Chelerythrin

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Chelerythrin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der quartären Benzophenanthridine.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Chelerythrin
Allgemeines
Name Chelerythrin
Andere Namen

1,2-Dimethoxy-12-methyl[1,3]benzodioxolo[5,6-c]phenanthridinium

Summenformel C21H18NO4+
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 251-930-0
ECHA-InfoCard 100.047.194
PubChem 2703
ChemSpider 2602
DrugBank DB17024
Wikidata Q5089853
Eigenschaften
Molare Masse 348,37 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

213 °C (Chlorid)[2]

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser[3]
  • in absolutem Alkohol leicht löslich[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[4]
Toxikologische Daten

95 mg·kg−1 (LD50, Maus, s.c.)[5]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Chelerythrin kommt natürlich im Schöllkraut (Chelidonium majus) vor.[6] Es ist das wirksamste Alkaloid (Gehalt bis 2 %) der Pflanze.[5] Es kommt auch in anderen Pflanzen wie Kalifornischer Mohn (Eschscholtzia californica)[7] und verschiedenen Hornmohn-Arten vor.[8]

Geschichte

1839 stellte J. M. A. Probst aus dem Schöllkraut und aus dem Gelben Hornmohn das Alkaloid Chelerythrin dar. 1842 gab Jacob Heinrich Wilhelm Schiel (1813–1889) an, dass das 1828 durch den amerikanischen Chemiker James Freeman Dana (1793–1827) aus der Wurzel des Kanadischen Blutkrauts (Sanguinaria canadensis) dargestellte Sanguinarin identisch mit dem Chelerythrin von Probst sei. 1869 erprobte Ludwig Weyland Sanguinarin (Chelerythrin) im Tierversuch am Frosch.[9][10][11][12][13] Nach Husemann (1871 und 1883) bewirkte das als Chelerythrin bzw. Sanguinarin bezeichnete Alkaloid zu 0,06 g beim Menschen Erbrechen, und tötete zu 0,001 g subcutan Frösche und zu 0,02 g Kaninchen. Als Vergiftungserscheinungen resultierten Adynamie und klonische oder selbst tonische Krämpfe. Der Tod erfolgte durch Lähmung des Atemzentrums. Auf Pulsfrequenz und Blutdruck wirkten kleine Dosen steigernd, große herabsetzend durch lähmende Einwirkung auf das vasomotorische Zentrum und das Herz.[14][15][16]

Eigenschaften

Chelerythrin ist ein farbloser Feststoff, wobei seine Salze in wässriger Lösung eine gelbe Farbe besitzen und fluoreszieren.[1] Mit Säuren verbindet sich Chelerythrin zu Salzen, die in Wasser löslich sind.[3]

Verwendung

Chelerythrin wird als antimikrobielles und entzündungshemmendes Agens gegen Infektionen des Mundraumes empfohlen und ist ein Inhibitor der Rattenleber-Aminotransferase, ein potentes cytotoxisches Agens und Entkoppler der oxidativen Phosphorylierung.[2]

Sicherheitshinweise

Chelerythrin besitzt eine örtlich reizende Wirkung und ruft bei oraler Einnahme Erbrechen, Gastroenteritis und heftige Diarrhöen hervor. Es hat in größeren Dosen zentrallähmende Wirkung und verursacht Tod durch Atemlähmung.[5][2]

Einzelnachweise

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