Ceromantie
Form der zeremoniellen Mantie und gehört zur Wahrsagerei
From Wikipedia, the free encyclopedia
Ceromantie oder Keromantie (lat. cereus, aus Wachs; griech. mantike, Wahrsagung) ist eine Form der zeremoniellen Mantie und gehört zur Wahrsagerei. Hierbei wird geschmolzenes Wachs in kaltes Wasser gegossen und aus den daraus entstehenden Wachsfiguren wird die Weissagung gezogen. Verwandt mit dieser Weissagung der Zukunft ist auch die Molybdomantie.[1]

Geschichte
Der Ursprung der Ceromantie liegt wohl in der Türkei, wie auch in unterschiedlichen Quellen belegt wird.[2] Nach Martin Anton Delrio (1551–1608) schmolzen die Türken Wachs, ließen es tropfenweise in ein Gefäß mit Wasser fallen und urteilten aus den Figuren. Im Elsass wurde eine ähnliche Form dieses Aberglaubens praktiziert, bei der die christlichen Heiligen als Orakel dienten. Agrippa von Nettesheim schreibt über den Gebrauch der Ceromantie durch Hexen: „Unsere alten Hexen greifen die Sache anders an, besonders wenn sie die auserwählten Heiligen Gottes, die doch mit so niederträchtigen Leuten keine Gemeinschaft haben, rufen wollen, um, wie sie vorgeben, den oder jenen Menschen zu beschädigen, während gerade die Heiligen wohltätige Wesen sind und niemandem Schaden zufügen. Die erwähnten alten Vetteln zünden nämlich so viele völlig gleiche Wachsenkerzen an, als sie Heilige zum Schadenstiften haben wollen, und jedem eignen sie eine besondere Kerze zu. Wessen Kerze nun zuerst abbrennt, den halten sie für den rechten Mann zu ihrem boshaften Werke“.[2]
Anwendungsarten
In früheren Jahren erfolgte die Ceromantie in einem vorgeschriebenen Ritual, daher zeremonielle Mantie. Zuvor wurde die auserwählte Kerze mit Myrrhe und Salbei behandelt, viele Wahrsager ritzten Zauberformeln in die Kerze und bestrichen sie vor dem Anzünden mit Ölen. Das geschmolzene Wachs wurde mit Beschwörungsworten begleitend in kaltes Wasser gegossen und die entstandenen Gebilde der Deutung unterzogen. Für die zeremonielle Divinationen benutzt man eine Schüssel Wasser, eine Kerze, einen Löffel und ein Handtuch.
Literatur
- Georg Pictorius: Von den Gattungen der zeremoniellen Magie, welche man Goëtie nennt. In: Kurt Benesch (Hrsg.): Magie der Renaissance. Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, ISBN 3-921695-91-0, S. 61.