Carolina Brauckmann

deutsche Liedermacherin und Historikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Carolina Brauckmann (* 26. Juni 1954) ist eine deutsche Liedermacherin und Historikerin. Sie produzierte ab Beginn der 1980er Jahre mehr als 100 deutschsprachige Songs und gilt als eine der bekanntesten lesbische Liedermacherinnen Deutschlands. Sie wird auch die „Grande Dame des lesbischen Chansons“ genannt.[1]

Carolina Brauckmann, 2025

Werdegang

Brauckmann wuchs als jüngstes von sechs Kindern[2] in Lüdenscheid auf. Nach dem Abitur 1975 studierte sie in Freiburg im Breisgau Germanistik, Geschichte und Anglistik an der Albert-Ludwigs-Universität. In dieser Zeit war sie u. a. sechs Jahre lang Mitglied in der Redaktion der Freiburger Frauenzeitung[2] und engagierte sich in der Frauenlesbenbewegung. Gemeinsam mit Sully Roecken forschte sie im Stadtarchiv Freiburg. Die beiden Wissenschaftlerinnen publizierten 1989 das Werk Margaretha Jedefrau, das sich mit Geschlechtergeschichte auseinandersetzt und überregional beachtet wurde.[3] Danach arbeitete sie sieben Jahre im Feministischen Archiv in Köln (heute FrauenMediaTurm).

Von 2003 bis 2024 war Carolina Brauckmann Mitarbeiterin in der LSBT Beratungseinrichtung rubicon in Köln. Dort entwickelte sie die kommunale Seniorinnenarbeit für lesbische Frauen. Daran anschließend leitete sie gemeinsam mit Georg Roth zwölf Jahre die Fachberatung für gleichgeschlechtliche Lebensweisen in der Seniorenarbeit in NRW[4]

Musik

1982 veröffentlichte sie Carolina Brauckmann ihr erstes Album Satirische Lesbengesänge rund um die Lebenswelt lesbischer Frauen und gab 1983 ihr Bühnendebüt als Sängerin. Als Besonderheit ihres Stils wird in der Rückschau die Kombination aus lesbischem Leben und Humor herausgestellt.[5][6] Es folgten 1986 das zweite Album und nach einer Pause von acht Jahren vier weitere Alben. Im Laufe ihrer mehr als dreißigjährigen Laufbahn als Liedermacherin gab sie zahlreiche Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowohl in alternativen oder subkulturellen Räumen – wie etwa noch in den 80ern in besetzten Häusern – als auch überregional in etablierten Häusern wie dem Jazzhaus Freiburg oder dem Kulturzentrum Schlachthof in Kassel.

Engagement

Brauckmann wirkte mit bei i.d.a. -Netzwerk Deutschsprachiger Frauen- und Lesbenarchive. Sie war Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des bundesweiten Netzwerkes Seglerinnen, der Amigas - Netzwerk lesbischer Unternehmerinnen und Freiberuflerinnen und der ARCUS-Stiftung. Während ihrer Mitgliedschaft in der Stadt-AG Queerpolitik der Stadt Köln gründete sie den Arbeitskreis lesbische Sichtbarkeit. 2004 initiierte sie gemeinsam mit weiteren Aktivistinnen das bundesweite Netzwerk Lesben und Alter. Von 2015 bis 2025 vertrat sie im Vorstand des 2009 gegründeten Dachverbandes Lesben und Alter e.V. die Anliegen älterer lesbischer Frauen. Brauckmann übernimmt Stadtführungen für den Kölner Frauengeschichtsverein und ist im Beratungsgremium Kölner Frauen*-Stadtplan der Stiftung Frauen*Leben aktiv.

Auszeichnungen

2003 erhielt sie den Osnabrücker Rosa-Courage-Preis[7] des ältesten kontinuierlich stattfindenden schwul-lesbischen Kulturfestivals in Deutschland. 2023 wurde sie mit CSD-Ehrenpreis des Cologne Pride ausgezeichnet.[8]

Brauckmann gilt als eine der bekanntesten lesbischen Liedermacherinnen Deutschlands. Sie lebt und arbeitet in Köln.[9]

Diskographie

  • Satirische Lesbengesänge Vol. 1. Über feministische Utopien und lesbischen Alltag, LP, 1982
  • Satirische Lesbengesänge Vol. 2. LP, 1986
  • Lesbisch makes the world go round. CD, 1994
  • Lesben wie Du und Sie. CD, 1998
  • Weil ich die Frauen liebe … CD, 2003
  • The Best of – 25 Jahre Satirische Lesbengesänge, 2007

Publikationen

  • Margaretha Jedefrau (mit Sully Roecken); Kore-Verlag, 490 S., Freiburg/Breisgau 1989, ISBN 3-926023-15-5
Commons: Carolina Brauckmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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