Carol Fran
US-amerikanische Sängerin
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Carol Fran (* 23. Oktober 1933 in Lafayette, Louisiana, USA als Carol Augustus Anthony; † 1. September 2021 ebenda) war eine US-amerikanische Bluessängerin, Pianistin und Songwriterin.

Biografie
Carol Augustus Anthony wurde am 23. Oktober 1933 in Lafayette (Louisiana) geboren. Sie sprach neben Englisch auch Kreol-Französisch und begann als Kind, Klavier zu spielen. Ihre Musikkarriere begann sie mit 15 Jahren als Jump-Blues-Sängerin im Don Conway Orchestra und in der Band von Joe Lutcher. 1951 zog sie nach New Orleans. Dort heiratete sie den Saxofonisten Bob Francois, woraus sich ihr Künstlername Carol Fran ableitete. Fran etablierte sich musikalisch in der Bourbon Street in New Orleans; zeitweise lebte und musizierte sie in Mexiko. Ihre Debütsingle Emmitt Lee, von Fran selbst verfasst, wurde 1957 aufgenommen und von Excello Records veröffentlicht; drei weitere Singles folgten, die jedoch hinter den Erwartungen zurückblieben. 1958 ging Fran mit Guitar Slim auf Tour. Nach dessen Tod im Jahr 1959 trat sie unter anderem mit Nappy Brown, Lee Dorsey und Joe Tex auf.[1][2][3][4]
Zu Frans nächsten Veröffentlichungen zählen Coverversionen von The Great Pretender (1962, Lyric Records, Original von The Platters 1955) und Crying in the Chapel (1964, Port Records, Original von Darrel Glenn 1953). Der Erfolg von Crying in the Chapel wurde jedoch durch die Version Elvis Presleys (1965) gebremst. Die Nachfolgesingles You Can’t Stop Me, A World Without You und Any Day Love Walks In brachten nicht den gewünschten Erfolg, und so kehrte Fran auf die Bühne der Clubs zurück.[1][2]
1967 veröffentlichte sie bei Roulette Records eine Version von Brook Bentons So Close. Weitere Aufnahmen für Roulette blieben jedoch unveröffentlicht. Entmutigt konzentrierte sie sich auf Auftritte in Clubs in Louisiana. 1982 traf Fran den Session-Gitarristen Clarence Hollimon wieder, einen Verehrer aus früheren Jahren. Ein Jahr später heirateten sie und zogen nach Texas. Sie veröffentlichten gemeinsam vier Alben – Soul Sensation! (1992), See There! (1994), Woman in (E)motion (1995) sowie It’s About Time (2000) – und tourten in den Staaten und in Europa. Hollimon starb jedoch im Jahr 2000 und Fran zog zurück nach Lafayette. Ihr erstes Soloalbum Fran-tastic nahm sie im Oktober 2001 in New Orleans auf; es erschien im darauffolgenden Jahr.[1][2][3][4]
2007 erlitt Fran einen Schlaganfall, trat ab 2008 jedoch weiterhin bei Festivals und in Clubs auf, oft begleitet von anderen Bluesveteranen aus Lafayette wie Lil’ Buck Sinegal, Major Handy oder Lee Allen Zero. Sie wurde zweimal für einen Blues Music Award nominiert (1993 und 2001), erhielt eine National Heritage Fellowship des National Endowment for the Arts und war in einigen Filmdokumentationen zu sehen.[2][3][4] 2020 veröffentlichte Carol Fran nach 18 Jahren ihr erstes neu aufgenommenes Album mit dem Titel All Of My Life: The Saint Agnes Sessions. Es erschien als LP bei der Jazz Foundation of America.[2]
Carol Fran starb am 1. September 2021 im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer COVID-19-Erkrankung.[1][4]
Auszeichnungen
- 1993 und 2001: Nominierung für einen Blues Music Award in der Kategorie „Female Artist of the Year“[3]
- 2006: Louisiana Governors Arts Awards as Folk Artist of the Year[3]
- 2008: Lafayette City-Parish Council Distinguished Citizen Award und Outstanding Jazz Vocalist Award[3]
- 2012: Slim Harpo Blues Award for Female Legend of the Year[3]
- 2013: National Heritage Fellowship des National Endowment for the Arts[3]
Filmografie
- 2015: I Am the Blues
- 2006: Le Bleu Bleus[2]
- 2020: Carol Fran: Tous Les Jours C’est Pas La Même, Every Day Is Not The Same[2][5]
Weblinks
- Carol Fran bei AllMusic (englisch)
- Carol Fran bei Discogs
- Carol Fran bei IMDb
- Carol Fran – I’m Gonna Try auf YouTube