Cauleen Smith

US-amerikanische Filmemacherin und Multimediakünstlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Cauleen Smith (* 1967 in Riverside, Kalifornien[1]) ist eine US-amerikanische Filmemacherin und Multimediakünstlerin, deren Arbeiten zwischen Independentfilm, Installation und afrofuturistischen Imaginationen angesiedelt sind.[2] Bekannt wurde sie durch ihren Spielfilm Drylongso (1998) und durch Videoinstallationen wie Sojourner (2018).[3][4]

Leben und Wirken

Cauleen Smith wurde 1967 in Riverside, Kalifornien, geboren und lebt in Los Angeles.[1] Sie absolvierte ein an der San Francisco State University ein Film-Bachelorstudium (1991) und ein Film-Masterstudium an der University of California, Los Angeles (1998).[2] In den 2010er-Jahren arbeitete und lehrte sie in Chicago, bevor sie ihre künstlerische Praxis als interdisziplinäre Künstlerin in Los Angeles fortführte.[2] Seit den 2020er-Jahren ist sie mit Ausstellungen und Filmprogrammen weltweit präsent, wobei biografische Recherchen, Science-Fiction-Bezüge und ein dezidiert feministischer, schwarzer Blickwinkel ihr Werk leiten.[2]

Smiths Debütfilm Drylongso (1998) – ein nahe Oakland spielendes Adoleszenzdrama, das Genregrenzen unterläuft – wurde 2023/2024 restauriert wiederaufgeführt und international neu gewürdigt.[5][3] Hervorzuheben sind die Poetik der Solidarität zwischen den Protagonistinnen und die handgemachte Ästhetik des Films.[6] In der Videoinstallation Sojourner (2018) verbindet Smith feministische Utopien mit kollektiven Lesungen des Combahee River Collective Statement.[4] Bei den Independent Spirit Awards 2000 wurde sie für den Film mit dem Someone to Watch Award ausgezeichnet.

Zentral für die 2025/2026 von der hannoverschen Kestner Gesellschaft präsentierte Ausstellung The Volcano Manifesto ist eine Filmtrilogie – My Caldera (2022), Mines to Caves (2023) und The Deep West Assembly (2024) – die Naturphänomene des Vulkans als Metapher für Zerstörung und Erneuerung nutzt und extraktivistische Minen mit schützenden Höhlen kontrastiert.[7] Die Schau, ihre erste institutionelle Soloschau im deutschsprachigen Raum, entfaltet diese Themen in raumgreifenden Video- und Mixed-Media-Installationen, Textilarbeiten, Zeichnungen, Fassadenfahnen und Kerzenskulpturen und lädt zu längeren Aufenthalten und kollektiven Lese- und Hörformaten ein.[8] Bereits zuvor hatte Smith das Motiv „Minen zu Höhlen“ in Aspen mit der Installation Mines to Caves weiterentwickelt, die aus Projektionen in der historischen Smuggler Mine hervorging und sich mit Extraktivismus, Ökologie und Gemeinschaft auseinandersetzte.[9] Die hannoversche Ausstellung verortet diese jüngeren Arbeiten in einem deutschsprachigen Kontext und stellt Smiths erste umfassende Präsentation in Deutschland dar.[1]

Smiths Praxis wurde vielfach ausgezeichnet, darunter mit den Heinz Awards (Sparte Arts) für ihre experimentellen Filme, Installationen und multimedialen Arbeiten.[10]

Einzelnachweise

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