Chauncey Billups

US-amerikanischer Basketballspieler und -trainer From Wikipedia, the free encyclopedia

Chauncey Ray Billups (* 25. September 1976 in Denver, Colorado) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Basketballspieler und heutiger -trainer. Er war von 1997 bis 2014 in der NBA aktiv, die meiste Zeit davon bei den Detroit Pistons. Seit 2021 ist er Cheftrainer der Portland Trail Blazers. Im Oktober 2025 wurde Billups wegen der mutmaßlichen Verwicklung in illegalen Glücksspielen als Trainer beurlaubt.

Schnelle Fakten Spielerinformationen, Vereinsinformationen ...
Basketballspieler
Basketballspieler
Chauncey Billups
Billups als Trainer der Portland Trail Blazers, 2021
Spielerinformationen
Voller Name Chauncey Ray Billups
Spitzname Mr. Big Shot
Geburtstag 25. September 1976 (49 Jahre)
Geburtsort Denver, Colorado, Vereinigte Staaten
Größe 191 cm
Position Point Guard
College Colorado
NBA Draft 1997, 3. Pick, Boston Celtics
Vereinsinformationen
Verein Portland Trail Blazers (Head Coach)
Liga NBA
Vereine als Aktiver
1997–1998 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Boston Celtics
1998 Kanada Toronto Raptors
1999–2000 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Denver Nuggets
2000 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Orlando Magic
2000–2002 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Minnesota Timberwolves
2002–2008 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Detroit Pistons
2008–2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Denver Nuggets
2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten New York Knicks
2011–2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles Clippers
2013–2014 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Detroit Pistons
Nationalmannschaft
2006–2007 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 10 Spiele[1]
Vereine als Trainer
2020–2021 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles Clippers (Co-Trainer)
2021– Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Portland Trail Blazers
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Billups war in seiner Karriere fünfmal NBA All-Star und gewann 2004 mit den Pistons die Meisterschaft sowie den Finals-MVP-Award. Mit dem Team USA gelang zusätzlich der Gewinn der Weltmeisterschaft 2010. 2013 war Billups erster Preisträger des Twyman-Stokes Teammate of the Year Awards für selbstloses Spiel, vorbildliches Verhalten als Mentor auf und abseits des Spielfeldes, sowie Engagement für und Hingabe an das Team. 2024 wurde er in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen.

Profil

Mit 1,91 Metern Körpergröße und 91 kg Gewicht war Billups ein kräftiger Point Guard, der zudem einen präzisen Distanzwurf besaß. Durch seine Nervenstärke und durch wichtige Korberfolge in der Crunch-Time erhielt er den Spitznamen Mr. Big Shot.[2]

Billups war außerdem ein exzellenter Freiwurf-Schütze und befindet sich mit einem Karrieredurchschnitt von rund 89,4 % gemeinsam mit Ray Allen auf Platz sechs der All-Time-Free Throw Percentage Leaders.[3][4]

Karriere

High School

Billups ging auf die George Washington High School in Denver und wurde vierfacher All-State First Team Spieler, dreifacher Colorado Mr. Basketball und zweifacher Colorado Player of the Year. 1995 wurde er in das McDonald's All-American Team gewählt, konnte aber wegen einer Schulterverletzung nicht teilnehmen.

College

Billups besuchte die University of Colorado, verließ sie jedoch ohne Abschluss, da er nach seinem zweiten Jahr bereits für die NBA gedraftet wurde. In Colorado hatte er einen Punkteschnitt von 18,5 Punkten pro Spiel und führte im zweiten Jahr die Buffaloes zu ihrem ersten Sieg in der NCAA Division I Basketball Championship seit 30 Jahren. Billups Trikotnummer 4 wurde von der Universität zurückgezogen und wird nicht mehr vergeben.

NBA

Billups wurde 1997 in der ersten Runde des NBA-Drafts von den Boston Celtics an dritter Stelle ausgewählt. Zu Beginn seiner Karriere wurde er mehrmals transferiert und spielte nach Boston für Toronto, Denver, Orlando und Minnesota. Bei den Timberwolves hatte er in der Saison 2001–02 endlich seinen Durchbruch.

Detroit Pistons (2002–2008)

Billups im Trikot der Detroit Pistons

Durchsetzen konnte er sich 2002 schließlich bei den Detroit Pistons, wo er zu einem Schlüsselspieler wurde. Höhepunkt seiner Zeit bei den Pistons war der Gewinn der NBA-Meisterschaft 2004 und die Auszeichnung als Most Valuable Player (MVP) der NBA-Finalserie.[5] 2005 erreichte er mit Detroit erneut das Finale, verlor aber nach sieben Spielen gegen die San Antonio Spurs.

Im Jahr 2008 wurde Billups außerdem mit dem J. Walter Kennedy Citizenship Award für soziales Engagement ausgezeichnet. Ein Jahr später erhielt er den NBA Sportsmanship Award für faires sportliches Verhalten.

Denver Nuggets (2008–2011)

Billups mit den Denver Nuggets, 2011

Zu Beginn der Saison 2008/09 tauschten die Detroit Pistons Billups, Antonio McDyess und Cheikh Samb für Allen Iverson von den Denver Nuggets. Billups kehrte damit in seine Heimatstadt zurück und wurde zu einem wichtigen Baustein für das Erreichen des Finales der Western Conference in seiner ersten Saison bei den Nuggets, sein insgesamt siebter Conference-Finals-Einzug in Folge. Außer ihm schafften dies bisher nur Magic Johnson, Michael Cooper, Kareem Abdul-Jabbar und Kurt Rambis.[6] In der Saison 2009/10 wurde Billups (33) zum ältesten Spieler, der jemals in diesem Alter in der NBA eine neue Karrierebestleistung für Punkte pro Spiel in einer Saison (19,5) aufstellte.

New York Knicks (2011)

Am 22. Februar 2011 wurde Billups zusammen mit Carmelo Anthony, Anthony Carter, Shelden Williams und Renaldo Balkman im Austausch für Raymond Felton, Danilo Gallinari, Wilson Chandler, Timofey Mozgov, einen First Round Pick sowie zwei Second Round Picks und $ 3 Millionen an die New York Knicks abgegeben.[7][8] Nach der Saison 2010/2011 wurde Billups von den Knicks, via Amnesty Clause, entlassen, um genug Gehaltsspielraum zu schaffen, um Tyson Chandler zu verpflichten.

Los Angeles Clippers (2011–2013)

Wenige Tage nach seiner Entlassung durch die Knicks, gaben die Los Angeles Clippers ein Gebot für Billups ab. Da Billups durch die Amnesty Clause entlassen wurde, wurde er nicht wie im üblichen Fall Free Agent. Jedes NBA Team, außer den New York Knicks und Teams über der Gehaltsobergrenze, war berechtigt, um seine Rechte zu bieten, unabhängig ob Billups dieses Angebot annimmt oder nicht.

Wäre kein Gebot eingegangen, wäre Billups Free Agent geworden und hätte einen neuen (wahrscheinlich höher dotierten) Vertrag mit einem Team seiner Wahl aushandeln können. Billups hatte gedroht, im Fall, dass sich ein Team seine Rechte sichert, würde er sich aus der NBA zurückziehen. Die Differenz aus seinem Gehalt bei den New York Knicks und dem Gebot der Los Angeles Clippers betrug ca. 10 Millionen USD und musste von den New York Knicks weiter gezahlt werden.[9] Am 6. Februar 2012 riss seine linke Achillessehne in einem Spiel gegen die Orlando Magic, wodurch er für den Rest der Saison ausfiel.[10] Nach der Saison verlängerte Billups seinen Vertrag bei den Clippers um ein weiteres Jahr an dessen Ende er der erste Preisträger des Twyman-Stokes Teammate of the Year Awards wurde.[11][12]

Detroit Pistons (2013–2014)

Zur Saison 2013/2014 unterzeichnete Billups einen Vertrag bis 2015 bei den Detroit Pistons, für die er bereits von 2002 bis 2008 aktiv war. Dort sollte Billups das junge Team führen und dabei helfen, das Franchise wieder in den Bereich der Play-offs zu führen. Am 10. September 2014 beendete Billups seine Karriere als professioneller Basketballspieler, nachdem sein Vertrag in Detroit nicht verlängert wurde. Zu seinen Ehren wird Billups’ Trikotnummer 1 von den Pistons nicht mehr vergeben.[13]

Trainertätigkeit

Billups war ab Oktober 2020 bis zum Saisonende 2020/21 als leitender Assistenztrainer des NBA-Teams der Los Angeles Clippers tätig.[14] Seit der Saison 2021/22 ist er Cheftrainer der Portland Trail Blazers.[15] Im Oktober 2025 wurde er wegen seiner Verwicklung in eine Untersuchung des FBI zu einem Glücksspielskandal, in deren Lauf er vorläufig festgenommen wurde, als Cheftrainer beurlaubt.[16]

Festnahme

Im Oktober 2025 wurde Chauncey Billups gleichzeitig mit 33 weiteren Personen festgenommen. Ihm wurde vorgeworfen, Mitgliedern der fünf Familien der amerikanischen Mafia bei illegalen und gezinkten Pokerspielen geholfen zu haben und dafür an den Gewinnen beteiligt worden zu sein.[17]

Auszeichnungen und Erfolge

  • NBA-Meisterschaft: 2004
  • NBA-Finals MVP: 2004
  • 3× All-NBA Team
    • 1× All-NBA Second Team: 2006
  • 5× NBA All-Star: 2006, 2007, 2008, 2009, 2010
  • Basketballweltmeister (USA): 2010
  • 2× NBA All-Defensive Second Team: 2005, 2006
  • J. Walter Kennedy Citizenship Award 2008
    • NBA Sportsmanship Award 2009
    • Twyman-Stokes Teammate of the Year Award 2013
  • Rückennummer 1 wird von den Detroit Pistons nicht mehr vergeben

NBA-Statistiken

Weitere Informationen Legende ...
Legende
  GP Absolvierte Spiele (Games played)   GS Spiele von Beginn an (Games started)  MPG Absolvierte Minuten pro Spiel (Minutes per game)
 FG % Wurfquote aus dem Feld (Field-goal percentage)  3P % Wurfquote Drei-Punkte-Würfe (3-point field-goal percentage)  FT % Freiwurfquote (Free-throw percentage)
 RPG Rebounds pro Spiel (Rebounds per game)  APG Assists pro Spiel (Assists per game)  SPG Steals pro Spiel (Steals per game)
 BPG Blocks pro Spiel (Blocks per game)  PPG Punkte pro Spiel (Points per game)  FETT Karriere-Bestmarke
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Reguläre Saison

Weitere Informationen Saison, Team ...
Saison Team GP GS MPG FG % 3P % FT % RPG APG SPG BPG PPG
1997–98 Boston 514425.4.390.339.8172.24.31.5.011.1
1997–98 Toronto 292631.7.349.316.9192.73.31.0.111.3
1998–99 Denver 454133.1.386.362.9132.13.81.3.313.9
1999–00 Denver 13523.5.337.171.8412.63.0.8.28.6
2000–01 Minnesota 773323.2.422.376.8422.13.4.7.19.3
2001–02 Minnesota 825428.7.423.394.8852.85.5.8.212.5
2002–03 Detroit 747431.4.421.392.8783.73.9.9.216.2
2003–04 Detroit 787835.4.394.388.8783.55.71.1.116.9
2004–05 Detroit 808035.8.442.426.8983.45.81.0.116.5
2005–06 Detroit 818136.1.418.433.8943.18.6.9.118.5
2006–07 Detroit 707036.2.427.345.8833.47.21.2.217.0
2007–08 Detroit 787832.3.448.401.9182.76.81.3.217.0
2008–09 Detroit 2235.0.333.286.9185.07.51.5.512.5
2008–09 Denver 777735.3.420.410.9003.06.41.2.217.9
2009–10 Denver 737334.1.418.386.9103.15.61.1.119.5
2010–11 Denver 515132.3.438.441.9232.55.31.0.216.5
2010–11 New York 212131.6.403.328.9023.15.5.9.117.5
2011–12 L.A. Clippers 202030.4.364.384.8952.54.0.5.215.0
2013 L.A. Clippers 222219.0.402.367.9381.52.2.5.08.4
2013–14 Detroit 19716.3.304.292.8331.52.2.4.13.8
Gesamt 104393731.6.415.387.8942.95.41.0.215.2
All-Star 5019.0.455.320.7502.25.0.4.010.2
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Playoffs

Weitere Informationen Saison, Team ...
Saison Team GP GS MPG FG % 3P % FT % RPG APG SPG BPG PPG
2001 Minnesota 308.7.167.0001.0001.7.7.0.01.0
2002 Minnesota 3344.7.451.400.7005.05.71.0.322.0
2003 Detroit 141434.6.374.310.9333.44.7.6.118.0
2004 Detroit 232338.3.385.346.8903.05.91.3.116.4
2005 Detroit 252539.4.428.349.8934.36.51.0.218.7
2006 Detroit 181839.2.406.340.9053.46.51.2.117.9
2007 Detroit 161640.6.435.389.8323.35.71.2.118.6
2008 Detroit 151532.0.401.375.8322.95.5.8.116.1
2009 Denver 161638.7.457.468.9063.86.81.3.320.6
2010 Denver 6634.5.446.355.8812.36.31.0.520.6
2011 New York 1135.0.273.3331.0002.04.0.0.010.0
2012–13 L.A. Clippers 6619.2.306.353.8182.01.0.2.26.2
Gesamt 14614336.4.411.366.8803.45.71.0.217.3
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Siehe auch

Commons: Chauncey Billups – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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