China Poly Group

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Die China Poly Group Corporation (chinesisch: 中国保利集团公司) ist ein chinesisches zentralstaatlich kontrolliertes Konglomerat mit Sitz in Peking. Es gehört zur Gruppe der Staatsunternehmen unter Aufsicht der SASAC (State-owned Assets Supervision and Administration Commission) des chinesischen Staatsrates. Die Gruppe ist in mehreren strategischen Industriezweigen tätig, darunter Verteidigungstechnologie, Außenhandel, Immobilienwirtschaft, Kultur, Tourismus und Energie. Der Immobiliensektor ist allerdings der mit Abstand größte Geschäftszweig, mit ca. 90 Prozent des Gesamtumsätze.[3] Mit einem Umsatz von 67,6 Milliarden US-Dollar (2024) gehört die Gruppe zu den Fortune-Global-500-Unternehmen.

Schnelle Fakten
China Poly Group Corporation
Rechtsform Staatsunternehmen
Gründung 1992
Sitz Peking, China Volksrepublik Volksrepublik China
Leitung Liu Hualong (CEO)
Mitarbeiterzahl ca. 100.000 (2024)[1]
Umsatz ca. 67,6 Mrd. US-Dollar (2024)[2]
Branche Mischkonzern
Website www.polyhongkong.com/en
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New Poly Plaza in Peking

Geschichte

Die Poly Group wurde 1983 als Tochtergesellschaft der China International Trust and Investment Corporation (CITIC), einer staatlichen Investmentgesellschaft, gegründet[4] und wurde 1992 ein eigenständiges Unternehmen. Ursprünglich als Außenhandelsunternehmen mit Fokus auf Rüstungsexport gegründet, weitete Poly seine Aktivitäten ab Anfang der 1990er Jahre auf zivile Wirtschaftsbereiche aus, beginnend mit dem Bausektor, wobei die Poly Group entscheidend an der Entwicklung von Pudong in Shanghai beteiligt war.[5]

In den 2000er Jahren wandelte sich das Unternehmen in ein diversifiziertes Staatskonglomerat. Dabei entstanden mehrere Tochterunternehmen, die in verschiedenen Industriezweigen tätig sind, darunter Poly Technologies, Poly Real Estate und Poly Culture.

Geschäftsbereiche und Aktivitäten

China Poly Group ist in einer Vielzahl von Wirtschaftsfeldern tätig, darunter:

  • Rüstungs- und Außenhandel: Über die Tochtergesellschaft Poly Technologies ist das Unternehmen einer der größten staatlichen Exporteure von Verteidigungstechnologie, Waffen und Sicherheitsausrüstung. Das Unternehmen gilt als der größte chinesische Waffenexporteuer.[4]
  • Immobilien: Die Tochter Poly Developments and Holdings Group (ehemals Poly Real Estate) ist eines der größten Bau- und Immobilienunternehmen Chinas, börsennotiert in Shanghai.
  • Kulturindustrie: Über Poly Culture Group betreibt das Unternehmen Auktionshäuser, Kunstgalerien, Theater und Kulturzentren im In- und Ausland. Das Unternehmen soll dabei als Arm für Chinas Soft Power im Ausland dienen.[4]
  • Bergbau und Energie: Beteiligungen an Kohlebergbau, erneuerbare Energien und Infrastrukturprojekten im Inland und in Übersee.
  • Tourismus: Über Poly Business and Tourism Management Group betreibt die Gruppe Hotels und kooperiert mit großen Hotelketten.
  • internationale Projektentwicklung: Beteiligung an Infrastrukturprojekten in Afrika, Zentralasien, Südostasien und dem Nahen Osten, teils im Rahmen staatlicher Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der Belt and Road Initiative.

Darüber hinaus ist die Gruppe auch im Bereich Sicherheitstechnik und Überwachungssysteme aktiv. Insgesamt gibt es 11 hauptsächliche Tochtergesellschaften (6 davon börsennotiert) und 2000 Unternehmen die sich vollständig im Besitz der Poly Group befinden oder von ihr kontrolliert werden.[6]

Hauptsitz

Der von Skidmore, Owings & Merrill (SOM) entworfene Hauptsitz der Poly Corporation in Peking dient als zentrale Drehscheibe für die Tochtergesellschaften des Unternehmens. Das Gebäude verfügt über ein 90 Meter hohes Atrium, das von der weltweit größten, durch ein Seilnetz getragenen Glaswand umgeben ist und so ein visuell beeindruckendes Herzstück bildet. Die Konstruktion umfasst nachhaltige Designelemente wie eine doppelschichtige Low-E-Glasfassade und einen Dachgarten, um die Energieeffizienz zu steigern. Darüber hinaus beherbergt das Gebäude das Poly Museum, in dem chinesische Kulturgüter ausgestellt werden.[7]

Kontroversen

Die China Poly Group soll als Instrument für die auswärtigen Interessen der chinesischen Regierung dienen und dem Unternehmen wurde von Amnesty International Waffenlieferungen in Konfliktzonen vorgeworfen. Die RAND Corporation bezeichnete das Unternehmen 1997 als eine Frontorganisation der Volksbefreiungsarmee. Sie soll sich 1996 an der illegalen Einfuhr von 2000 AK-47-Sturmgewehren in die Vereinigten Staaten beteiligt haben.[4]

Einzelnachweise

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