Carlo Clemens

deutscher Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Carlo Clemens (* 3. September 1989 in Bamberg) ist ein nordrhein-westfälischer Landespolitiker der Partei Alternative für Deutschland (AfD). Er war von 2021 bis 2022 Bundesvorsitzender der Jungen Alternative für Deutschland (JA), der damaligen Jugendorganisation der AfD, und von 2022 bis 2024 Beisitzer im Bundesvorstand der AfD. Er ist seit 2022 Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Westfalen.

Werdegang

Carlo Clemens wuchs in Offenbach auf,[1] schloss die Schule 2006 zunächst mit der Mittleren Reife ab und erlangte 2009 in Offenbach das Abitur. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr im Bereich der Schulsozialarbeit in Frankfurt am Main begann Clemens 2010 ein Lehramtsstudium der Fächer Deutsch und Geschichte an der Universität zu Köln, mit einem Auslandsaufenthalt an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne im Jahr 2014.[2] Das Studium beendete er mit dem Ersten Staatsexamen. Wie mehrere andere heute führende Parteifunktionäre und Mandatsträger der AfD interessierte sich Clemens bereits zu dieser Zeit für rechte Debatten und bezog „aus naivem Interesse“ (wie er selbst 2026 nach dem Bekanntwerden des Bezugs durch ein Datenleck erklärte) ein Probeexemplar der von NPD-Politikern herausgegebenen „radikal rechten Zeitung“ (Untertitel) Hier & Jetzt, die als Plattform einer rechten Sammlungsbewegung konzipiert war.[3] In diesem Bereich war Clemens jahrelang als freier Autor aktiv und schrieb unter anderem für die neurechte Zeitung Blaue Narzisse (bis 2014) und rechtsgerichtete Blätter wie die Junge Freiheit und die nationalkonservative Preußische Allgemeine Zeitung.[4]

Politik

Clemens trat im Herbst 2013 in die AfD ein.[1] Im Jahr 2013 und von 2015 bis 2017 war er Mitglied des Kreisvorstands des AfD-Kreisverbands Köln. Clemens gehörte von 2020 bis 2022 dem Stadtrat von Bergisch Gladbach an und gab sein Ratsmandat nach seiner Wahl in den Landtag ab. Im Stadtrat ist er weiterhin als sachkundiger Bürger im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss tätig.

Von 2017 bis 2021 war er Landesvorsitzender der Jungen Alternative Nordrhein-Westfalen. Am 18. April 2021 wurde er Vorsitzender der Jungen Alternative für Deutschland, zunächst als einer von zwei gleichberechtigten Vorsitzenden gemeinsam mit Marvin Neumann, bis dieser nach rechtsextremen und rassistischen Äußerungen zurücktreten musste und die AfD verließ. Von 2018 bis Mai 2022 war Clemens als wissenschaftlicher Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Jochen Haug beschäftigt.[5]

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 15. Mai 2022 stand Clemens als Direktkandidat der AfD im Landtagswahlkreis Rheinisch-Bergischer Kreis II und auf Platz 8 der AfD-Landesliste.[5][6] Er zog über die Landesliste in den Landtag ein.

Wegen der von Clemens organisierten „Märchenwald-Demo“ im Reinhardswald Ende März 2022, einer unangemeldeten Protestveranstaltung in der Nähe von Kassel, ermittelte im Herbst 2022 die Staatsanwaltschaft Kassel gegen ihn, und seine politische Immunität wurde vom nordrhein-westfälischen Landtag aufgehoben.[7] Im Oktober 2022 trat Clemens nicht erneut für das Amt des Bundesvorsitzenden für die Junge Alternative an und wurde in dieser Position von Hannes Gnauck abgelöst. Von 2022 bis 2024 war er Beisitzer im Bundesvorstand der AfD.[1]

Im Landtag ist er Sprecher der AfD-Fraktion im Ausschuss für Schule und Bildung sowie im Ausschuss für Bauen, Wohnen und Digitalisierung. Clemens ist zudem ordentliches Mitglied im Unterausschuss Landesbetriebe und Sondervermögen des Haushalts- und Finanzausschusses sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend.[8] Clemens war auch Sprecher seiner Fraktion in der Enquetekommission I „Chancengleichheit in der Bildung“.[9]

Privates

Clemens’ Mutter stammt von den Philippinen, seine Ehefrau ist Polin.[10] Clemens lebt mit seiner Familie in Bergisch Gladbach und ist zweifacher Vater.[1][11]

Im Februar 2026 gab Clemens auf seinen Social-Media-Kanälen bekannt, nach Ablauf der Legislaturperiode 2027 nicht wieder für den Landtag zu kandidieren und seine politische Karriere zu beenden. Als Gründe gab er an, sich „abseits der Politik“ etwas Neues aufbauen und verstärkt seiner Familie widmen zu wollen.[12]

Literatur

  • Porträt: Carlo Clemens (AfD), in: Landtag intern, Ausgabe 1/25 vom 4. Februar 2025, S. 18 f.

Einzelnachweise

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