Charlie Kirk
US-amerikanischer Nazi
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Charles James „Charlie“ Kirk (* 14. Oktober 1993 in Arlington Heights, Illinois; † 10. September 2025 in Orem, Utah) war ein US-amerikanischer politischer und religiöser Aktivist, Podcaster und Autor aus der US-amerikanischen Evangelikalen-Bewegung.

Er war Mitbegründer und Vorsitzender der als konservativ und rechtspopulistisch eingestuften Jugendorganisation Turning Point USA sowie Mitglied des im Umfeld der Republikanischen Partei gut vernetzten Council for National Policy. Kirk galt als enger Vertrauter von Donald Trump, war ein wichtiger Vertreter der MAGA-Bewegung und verbreitete Verschwörungserzählungen, die dem Rechtsextremismus zugeordnet werden, darunter die des „Großen Austauschs“. Er wurde 2025 bei einer Diskussionsveranstaltung auf dem Campus der Utah Valley University in Orem bei einem Attentat getötet.
Leben
Kirk wurde 1993 in Arlington Heights, einem Vorort von Chicago, geboren und wuchs im nahe gelegenen Prospect Heights auf. Seine Mutter ist Psychologin und sein Vater Architekt.[1] Kirk besuchte kurzzeitig das Harper College, ein Community College in Palatine, brach seine Ausbildung aber ohne Abschluss ab.[2] Im Mai 2021 heiratete er Erika Frantzve, eine christliche Podcasterin und Unternehmerin, die 2012 zur Miss Arizona gewählt worden war. Das Paar bekam eine Tochter (* 2022) und einen Sohn (* 2024). Ihre Ehe führten sie bewusst und öffentlich mit traditioneller Rollenverteilung.[3] Nach der Ermordung Kirks wurde seine Witwe zur Geschäftsführerin und Vorsitzenden von Turning Point USA gewählt.[4]
Politisches Wirken

Kirk war Mitglied der Boy Scouts of America, schrieb bereits als Jugendlicher für das rechtspopulistisch bis rechtsextrem ausgerichtete Breitbart News Network und trat bei Fox Business auf.[5] Er beteiligte sich 2010 als Freiwilliger an der erfolgreichen US-Senatskampagne des Republikaners Mark Kirk aus Illinois, mit dem er trotz Namensgleichheit nicht verwandt war.[6]
Auf einer Veranstaltung der Benedictine University lernte er Bill Montgomery kennen, einen mehr als 50 Jahre älteren Rentner, der der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung nahestand.[7] Montgomery ermutigte Kirk, sich in Vollzeit politisch zu betätigen. Anschließend gründete er im Alter von 18 Jahren Turning Point USA als Nonprofit-Organisation für studentischen politischen Aktivismus. Er sagte: „Ich hatte kein Geld, keine Beziehungen und keine Ahnung, was ich tat“.[8] Auf der Republican National Convention 2012 traf Kirk Foster Friess, einen prominenten republikanischen Parteispender, und überredete ihn, seine Organisation zu finanzieren.[7]
2016 begann Kirk, den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump zu unterstützen. Mit der Hilfe von Großspendern konnte Kirk die Organisation Turning Point USA zu einer einflussreichen politischen Bewegung machen. Diese setzte sich anfangs vor allem als Interessensvertretung für rechtskonservative und republikanische Studenten an Universitäten und Community Colleges ein, wurde aber mit der Zeit immer einflussreicher bei der Mobilisierung von Parteispenden. 2016 lag der Umsatz der Organisation bei 4,3 Millionen US-Dollar und stieg 2020 auf knapp 40 Millionen Dollar an.[9]
Im Juli 2019 wurde Kirk Vorsitzender der Organisation Students for Trump, die von Turning Point Action übernommen worden war, und startete eine Kampagne zur Anwerbung von einer Million Schülern und Studenten für die Trump-Wiederwahlkampagne 2020.[10] Turning Point USA veranstaltete im Dezember 2019 eine Spendengala in Mar-a-Lago, an der Donald Trump Jr. und weitere republikanische Parteigrößen teilnahmen. Kirks steigendes Ansehen war auf dem Parteitag der Republikaner von 2020 spürbar, wo er schwärmte, Trump sei „der Leibwächter der westlichen Zivilisation“. Turning Point USA half auch, Busladungen von Trump-Verbündeten zu der Kundgebung nach Washington zu bringen, die dem Sturm auf das Kapitol in Washington am 6. Januar 2021 vorausging. Auf Twitter gab Kirk an: „80+ Busladungen von Patrioten nach DC zu bringen, um für den Präsidenten zu kämpfen“, was er später löschte.[11]
Seit September 2020 war er Mitglied des Council for National Policy, einer Gruppe, „die seit Jahrzehnten als Knotenpunkt für ein landesweites Netzwerk von konservativen Aktivisten und den Spendern, die sie unterstützen, dient“.[12] Im Oktober 2020 begann Kirk mit der Moderation einer täglichen dreistündigen Radiotalkshow, der Charlie Kirk Show. Diese wurde von der konservativ-evangelikalen Salem Media Group produziert.[13] Er richtet sich vorwiegend an junge Konservative. Kirk wurde von Donald Trump im Juli 2023 in eine Parteikommission zur Förderung von „patriotischer Erziehung“ berufen.[14]
Für die Präsidentschaftswahl 2024 plante Kirk knapp 110 Millionen US-Dollar für die erneute Wahl von Trump aufzubringen.[15] Er und seine Organisation waren auch an dem Project 2025 beteiligt, einem Plan für die Umgestaltung der US-Regierung im Falle eines erneuten Trump-Sieges. Er sieht auf über 900 Seiten u. a. die Entlassung Tausender Beamter und ihre Ersetzung durch politische Verbündete, die Ausweitung der Macht des Präsidenten, die Auflösung des Bildungsministeriums und anderer Bundesbehörden sowie ein Vorgehen gegen den sogenannten „Deep State“ vor.[16]
Kirk war ein wichtiger Wortführer der MAGA-Bewegung, der Trump viele Stimmen junger Wähler verschaffte. Er wurde auch von europäischen Rechtsextremen wie Martin Sellner oder Naomi Seibt als mögliches Vorbild ihrer politischen Arbeit gesehen. Kirk traf sich häufig zur Diskussion mit Menschen anderer politischen Ansichten. Der Journalist Ingo Neumayer (WDR) sieht in der ihm von seinen Befürwortern zugeschriebenen Rolle als Kämpfer für die Meinungsfreiheit aber eine Inszenierung. So werde nicht nur seine „oft rassistische, menschenverachtende und verschwörungsgläubige Agenda“ unterschlagen, sondern auch die Tatsache, dass Kirk über Turning Point USA eine so genannte „Professor Watchlist“ gegründet habe, auf der Lehrer mit aus seiner Sicht unerwünschten politischen Ansichten gemeldet werden können. Diese Liste wurde u. a. als einschüchternder Pranger mit teils gravierenden Folgen beschrieben. Auf der Onlineseite genannte Hochschullehrer wurden u. a. Opfer von Drohungen, Hassmails und Gewalt.[17]
Kirk wurde außerdem als Hoffnungsträger innerhalb der christlichen Rechten gesehen, um eine Brücke zwischen rechter Politik und evangelikalem Glauben zu bauen und die nächste Generation in den USA zu prägen. Nach dem Attentat wurde er in diesen Kreisen als „Märtyrer“ verehrt.[18] Der evangelikale Glaube war sowohl für sein Leben als auch für seine politischen Ansichten von zentraler Bedeutung. Er selbst sagte, dass er wie viele Evangelikale schon in jungen Jahren die Entscheidung getroffen habe, sein Leben Jesus zu widmen.[19]
Attentat

Am 10. September 2025 war Kirk mit seinem Debattenformat, bei dem ihm Interessierte Fragen stellen konnten, zu Gast an der Utah Valley University (UVU) in Orem. Kurz nach Beginn der Veranstaltung wurde Kirk um 12:23 Uhr[20] durch einen einzelnen Schuss in den Hals getroffen. Er starb im Alter von 31 Jahren kurz darauf an seinen Verletzungen.[21]
Als Tatverdächtiger wurde zwei Tage später der 22-jährige Elektriker-Auszubildende Tyler Robinson aus Utah festgenommen.[22] Das Attentat führte in den USA zu erheblichen politischen Verwerfungen.[23][24][25]
Politische Ansichten

In einem Interview mit Wired während der Republican National Convention 2016 sagte Kirk, dass er zwar „nicht der größte Donald-Trump-Fan der Welt“ sei, aber für ihn stimmen würde.[26] Kirk wurde danach ein enger politischer Verbündeter Trumps und baute gute Beziehungen zu Mitgliedern der Familie Trump auf. Er unterstützte wiederholt die Verschwörungserzählung, dass die US-Präsidentschaftswahlen 2020 gefälscht gewesen seien („Big Lie“),[14] propagierte die rechtsextreme und antisemitische Verschwörungstheorie des „Großen Austauschs“,[27] die Verschwörungstheorie des Cultural Marxism[28] und bezeichnete sich als einen Kämpfer gegen die „globalistische Bedrohung“.[27]
Kirk verurteilte das Bürgerrechtsgesetz von 1964 und bezeichnete dessen Verabschiedung als „großen Fehler“. Er bezeichnete Martin Luther King als „furchtbar“ und „schlechte Person“, obwohl er ihn 2015 noch als „Helden“ gepriesen hatte.[29] Er sprach sich gegen Critical Race Theory aus.[30][31] Im Januar 2024 sagte Kirk während einer Diskussion über DEI-Programme in der Luftfahrt: „Wenn ich einen schwarzen Piloten sehe, werde ich sagen: Junge, ich hoffe, er ist qualifiziert.“[32][33] Kirks Befürchtung war, dass eine Quotenregelung im Zuge einer Diversitätspolitik zulasten der Qualität gehe. Bezüglich einzelner Piloten differenzierte er später, dass „jeder, unabhängig von seiner Hautfarbe, ein qualifizierter Pilot werden kann“.[33][34] Kirk warf den afroamerikanischen Frauen Joy Reid, Michelle Obama, Sheila Jackson Lee und Ketanji Brown Jackson vor, sie seien nur aufgrund von Affirmative Action in ihre Positionen gelangt, und würden das auch selbst aussagen. Sie besäßen nicht die Gehirnleistung („brain processing power“), um unter anderen Umständen ernst genommen zu werden, und hätten dafür den Platz einer weißen Person stehlen müssen.[35][36]
2015 erklärte er, er habe sich an der United States Military Academy in West Point beworben und sei nicht angenommen worden.[37] Er argumentierte, dass sein Platz an einen „weit weniger qualifizierten Kandidaten“ eines anderen Geschlechts und einer anderen Überzeugung gegangen sei, dessen Testergebnisse er nach eigenen Angaben kannte.[38] 2017 sagte er gegenüber The New Yorker, er habe das sarkastisch gemeint.[38] 2018 sagte er der Chicago Tribune, er habe nur etwas wiederholt, was ihm gesagt worden sei, während er bei einer Veranstaltung mit Rand Paul im Oktober 2019 behauptete, er habe dies nie gesagt.[39]
Kirk war ein ausgesprochener Anhänger des durch den 2. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten verbrieften Rechtes auf privaten Schusswaffenbesitz. Im April 2023 erklärte er hierzu: „Ich denke, es ist es wert, jedes Jahr bedauerlicherweise einige Todesfälle durch Schusswaffen in Kauf zu nehmen, damit wir das Second Amendment haben können, um unsere anderen gottgegebenen Rechte zu schützen. Das ist ein vernünftiger Kompromiss. Es ist rational.“ (“I think it’s worth to have a cost of, unfortunately, some gun deaths every single year so that we can have the Second Amendment to protect our other God-given rights. That is a prudent deal. It is rational.”).[40][41] Nach dem Attentat auf Paul Pelosi im Oktober 2022, das auch von zahlreichen weiteren Anhängern der Republikaner gefeiert wurde, wünschte sich Kirk einen „Patrioten“, der eine Kaution für den Angreifer DePape stellen könne.[42]
Kirk verteidigte die Förderung und Nutzung fossiler Brennstoffe und leugnete den menschengemachten Klimawandel. Er behauptete, es gebe den wissenschaftlichen Konsens nicht, und die Darstellung, die Folgen der globalen Erwärmung stellten eine existenzielle Bedrohung dar, sei „kompletter Quatsch, Unsinn und Geschwafel“ (“complete gibberish, nonsense and balderdash”).[43][44] Kirk verstand auch die Covid-19-Pandemie vor allem als politisches Instrument, mit dem kritische Stimmen mundtot gemacht werden sollten: er propagierte unter anderem Hydroxychloroquin als Heilmittel und bezeichnete Masken- und Impfpflichten als „medizinische Apartheid“.[45]
Kirk sprach sich für die öffentliche Übertragung von Hinrichtungen aus.[46] Er warf Joe Biden „Verbrechen gegen die Vereinigten Staaten“ vor und forderte für ihn die Todesstrafe.[47] Für Ärzte, die Geschlechtsanpassungen durchführen, forderte Kirk Gerichtsprozesse nach Art der Nürnberger Prozesse. Kirk verurteilte Homosexualität als „falsch“ und lehnte die gleichgeschlechtliche Ehe ab. Er berief sich dabei auf christliche Glaubensvorstellungen, hieß homosexuelle Personen aber in der konservativen Bewegung willkommen, da er als Christ dazu aufgerufen sei, alle Menschen zu lieben.[48] Liebe sei, „ihnen die Wahrheit zu sagen, nicht, sie in ihrer Sünde zu bestätigen oder zu bestärken.“[49] Gleichzeitig hielt er die Verbrennung von Regenbogenfahnen für gerechtfertigt.[48] Das in den USA „kursierende Transgender-Zeug“ bezeichnete er in einer Ansprache in seiner Kirche als „ausgestreckten Mittelfinger gegen Gott“, sprach dabei eine Transperson namentlich an und betitelte sie als „Gräuel für Gott“.[50]
Seine 2024 in einer Debatte zu LGBT-Pride dokumentierten Aussagen über die in der Bibel geforderte Todesstrafe für homosexuelle Handlungen, die er als „Gottes vollkommenes Gesetz in sexuellen Angelegenheiten“ bezeichnete, wurden unterschiedlich interpretiert und teilweise als Befürwortung tatsächlicher Verfolgung Homosexueller gewertet oder zu der Behauptung zugespitzt, er habe die Steinigung Homosexueller gefordert;[49] im Gegenzug wurden sie nach seinem Tod auch als bloßer Hinweis darauf, dass es entsprechende Stellen in der Bibel gebe,[51] Überspitzung oder Ad-absurdum-Argument abgetan.[52] Der LGBTQ-Aktivist Josh Helfgott bezeichnete Kirk als „den lautesten Homophoben Amerikas“, dessen Worte LGBTQ-Menschen immensen Schaden zugefügt hätten.[48]
Kirk hatte ein sehr striktes Bild von Geschlechterrollen: Frauen hätten sich stets der Kontrolle des Ehemanns unterzuordnen;[53] er verurteilte alleinstehende Frauen, die erst eine berufliche Karriere anstreben, bevor sie heiraten, als radikal und unnatürlich. Aufsehen erregte sein Kommentar zur angekündigten Eheschließung von Taylor Swift: er hoffte, dass sie als Ehefrau viele Kinder bekommen und ihre liberalen Werte ablegen würde, um so dem „Team America“ beizutreten.[54]
Abtreibung bezeichnete er in jedem Stadium als Mord.[27] Dies ging so weit, dass er erklärte, dass er nach einer hypothetischen Vergewaltigung seiner 10-jährigen Tochter diese dazu zwingen würde, das Kind auszutragen.[53] Eltern sollten ihre Töchter zudem von der Empfängnisverhütung abhalten. Auf die Frage, ob er Schwangerschaftsabbrüche mit dem Holocaust vergleiche, entgegnete Kirk: „It's worse. It's worse. It's 45 million babies. It's nearly eight times worse than the Holocaust“ („Es ist schlimmer. Es sind 45 Millionen Babys. Es ist fast achtmal schlimmer als der Holocaust“).[55]
Kirk galt als starker Unterstützer des Staates Israel.[56][57][58] Er begründete das Recht auf Israels Existenz unter anderem mit der Bibel und gab an, bereit zu sein, für Israel zu kämpfen. Kirk verteidigte auch das israelische Vorgehen während des Gaza-Krieges ab 2023.[59] So trat er etwa der Kritik entgegen, dass Israel die Palästinenser aushungere.[60] Kurz vor seinem Tod schrieb er einen Brief an den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und warnte diesen darin, dass Israel den „Informationskrieg“ verliere.[57] Netanjahu und weitere israelische Politiker würdigten Kirk nach dessen Ermordung.[61]
Im Anschluss an den Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 brachte Kirk pro-palästinensische Proteste und Besetzungen an Universitäten mit Einwanderung in Zusammenhang und warf jüdischen Gruppen wie der Anti-Defamation League vor, bezüglich Einwanderung naiv zu sein und Antisemitismus ausschließlich bei Konservativen zu suchen. Er äußerte zudem, dass jüdische Spender der größte Treiber für eine „quasi-marxistische“ Politik offener Grenzen seien und sich entsprechende Ansichten durch diese in NGOs, Kultureinrichtungen und Hollywood-Filmen durchgesetzt hätten.
Bei anderer Gelegenheit erklärte Kirk, dass jüdische Anhänger der Demokraten und Juden allgemein die „kulturmarxistische“ Brille absetzen müssten, um Unterstützung für Israel zu generieren. Diese könnten nicht Sympathie für Israel erhalten und gleichzeitig „Kulturmarxismus“ fördern. Er äußerte weiter, dass Juden zu dessen größten Finanziers gehören würden. Diese jüdischen Großspender, behauptete er wiederholt, hätten in den USA „Hass auf Weiße“ befeuert. Durch die Brille des „Kulturmarxismus“ teile man Menschen bei Themen wie Geschlecht und Polizei jedoch in die Rollen von Unterdrücker und Unterdrücktem - was dann in Bezug auf den Nahostkonflikt ebenfalls geschehe und Israel in der Rolle des Unterdrückers positioniere.[62][63]
Nach Kirks Tod wurden Screenshots eines Gruppenchats öffentlich, in dem Kirk sich darüber beschwert, einen jüdischen Spender und dadurch zwei Millionen Dollar pro Jahr verloren zu haben, weil er sich weigerte, den antizionistischen Influencer Tucker Carlson von einer Diskussion auszuladen. Kirk schrieb hierzu, dass jüdische Spender alle Stereotype erfüllen würden. Diese ließen ihm keine andere Wahl, als das pro-israelische Lager zu verlassen.[64][65]
Den muslimischen Politiker Zohran Mamdani brachte Kirk in Verbindung mit den Attentätern vom 11. September 2001.[47] Kirk vertrat das sogenannte Seven Mountain Mandate, das christliche Dominanz über sieben Teilbereichen der Gesellschaft fordert: Familie, Religion, Bildung, Medien, Kunst und Unterhaltung, Regierung und Geschäftswelt.[45]
In seiner Geschichtsbetrachtung idealisierte Kirk den Kolonialismus britischer Prägung zum universellen Zivilisationsbringer. Er sei sich bewusst, dass diese Ansicht nicht politisch korrekt sei, doch das britische Empire sei das gutartigste Weltreich der Geschichte gewesen. Dessen Niedergang brachte er mit der Säkularisierung Großbritanniens in Verbindung.[66]
Soziale Medien
Kirk nutzte Soziale Medien sehr erfolgreich, um seine politischen Botschaften zu verbreiten und insbesondere junge Menschen anzusprechen.[67] Auf YouTube, wo er regelmäßig Ausschnitte aus Debatten mit College-Studierenden veröffentlichte, folgten ihm über 3,9 Millionen Nutzer.[68] Die Videos wurden zum Teil millionenfach aufgerufen. Typisch war dabei die Gegenüberstellung von „aufgeklärtem“ Redner und vermeintlich „verblendeter“ Gegenseite, was zur Polarisierung und Reichweitensteigerung beitrug.[69] Ein Video des Kanals Jubilee, in dem er mit 25 als „Liberal“ bezeichneten Studierenden über Politik debattiert, erhielt über 36 Millionen Aufrufe (Stand: September 2025).[70]
Rezeption in der Popkultur
Kirks große Bekanntheit als eine polarisierende Figur des politischen Betriebs in den Vereinigten Staaten führte dazu, dass er bzw. seine öffentliche Persona als rechtspopulistischer Aktivist während der letzten Jahre seines Lebens wiederholt – meist in satirischer Weise – in Erzeugnissen der Unterhaltungsbranche aufgegriffen wurde:
Die satirische Animationsserie South Park stellte Kirk in den Mittelpunkt der am 6. August 2025 ausgestrahlten Episode Got a Nut. In dieser machen Clyde Donovan und Eric Cartman, zwei der Figuren im Grundschulkinderalter, sich Kirks Rolle als provokativem, rechtsgerichteten Podcaster zu eigen, indem sie eigene Podcasts ähnlicher Ausrichtung produzieren: Sie ahmen Kirks Habitus (inklusive seiner scharf gescheitelten Frisur) sowie seine Rhetorik, seinen Argumentationsstil und einige Positionen absurd übersteigert nach. Analog zu Kirks Vorgehensweise, regelmäßig Colleges zu besuchen, um politische Fragen zu erörtern, stellen Clyde und Cartman Diskussionsstände an ihrer Grundschule auf und fordern mit der Ankündigung, dass sie „woke liberale Schüler zerstören“ (destroy woke liberal students) würden, zur politischen Debatte auf. Clyde bekommt am Ende für seine Sendungen den „Charlie-Kirk-Preis für junge Meister-Debattierer“ (Charlie Kirk Award for Young Master Debaters) verliehen – im Englischen ein pubertäres Wortspiel, da Master Debaters klingt wie „Masturbator“, d. h. Masturbierer.
Kirk bezeichnete es als „ehrenvolle Auszeichnung“ (badge of honor), Gegenstand der Verspottung zu sein, da dies die „kulturelle Wirkmächtigkeit und die Resonanz“ (the cultural impact and the resonance) demonstrieren würde, die seine Bewegung erreicht habe. Ein Bild der Figur Cartman wählte Kirk anschließend sogar zeitweise als Avatar für seine TikTok-Seite und andere Social-Media-Konten seiner Show. Nach Kirks Tod nahm der Sender Comedy Central die Episode dauerhaft aus der Rotation der für eine Wiederausstrahlung vorgesehenen Folgen; der Streaming-Dienst Paramount+ behielt sie indessen in seinem Angebot.[71]
Auszeichnungen
- 2025 Presidential Medal of Freedom (postum)[72]
Weblinks
- Website von Charlie Kirk (englisch)