Chaldo-Assyrer

christliche ethnische Gruppen im Irak From Wikipedia, the free encyclopedia

Chaldo-Assyrer[1][2] (auch bekannt als Chaldäer, Assyrer oder Aramäer) ist eine Sammelbezeichnung für die christlich-assyrische beziehungsweise Suraye Bevölkerung des mesopotamischen Raumes.[3][4]

Mit diesem vereinheitlichenden Namen verlangten Vertreter dieser Volksgruppe nach dem Völkermord an den syrischen Christen auf der Friedenskonferenz in Paris von 1920 Rechte auf Selbstbestimmung in ihren ursprünglichen Siedlungsgebieten.[5]

Der Begriff Chaldo-Assyrer wurde nach dem Sturz Saddam Husseins 2003 in der Verfassung Iraks als Sammelbegriff für jene christlichen Minderheiten im Irak geschaffen, die entweder einen Dialekt des Aramäischen (Syrisch) sprechen oder deren Vorfahren einen solchen sprachen und deren heute lebende Nachkommen zum Teil sprachlich arabisiert wurden.

Denkmal für den assyrischen Völkermord in Paris

In der gegenwärtigen irakischen Verfassung sind die Chaldo-Assyrer als Minderheit mit ihrer Sprache anerkannt, doch ihre nationalen Rechte werden als Völkerschaft dadurch nicht gewährt. Sie verfügen im Irak über mehrere Parteien und in Europa und in den USA über mehrere Exil- und Kulturorganisationen.

Die eigensprachliche Bezeichnung der heutigen Chaldäer lautet "Suraye". Diese Benennung hat ihren Ursprung im Begriff „Assyrer“. Über die symbiotische Verbindung zwischen den Begriffen „Assyrer“ und „Suraye“ besteht heute ein wissenschaftlicher Konsens.[6][7]

Literatur

  • Svante Lundgren: Die Assyrer: Von Ninive bis Gütersloh. Lit Verlag, Berlin/Münster 2016, ISBN 978-3-643-13256-7.
  • Abdo Mirza, Franz-Rudolf Müller: „Barfuß sind wir an den Chabour gekommen, barfuß sind wir gezwungen wieder zu gehen.“ Flucht, Vertreibung und Geiselhaft der assyrischen Christen aus Tal Goran (Al-Hassake, Nordsyrien). Persönlicher Bericht des Abdo Mirza und seiner Familie. Lit Verlag, Berlin/Münster 2019, ISBN 978-3-643-14320-4.
  • Abboud Zeitoune: Naum Faiq und die Assyrische Aufklärung. Lulu Press, Wiesbaden 2022, ISBN 978-1-4717-8977-9.
  • Afram Yakoub: Der Weg nach Assyrien. Ein Aufruf zu nationaler Erneuerung. Tigris Press, Södertälje 2022, ISBN 978-91-981541-7-7.

Siehe auch

Einzelnachweise

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