Caught Stealing

Film von Darren Aronofsky (2025) From Wikipedia, the free encyclopedia

Caught Stealing ist ein Thriller von Darren Aronofsky. Der in den 1990er Jahren in New York City spielende Kriminalfilm mit Austin Butler in der Hauptrolle basiert auf einer Buchreihe von Charlie Huston. Caught Stealing kam Ende August 2025 in die US-amerikanischen und deutschen Kinos.

TitelCaught Stealing
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2025
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Caught Stealing
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Darren Aronofsky
Drehbuch Charlie Huston
Produktion Darren Aronofsky, Ari Handel, Jeremy Dawson, Dylan Golden
Musik Rob Simonsen
Kamera Matthew Libatique
Schnitt Andrew Weisblum
Besetzung
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Handlung

Im Jahr 1998 arbeitet Henry „Hank“ Thompson als Barkeeper in der Lower East Side von New York City. Täglich telefoniert er mit seiner Mutter in Patterson; beide verbindet ihre gemeinsame Leidenschaft für die San Francisco Giants. Einst hatte Hank den Traum, in der Major League Baseball zu spielen. Dieser zerschlug sich jedoch nach einem von ihm verschuldeten Autounfall, bei dem ein Freund ums Leben kam. Hank entwickelte daraufhin eine Alkoholabhängigkeit.

Sein Nachbar Russ Miner bittet ihn, während seiner Reise nach London auf seine Katze Bud aufzupassen. Kurz darauf tauchen die beiden russischen Gangster Alexei und Pavel auf, die nach Russ suchen, und prügeln Hank schwer zusammen. Anschließend wird im Krankenhaus bei Hank eine Niere entfernt. Hank wird von DEA-Agentin Elise Roman verhört, die ihm offenbart, dass Russ ein Drogendealer mit Verbindungen zu den beiden berüchtigten jüdischen Brüdern Lipa und Shmully Drucker sei. Hank untersucht die Wohnung von Russ und findet zufällig in Buds Katzenklo einen Schlüssel. Nachdem Hank beobachtet, wie erst die russischen Gangster und anschließend die Drucker-Brüder in Russ’ Wohnung eingebrochen sind, bleibt er mit Roman in Kontakt.

Nach einem erneuten Alkoholabsturz in Pauls Bar zieht sich Hank vor seinem Haus aus und wird kurz darauf von den russischen Gangstern verhört. Er kann sich jedoch nicht daran erinnern, wo sich der Schlüssel befindet. Er übergibt die Katze seiner Freundin Yvonne. Schließlich fällt ihm ein, dass er den Schlüssel in die Bar mitgenommen hatte. Unterdessen wird er weiter von den Druckers verfolgt und von einem gewissen Colorado telefonisch bedroht. Als Hank zu Yvonnes Wohnung eilt, findet er sie ermordet auf.

Von Schuldgefühlen geplagt, vertraut er sich Roman an. Diese erzählt ihm von ihrem Traum, sich eines Tages in Tulum zur Ruhe zu setzen, entpuppt sich jedoch kurz darauf als Komplizin von Colorado und den Russen. Sie bestreitet allerdings, dass diese etwas mit dem Mord an Yvonne zu tun haben. Hank wird in Pauls Bar gebracht, wo es zu einer Auseinandersetzung kommt. Barbesitzer Paul täuscht vor, den Schlüssel im Keller zu verwahren, zieht jedoch eine Schrotflinte und wird im Chaos getötet. Hank kann sich in den Tresorraum einschließen und die anderen so vertreiben.

Schließlich wird der Schlüssel in der Hosentasche eines Obdachlosen gefunden, nachdem er auf der Straße seine Kleidung zurückgelassen hatte. Kurz darauf kehrt Russ aus London zurück und wird von Hank, der ihn für einen Eindringling hält, niedergeschlagen. Russ gesteht, für die Druckers Drogen in Colorados Clubs verkauft zu haben. Um seine Schuld zu begleichen, habe er Roman ins Spiel gebracht. Der Schlüssel führt zu einer Lagerhalle mit Drogen im Wert von etwa vier Millionen Dollar, die Russ ursprünglich aufteilen wollte. Da er jedoch um sein Leben fürchtete, plante er die Flucht mit dem Geld – während Hank als Sündenbock dienen sollte. Hank setzt Russ außer Gefecht.

Bei einem Treffen mit Roman und den Russen bietet Hank einen Austausch an: Russ und den Schlüssel gegen die Katze Bud. Russ erschießt im anschließenden Tumult Alexei und flieht gemeinsam mit Hank und Bud. Alles deutet darauf hin, dass Roman für Yvonnes Tod verantwortlich sein könnte. In der U-Bahn erliegt Russ jedoch seinen Verletzungen. Hank verbringt die Nacht am Strand von Coney Island.

Am nächsten Tag meldet sich Roman telefonisch. Sie verlangt, dass Hank den Schlüssel zum Supper Club der Russen bringe, andernfalls werde er für die Morde verantwortlich gemacht; zudem droht sie, seine Mutter zu töten. Hank warnt seine Mutter und sucht die Drucker-Brüder auf, die planen, Roman zu töten, wenn Hank sie zum Geld führt.

Vor dem Club wird Hank ans Lenkrad gefesselt, während die Druckers das Gebäude stürmen. Er kann sich befreien, verfolgt Roman und verletzt sie mit einem abgebrochenen Baseballschläger am Fuß, bevor die Brüder eintreffen und Roman töten. Hank verrät schließlich den Aufbewahrungsort des Schlüssels. Die Druckers verschonen ihn und versprechen, ihm einen Teil des Geldes zu überlassen.

Auf der Rückfahrt bemerkt Hank, dass Lipa Drucker das Feuerzeug von der ermordeten Yvonne bei sich trägt. Die Brüder geben daraufhin zu, Yvonne ermordet zu haben, um Hank eine Warnung zu senden. Daraufhin verursacht Hank absichtlich einen Autounfall, bei dem die Brüder ums Leben kommen.

Einige Zeit später taucht Hank mit Russ’ Ausweis und einem Irokesenschnitt, ähnlich dem von Russ, in Tulum unter. Einen Teil des Geldes schickt er mit einem Paket an seine Mutter.

Produktion

Vorlage und Filmstab

Der Film basiert auf dem 2004 erschienenen Roman Caught Stealing beziehungsweise der Buchreihe von Charlie Huston.[2] In einer deutschen Übersetzung wurde Hustons Romandebüt, der eigentlich für Kurzgeschichten und Comicbücher bekannt ist, unter dem Titel Der Prügelknabe veröffentlicht.[3][4] Regie führte Darren Aronofsky. Es handelt sich um seinen neunten Spielfilm.[4] Huston schrieb das auf seinem Roman basierende Drehbuch.[5]

Roman- und Filmtitel bezeichnen im Baseball einen fehlgeschlagenen Versuch, eine „Base zu stehlen“.[6]

Besetzung und Synchronisation

Austin Butler, bekannt für seine Darstellung des Musikers Elvis Presley im Biopic Elvis und aus Filmen wie Once Upon a Time in Hollywood, The Bikeriders und Dune: Part Two, spielt den ausgebrannten ehemaligen Baseballspieler Hank Thompson. Regina King spielt die New Yorker Polizistin Roman, die Hank um Hilfe bittet, und Bad Bunny aka Benito Martinez Ocasio den Boss der Russen namens Colorado.[7] Griffin Dunne ist in der Rolle von Bar-Besitzer Paul zu sehen, in der Hank arbeitet. Liev Schreiber und Vincent D’Onofrio spielen die Brüder Lipa und Shmully.[8] Weitere Haupt- und Nebenrollen besetzte Aronofsky mit Zoë Kravitz als Hanks Freundin Yvonne, Matt Smith als sein Nachbar Russ und D’Pharaoh Woon-A-Tai.[2] Schreiber und Kravitz standen zuletzt für Spider-Man: A New Universe gemeinsam vor der Kamera.

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Tobias Neumann und der Dialogregie von Marius Clarén im Auftrag der Iyuno Germany GmbH in Berlin.[9]

Austin Butler spielt den ehemaligen Highschool-Baseballstar Hank Thompson
Zoë Kravitz spielt Hanks Freundin Yvonne
Weitere Informationen Darsteller, Synchronsprecher ...
DarstellerSynchronsprecherRolle
Austin Butler Patrick Roche Henry 'Hank' Thompson
Zoë Kravitz Alice Bauer Yvonne
Yuri Kolokolnikov Uve Teschner Aleksei
Action Bronson Daniel Welbat Amtrak
Tenoch Huerta Manuel Elsherif Barmann
Carol Kane Eva-Maria Werth Bubbe
Bad Bunny Karim El Kammouchi Colorado
D’Pharaoh Woon-A-Tai Luca Kämmer Dale
Regina King Claudia Urbschat-Mingues Detective Elise Roman
George Abud Tim Knauer Duane
Laura Dern Sabine Jaeger Hanks Mutter
Will Brill Paul Matzke Jason
Liev Schreiber Tobias Kluckert Lipa
Gregg Bello Marc Skanderberg Officer Runz
Griffin Dunne Tobias Lelle Paul
Nikita Kukushkin Artur Weimann Pavel
Matt Smith Tobias Nath Russ
Vincent D’Onofrio Christian Weygand Shmully
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Szenenbild und Dreharbeiten

Das Szenenbild gestaltete Emmy-Preisträger Mark Friedberg, der in der Vergangenheit für Filme wie Joker und die Fortsetzung Joker: Folie à Deux, die Miniserie The Underground Railroad und das Filmdrama Beale Street tätig war. Aronofsky arbeitete mit ihm bereits für The Whale zusammen.

Die Dreharbeiten fanden zwischen Anfang September und Ende November 2024 in New York City statt.[5] Als Kameramann fungierte Matthew Libatique, zu dessen letzten Arbeiten Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn, Maestro und Highest 2 Lowest gehören. Mit ihm arbeitete Aronofsky bereits in acht von neun Regiearbeiten, zuletzt in The Whale, zusammen.

Filmmusik, Marketing und Veröffentlichung

Die Filmmusik komponierte wie bei The Whale Rob Simonsen.[10] Mit Rabbit Run veröffentlichte Protozoa & Partisan Records Ende Juli 2025 den ersten Song aus dem Film. Dieser wurde von Joe Talbot und Mark Bowen geschrieben und von der Post-Punk-Band Idles performt. Das komplette, 16 Musikstücke umfassende Soundtrack-Album mit weiteren Songs von Idles und Stücken der Filmmusik von Komponist Simonsen soll zum US-Kinostart von Pertoza Records als Download veröffentlicht werden.[11][12]

Der erste Trailer wurde im Mai 2025 vorgestellt.[13] Der Kinostart des Films in Deutschland und in der Deutschschweiz war am 28. August 2025.[14] Am darauffolgenden Tag kam Caught Stealing in die US-Kinos.[11] Dort erhielt der Film ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[15]

Rezeption

Kritiken und Einspielergebnis

Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 85 Prozent positiv.[16] Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 66 von 100 möglichen Punkten.[17]

Caryn James schreibt in ihrer Kritik in The Hollywood Reporter, Caught Stealing sei eine Anomalie, eine dunkle Seifenblase der Unterhaltung und diese Besonderheit verleihe diesem ungewöhnlichen Film seinen Glanz. Trotz aller blutigen Gewalt habe der Film eine heitere Atmosphäre, und Darren Aronofskys brillanter Kameramann Matthew Libatique lasse die Stadt draußen glitzern, und selbst in der schmuddeligen Bar wirke der Film lebendig.[8]

André Masannek schreibt in seiner Kritik für uncut.at, Aronofsky sortiere die Versuchsanordnung des namhaften Casts mit Klarheit, und insbesondere Zoë Kravitz und Austin Butler überzeugten mit Sexyness und Chemie. Generell spiele Butler seinen gekonnten „Bikeriders“-Stiefel aus Melancholie und durchtrainierter Härte. Der knallharte Realismus verschwimme mitunter in Traum-Rückblenden, und so sei Caught Stealing auch ein Charakterporträt und eine präzise Milieustudie. Dazu kämen humorvolle und POV-Einschübe, so wenn man das drakonische Foltern aus Sicht einer unter dem Schrank versteckten Katze verfolgt, wie man es im Kino noch nicht gesehen hat. Übergeordnet sei Caught Stealing auch eine Parabel der Trauma- und Suchtbewältigung, denn nach einem ersten Angriff werde Hank zum Alkoholentzug genötigt und sukzessive mit seiner Vergangenheit konfrontiert.[4]

Thomas Schultze schreibt in seiner Kritik, aus dem Augenwinkel glaube man förmlich zu erkennen, wie einem Anora und Little Odessa zuwinken, und die Bilder wickelten den Zuschauer wie eine Limousine, die mit vollem Tempo gegen einen Lichtmast knallt. Caught Stealing denke auf kluge Weise Fight Club und die Dekonstruktion des männlichen Körpers und des maskulinen Selbstverständnisses weiter.[3]

Die weltweiten Einnahmen des Films aus Kinovorführungen belaufen sich auf 32,7 Millionen US-Dollar.[18]

Auszeichnungen

Guild of Music Supervisors Awards 2026

  • Nominierung in der Kategorie „Music Supervision in Mid-Level Budget Films“ (Jen Malone)[19]

Literatur

Einzelnachweise

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