianten, Berlin: Verlag von R. Wegener, 1868; Google-Books
- Carl Wexel, Rhingulph Wegener: Montecchi und Capuletti oder: Die Reise nach Constantinopel. Genrebild in 5 Akten nach Fritz Reuter ... (etc.), Berlin: Druck von U. J. Obst, Adlerstraße 14, 1869; Google-Books
- August Conradi, Carl Wexel, Rhingulph Wegener: Ein Gelehrter des Kladderadatsch. Original-Posse mit Gesang in 5 Akten, 1869
- Carl Wexel, E. J. Müller: Des Lorle’s Reinhard, oder Dreißig Jahre später. Fortsetzung von: Dorf und Stadt. Schauspiel in 4 Akten, mit freier Benutzung des Romans von Berthold Auerbach: Nach dreißig Jahren, 1870
- Carl Wexel, Fritz Reuter, Rhingulf Eduard Wegener: Aus der Franzosenzeit: komisches Zeitbild in 4 Akten, 1870
- C. Wexel, F. Bruno (Text), Musik von Rudolf Bial: Ein Soldat: Singspiel in einem Act. Am Wallner-Theater in Berlin mit entschiedenem Beifall gegeben, Berlin: Bittner 1871; Digitalisat
- Carl Wexel, E. Werner: Ein Held der Feder. Schauspiel in 5 Acten, 1872
- Der Loder vom Lindhamerhof. Ländliches Charactergemälde in 2 Abtheilungen und 4 Acten nach Hermann Schmidt’s Erzählung in der Gartenlaube. Gleichzeitiges Repertoire-Stück des Réunion-Theaters und des Varieté-Theaters in Berlin, Berlin: Druck von R. Bittner, Leipzigerstraße 107, 1873; Google-Books
- Carl Wexel, Berthold Auerbach: Das Landhaus am Rhein. Schauspiel in 5 Akten nach Berthold Auerbach’s Roman ..., Berlin: Druck von R. Bittner, Leipziger Straße 107, 1874; Google-Books
- Karl Wexel, Karl von Holtei: Die weiblichen Drillinge. Schwank mit Gesang in 1 Act, 1875
- Schutt und Trümmer, 1877[2]
- Theodor Döring als Mensch und Künstler. Blätter der Erinnerung, 1878; Digitalisat
- Licht und Schatten, 1882[2]
- Der Herr Professor. Schwank in 1 Akt. Mit freier Benutzung einer Lebrunschen Idee, 1888
posthum:
- Carl Wexel, Rhingulf Eduard Wegener: Onkel Bräsig. Lebensbild in 5 Akten nach Fritz Reuter’s „Stromtid“, Berlin: Schiller-Theater; Wallner-Theater, 1918
Bühnenbearbeitung:
- Das Geheimnis der alten Mamsell nach E. Marlitt[2]
Literatur
- Wilhelm Kosch, Ingrid Bigler-Marschall: Deutsches Theater-Lexikon. Band 6: Weisbrod–Wolansky. K. G. Saur Verlag, Zürich / München 2008, ISBN 978-3-908255-46-8, S. 3292 (google.de).