Caterham Cars

englischer Automobilhersteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Caterham Cars, bis zum Jahr 1989 Seven Cars, ist ein Automobilhersteller in England, der auf Sportwagen spezialisiert ist.

Schnelle Fakten
Caterham Cars Ltd.
Logo
Rechtsform Private Limited Company
Gründung 23. Mai 1974[1]
Sitz Dartford, Vereinigtes Königreich
Leitung
  • Hajime Saimen
  • Robert Anthony Laishley
  • Kazuho Takahashi
  • Takuya Yamazaki
Branche Automobilindustrie
Website www.caterhamcars.com
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Caterham Cars, Produktion im Jahr 2007
Caterham CSR 260
Caterham 21, 1995–1999
Studie Caterham Project V

Geschichte

Das Unternehmen wurde von Graham Nearn (20. September 1933 in London – 24. Oktober 2009[2]) gegründet, der in Caterham (Surrey) im Tandridge District als Händler von Lotus Cars ansässig war.[3] Nachdem Lotus im Jahr 1972 mangels Liquidität die Herstellung des Lotus Seven beendet hatte, kaufte Nearn im Jahr 1973 die Rechte an der Konstruktion, gründete das Unternehmen am 23. Mai 1974 und nahm anschließend die Fertigung wieder auf. Der Caterham Seven wird bis heute hergestellt.

1997 übergab Nearn das Unternehmen seinem Sohn Simon.[4] 2005 verkaufte die Familie es dann an ein Management-Team. Zu dieser Zeit lag die Jahresproduktion bei 600 Fahrzeugen (pro Jahr). Unter diesem wurde Ansar Ali Direktor.[3] Im April 2011 kauften Tony Fernandes und sein Geschäftspartner in der Formel 1, dort im Rechtsstreit mit Lotus Cars um den Namen Team Lotus, das Unternehmen Caterham Cars.[5] Bis 2017 wurde Japan nach Frankreich der zweitwichtigste Exportmarkt für Caterham Cars.[6] Am 31. März 2021 übernahm der japanische Autohändler VT Holding die Firma.[7] Durch die Übernahme wurde zum 50-ten Jubiläum 2023 eine neue Fabrik in Dartford fertiggestellt, die 2024 in Betrieb ging.[8]

Im Juli 2023 wurde ein 700 kg schwerer Prototyp eines elektrischen Caterham Seven gezeigt.[9] Auf dem Goodwood Festival of Speed präsentierte Caterham im selben Jahr das vollelektrisch angetriebene Konzeptfahrzeug Project V. Sein Design stammt von Caterham-Chefdesigner Anthony Jannarelly.[10] Es ist 4,26 Meter lang und hat einen 200 kW (272 PS) starken Elektromotor an der Hinterachse. Aus dem Stand auf 100 km/h soll der Project V in unter 4,5 Sekunden beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 230 km/h angegeben.[11] Im Oktober 2024 wurde die Entwicklung eines Serienfahrzeugs auf Basis des Project V angekündigt, wobei der Antrieb von Yamaha Motor beigesteuert wird.[12] 2026 läuft die Erprobung, ein Serienmodell soll 2027 erscheinen.[13]

Hergestellte Modelle

Caterham Seven

Caterham R 400 Superlight
Cockpit eines Caterham R 500
Caterham SP/300R, 2011
Caterham 170
Caterham 340 R

Graham Nearn produzierte nicht die letzte Version des Lotus Seven weiter, die Serie 4 mit größerer Karosserie und umstrittener Formgebung, sondern mit wenigen Modifikationen die vorhergehende Serie 3.

Im Lauf der Jahre lancierte Caterham eine Vielzahl von Varianten des Seven, denen unterschiedliche Motoren zum Antrieb dienten: vom altbewährten Ford-Vierzylinder der Kent-Serie mit 1300 oder 1600 cm³ über den Lotus Twin-Cam-Doppelnockenwellenmotor, den Cosworth BD, Vauxhall/Opel-Motoren bis hin zum Motorradmotor der Honda Blackbird. Seit Mitte der 1990er Jahre verwendete man Rover-Motoren der K-Serie mit 1400, 1600 oder 1800 cm³, darunter den VVC-Motor (mit variabler Ventilsteuerung) aus dem MGF. Im Januar 2007 wurden die kleineren Rover-Motoren durch den 1,6-Liter-Zetec-S-Motor von Ford ersetzt, der in unterschiedlichen Versionen von 85 bis 110 kW (115–150 PS) angeboten wird.

Technisch erfuhr der Seven im Lauf der Zeit etliche Veränderungen. Ab 1985 war anstelle der starren Hinterachse auch eine De-Dion-Achse lieferbar, die das Fahrverhalten verbesserte. Mehrfach wurde der Rahmen versteift und seit 1995 ist auch ein von Caterham selbst entwickeltes Sechs-Gang-Getriebe verfügbar.

Der Lotus Seven war ein so genanntes Kit Car, ein Bausatz-Auto zum Selberbauen. Kit Cars wurden in den 1960er Jahren in England erfunden, um so die damals sehr hohe Neuwagensteuer zu umgehen.

Auch wenn es diese hohe Neuwagensteuer nicht mehr gibt, bietet Caterham seine Wagen seit 1985 immer noch zum Selberbauen an. Alternativ kann man die Fahrzeuge für einen Mehrpreis im Caterham-Werk zusammenbauen lassen. Im Gegensatz zum klassischen Kit Car, bei dem außer dem Rahmen die meisten Bauteile von Großserienfahrzeugen übernommen wurden (häufig auch als Gebrauchtteile), sind heute fast alle Baugruppen des Seven speziell für dieses Fahrzeug hergestellt oder zumindest für den Einsatz tiefgreifend modifiziert. Die durch den Selbstbau erzielbare Kosteneinsparung hat dadurch faktisch immer weiter abgenommen und beträgt heute (Stand Mai 2006) ca. 4000 EUR, was je nach Modellausführung ca. 7 bis 15 % entspricht.

Caterham 21, 1995–1999

Kein großer Erfolg war der Versuch, mit dem Caterham 21 eine eigenständige zweite Modellreihe anzubieten; sie nutzte Chassis und Hinterachse des Caterham Seven.[14] Von 1995 bis 1999 entstanden lediglich 49 Exemplare dieses gemäßigten zweisitzigen Roadsters. Die Zahl 21 weist auf das entsprechende Firmenjubiläum hin.[15] Seine 1,6- und 1,8-Liter-Motoren mit 115 oder 136 hp bei 6000/min waren aus Rovers K-Serie.[16] Sie wurden mit einem Fünf-Gang-Getriebe kombiniert. Darüber hinaus gab es ein stärker motorisiertes 21 GTO-Modell.[15] 1999 startete der 21R in der belgischen Castrol-Belcar-Serie.[17]

Seven, ab 2001

2001 überarbeitete Caterham das Konzept des Seven und entwickelte den Superlight R500. Dieser basiert weiterhin auf dem 1,8-Liter-Motor der Rover K-Serie, wurde aber von Minister Racing Engines auf rund 230 bhp (172 kW) bei 8600/min leistungsgesteigert. Die Leermasse des Fahrzeuges beträgt 460 kg. Damit beschleunigt er in 8,2 (bzw. 8,8[18]) Sekunden von 0 auf 100 Meilen pro Stunde. Durch das eingetragene Standgeräusch von 106 dB (A), Einzeldrosselklappenanlage sowie ein abnehmbares Lenkrad wurde eine Zulassung in Deutschland zunächst nur möglich, wenn das Fahrzeug zuerst im Vereinigten Königreich zugelassen worden war. Daher sind alle zugelassenen Fahrzeuge Rechtslenker. Der R500 war ursprünglich als Bausatz erhältlich, später wurde er nur noch als fertiges Fahrzeug vertrieben.

Seven R500 Evo, ab 2004

Die Weiterentwicklung R500 Evo wurde 2004 auf den Markt gebracht und leistete mit einem auf 1998 cm³ vergrößerten Hubraum 268 hp (200 kW). Mit einem Verkaufspreis von 42.000 Pfund verkaufte sich der R500 Evo schlecht – es wird allgemein angenommen, dass nur drei Exemplare verkauft wurden. Es gelangen mit ihm jedoch einige Rekorde, die teilweise bis heute Bestand haben. Der R500 Evo blieb bis Ende 2006 das schnellste Serienauto, das vom EVO-Magazin auf dem Bedford Autodrome West Circuit getestet wurde.[18]

Seven CSR, ab 2005

2005 stellte Caterham unter der neuen Geschäftsleitung mit dem CSR die wohl umfassendste Modelländerung seit der Lotus-Seven-Serie 4 vor. Der neu konstruierte CSR-Rahmen ist länger, breiter und wesentlich steifer. Der CSR hat rundum Einzelradaufhängung und vorne im Formel-1-Stil innenliegende Federn und Dämpfer. Als Motor wird ein von Cosworth überarbeiteter 2,3-Liter-Ford-Duratec mit 149 oder 194 kW (200/260 bhp) angeboten.

Seven auch als Kei Car, 2017

Auf dem Tokyo Auto Salon 2017 wurde der Seven 165 in seiner Originalversion mit 80 PS als Kei-Car präsentiert. Eigentlich limitiert die Kei-Car-Norm Fahrzeuge auf 64 PS, jedoch wurde die gedrosselte Version wegen Zulassungsbestimmungen nicht genehmigt, dafür die PS-stärkere Originalversion.[6]

Die Typenbezeichnungen der aktuellen Modelle entsprechen jeweils der doppelten Leistung. Die Modellnummer entspricht so etwa der Leistung je Tonne Gewicht. Für den EU-Markt endet die Modellnummer statt mit einer „0“ mit einer „5“. Dies signalisiert die Konformität zur Abgas-Norm Euro 5 bzw. Euro 6.

SP/300R, 2011

Im Januar 2011 überraschte Caterham Cars mit dem SP/300R, einer modernen Neukonstruktion eines Rennwagens in Zusammenarbeit mit Lola Cars. 25 dieser Rennwagen sollten pro Jahr gebaut werden.[19] Lola entwickelte die Aerodynamik. Der SP/300R hatte einen Aluminium-Gitterrohrrahmen und eine Polyurethan-Karosserie und wog 545 kg.[20] 305 hp leistete sein mit Kompressor aufgeladener Ford-Duratec-2,0-Liter-Motor. Der Motor war in der Fahrzeugmitte platziert. Die Kraft übertrug ein Sechs-Gang-Getriebe. Der erste SP/300R wurde 2012 ausgeliefert.[21][22]

Literatur

Commons: Caterham Cars – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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