Chlorfenvinphos

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Chlorfenvinphos ist ein Gemisch von zwei isomeren chemischen Verbindungen aus der Gruppe der organischen Phosphorsäureester.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Chlorfenvinphos
Gemisch aus (E)- und (Z)-Isomer
Allgemeines
Name Chlorfenvinphos
Andere Namen
  • O-(2-Chlor-1-(2,4-dichlorphenyl)vinyl)-O,O-diethylphosphat
  • Haptasol
  • Haptarax
  • Sapecron
  • Birlane
  • Diethyl-(2-chlor-1-(2,4-dichlorphenyl))vinylphosphat
  • Phosphorsäure-(2-chlor-1-(2,4-dichlorphenyl)ethenyl)diethylester
Summenformel C12H14Cl3O4P
Kurzbeschreibung

bernsteinfarbene Flüssigkeit[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 207-432-0
ECHA-InfoCard 100.006.758
PubChem 10107
ChemSpider 9703
Wikidata Q408184
Eigenschaften
Molare Masse 359,57 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

1,36 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

−23 – −19 °C[2]

Siedepunkt

167–170 °C (0,66 mbar)[2]

Dampfdruck

< 0,001 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit
  • schwer in Wasser (145 mg·l−1 bei 20 °C)[2]
  • mischbar mit Aceton, Xylol, Ethanol, Kerosin und Propylenglycol[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300311410
P: 264270280301+310302+352+312[2]
Toxikologische Daten

10 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[2]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Chlorfenvinphos kann durch Reaktion von m-Dichlorbenzol mit Dichloracetylchlorid und anschließende Reaktion des Zwischenproduktes mit Triethylphosphit gewonnen werden.[5]

Eigenschaften

Chlorfenvinphos ist eine in reiner Form farblose, als technisches Produkt bernsteinfarbene Flüssigkeit, die schwer löslich in Wasser ist.[2] Das technische Produkt ist eine Mischung aus cis- and trans-Isomeren.[1] Es enthält nicht weniger als 92 % Chlorfenvinphos, wobei eine typische Probe 9,7 % des cis- und 83,8 % trans-Isomers enthält. Das cis-Isomer ist dabei weniger als Insektizid wirksam als das trans-Isomer.[3]

Verwendung

Chlorfenvinphos ist ein Insektizid, das bis 1991 in den USA verwendet wurde. Danach wurde die Verwendung in den USA untersagt. Kommerzielle Präparate enthalten in der Regel 90 % Chlorfenvinphos in flüssiger Form.[6] Chlorfenvinphos wirkt als Cholinesterasehemmer und hydrolysiert in Lösung langsam.[7]

Zulassung

In der Schweiz war Chlorfenvinphos in einigen Präparaten gegen Kohl-, Möhren- und Zwiebelfliege im Gemüseanbau zugelassen. In den EU-Staaten einschließlich Deutschland und Österreich sowie in der Schweiz sind heute keine Pflanzenschutzmittel mehr zugelassen, die Chlorfenvinphos als Wirkstoff enthalten.[8] Das Europäische Arzneibuch legt als Grenzwert für Chlorfenvinphos-Rückstände in pflanzlichen Drogen 0,5 mg·kg−1 fest.[9]

Einzelnachweise

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