Cessna 414
zweimotoriges Geschäftsreiseflugzeug mit Kolbenmotoren
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Die Cessna 414 Chancellor ist ein leichtes, mit einer Druckkabine versehenes zweimotoriges Propellerflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Cessna. Die verbesserte Version ab 1978 ist die Cessna 414A Chancellor.
| Cessna 414 Chancellor | |
|---|---|
| Typ | Leichtflugzeug |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Cessna |
| Erstflug | 1. November 1968 |
| Produktionszeit | 1968–1985 |
| Stückzahl | 1055 |
Geschichte
Die Cessna 414 ist das leichtere, schwächer motorisierte und damit wirtschaftlichere Gegenstück zur Cessna 421. Der Rumpf und die Tragflächen stammen von der nicht mit einer Druckkabine ausgerüsteten Cessna 411. Sie ist mit einem einziehbaren Bugradfahrwerk ausgerüstet. Der Erstflug fand 1968 statt, die Serienproduktion begann 1969.
Ab 1976 wurde die 414 unter dem Namen Chancellor vermarktet. 1978 wurde das Basismodell durch die 414A Chancellor abgelöst, die über veränderte Tanks verfügte und bis 1985 gebaut wurde. Beide Modelle waren üblicherweise mit sechs Sitzen ausgestattet. Die 414 konnte auf Wunsch mit sieben, die 414A mit acht Plätzen ausgerüstet werden. Von beiden Versionen wurden insgesamt 1055 Exemplare gebaut.
Militärische Nutzer
Zwischenfälle
Beispiele:
- Am 14. April 1977 kollidierte die Cessna 414 (Luftfahrzeugkennzeichen D-INFD) des Nürnberger Flugdienst auf dem Flug von Karlsruhe nach Nürnberg bei Raitersaich in einem Schneesturm mit einem Hochspannungsmast und wurde zerstört; alle 6 Menschen an Bord starben.[1]
- Am 10. Mai 1981 stürzte eine private Cessna 414 (D-IAKI) beim Start vom Flugplatz Breitscheid (Hessen) kurz nach dem Abheben ab und fing Feuer. Alle 4 Insassen, Besatzungsmitglieder und Passagiere, kamen ums Leben. Das Flugzeug wurde zerstört.[2]
- Am 31. August 1982 verunglückte eine vom Flughafen Venedig kommende private Cessna 414A Chancellor (D-ICPM) in der Nähe des Achenpasses. (Deutschland). Alle 7 Insassen, Besatzungsmitglieder und Passagiere, wurden getötet. Das Flugzeug wurde zerstört.[3]
- Am 18. März 1983 wurde eine private Cessna 414A Chancellor (D-ILWP) beim Anflug auf den Flughafen Göteborg/Landvetter (Schweden) in dichtem Nebel 250 Meter seitlich von der Anfluggrundlinie entfernt mit der rechten Tragfläche in Bäume geflogen, stürzte ab und fing Feuer. Die Maschine kam aus Hamburg. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden zwei der drei Insassen getötet. Das Flugzeug wurde zerstört.[4]
- Am 15. Mai 1984 wurde eine Cessna 414A Chancellor der britischen Flight Refuelling (G-OFRL) auf einem Trainingsflug bei einem missglückten Touch-and-Go auf dem Flughafen Bournemouth (England) irreparabel beschädigt. Die Maschine überflog noch die Landebahn, als sie beim Steigflug durchsackte, den Flughafenzaun durchbrach und über eine öffentliche Straße rollte. Alle drei Besatzungsmitglieder überlebten den Unfall.[5]
- Am 12. Juli 1984 wurde eine private Cessna 414 (D-IDTG) auf dem Flughafen München-Riem (Bayern) in einem schweren Hagelsturm irreparabel beschädigt. Personen kamen nicht zu Schaden.[6]
- Am 22. Dezember 1988 brach eine private Cessna 414A Chancellor (N84UM) während des Fluges in einer Höhe von Flight Level 290 (etwa 8800 Metern) über Bloomville (Ohio, USA) auseinander. Die Maschine befand sich in Vereisungsbedingungen. Beide Insassen wurden getötet. Der Kapitän stand unter dem Einfluss von Kokain. Das Flugzeug wurde zerstört.[7]
Technische Daten
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Besatzung | 1–2 |
| Passagiere | 5–7 |
| Länge | 11,09 m |
| Spannweite | 13,45 m |
| Höhe | 3,49 m |
| Leermasse | 1.976 kg |
| Startmasse | 3.062 kg |
| Reisegeschwindigkeit | 324 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit | 438 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | 9.394 m |
| Reichweite | 2.050 km |
| Triebwerke | zwei Boxermotoren Continental Motors TSIO-520-NB mit je 230 kW (310 PS) |