Chourgnac
französische Gemeinde
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Chourgnac (auch: Chourgnac-d’Ans, Aussprache [ʃuʁˈɲak], okzitanisch Chornhac) ist eine französische Gemeinde mit 69 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner nennen sich Chourgnacois und Chourgnacoises.
| Chourgnac Chornhac | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Le Haut-Périgord noir | |
| Gemeindeverband | Terrassonnais Haut Périgord Noir | |
| Koordinaten | 45° 14′ N, 1° 4′ O | |
| Höhe | 149–260 m | |
| Fläche | 6,96 km² | |
| Einwohner | 69 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 10 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24640 | |
| INSEE-Code | 24121 | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Geografie

Chourgnac liegt etwa 28 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux, etwa 38 Kilometer westnordwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 40 Kilometer südsüdöstlich von Sarlat-la-Canéda im Nordosten des Départements. Die Gemeinde befindet sich in der Région naturelle des Périgord central, im Périgord noir touristisch benannten Landesteil. Ihr Gebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne, aber es sind keine permanenten Wasserläufe in der Gemeinde verzeichnet.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Chourgnac liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, von denen bestimmte aus dem Känozoikum datieren, andere aus dem Mesozoikum.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige und teilweise bewaldete Landschaft. Die Erhebungen erreichen im Norden kaum 200 m und nehmen nach Südosten hin zu. So liegt der topografisch höchste Punkt mit 260 m im Südosten des Gemeindegebiets. Der topographisch tiefste Punkt liegt mit 149 m im äußersten Norden an der Grenze zur Nachbargemeinde Tourtoirac. Das Dorfzentrum liegt auf etwa 202 m Höhe.
Rund 51 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen genutzt, rund 49 % sind bewaldet.[2]
Chourgnac wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:
| Tourtoirac | ||
| Sainte-Eulalie-d’Ans | ||
| Gabillou | Sainte-Orse |
Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Chourgnac als
Im Gemeindegebiet besteht bis auf einen kleineren Bereich rund um das Dorfzentrum zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, sind rund 35 % des Gemeindegebiets von Chourgnac von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 1989 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes wurde im 11. Jahrhundert erstmals als Eschaurniac erwähnt (1025), im 13. Jahrhundert in der Variante Eschaurnaces bis zum 16. Jahrhundert, in dem er seine erste Silbe verlor und zu Chournhac wurde. Das -nh- wird wie -gn. ausgesprochen. Er kommt vom Namen einer gallorömischen Person Scaurinus, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Scaurinacum, Anwesen des Scaurinus). Scaurinus ist von Scaurus abgeleitet, einem Spitznamen, der Klumpfuß im alten Rom bedeutete.[5]
Die Ortsnamen belegen, dass Chourgnac bereits in gallorömischer Zeit besiedelt war. Um das Jahr 1000 entstand das Dorf mit dem Bau der Kirche, aus der die Pfarrei hervorging. Das Dorf besteht aus großen Bauernhäusern mit Schieferdächern. Das Landschaftsbild ist geprägt von Bories, Kraggewölbebauten aus Trockenmauerwerk.
Bis zum Ende des Hundertjährigen Krieges gehörte die Pfarrei Chourgnac zur Kastellanei Ans, die zwischen englischer und französischer Herrschaft mehrmals den Besitzer wechselte. Im Mittelalter hieß das Dorf deshalb Chourgnac-d’Ans. Im Jahr 1600 verkaufte Heinrich IV., als Graf von Périgord, die Gerichtsbarkeit über die Pfarrei Chourgnac an Jean de Marqueyssac, Herrn von Hautefort de Bruzac. Auf der Karte von Cassini Frankreichs aus den Jahren 1756–1789 ist das Dorf als „Eychourgnac“ verzeichnet.
Schließlich ist das Bürgerhaus in dem Weiler Lachèze der Geburtsort von Orélie Antoine de Tounens, einem Abenteurer, der sich 1860 unter dem Namen Orélie-Antoine I. zum König von Araucania und Patagonien ausrief.[6][7]
Bevölkerungsentwicklung
| Chourgnac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 388 | |||
| 1800 | 251 | |||
| 1806 | 281 | |||
| 1821 | 315 | |||
| 1831 | 412 | |||
| 1836 | 395 | |||
| 1841 | 359 | |||
| 1846 | 348 | |||
| 1851 | 368 | |||
| 1856 | 362 | |||
| 1861 | 329 | |||
| 1866 | 294 | |||
| 1872 | 305 | |||
| 1876 | 288 | |||
| 1881 | 289 | |||
| 1886 | 268 | |||
| 1891 | 236 | |||
| 1896 | 228 | |||
| 1901 | 222 | |||
| 1906 | 212 | |||
| 1911 | 194 | |||
| 1921 | 174 | |||
| 1926 | 158 | |||
| 1931 | 154 | |||
| 1936 | 148 | |||
| 1946 | 142 | |||
| 1954 | 124 | |||
| 1962 | 113 | |||
| 1968 | 94 | |||
| 1975 | 71 | |||
| 1982 | 72 | |||
| 1990 | 71 | |||
| 1999 | 56 | |||
| 2006 | 68 | |||
| 2013 | 73 | |||
| 2020 | 62 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9][10][11] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Gotische Kirche Saint-Sulpice
- Chartreuse von Lachèze, 1757 gebaut
- Kirche Saint-Sulpice
- Chartreuse von Lachèze
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 29 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Chourgnac erwerbstätig, entsprechend 76,3 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit sechs Personen im Jahr 2022 doppelt so hoch wie im Jahr 2016.[12]
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht zur Fleischerzeugung.[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 12 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 11 im Jahr 2000, stieg auf 12 im Jahr 2010 und sank auf 9 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 25 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche von 321 Hektar im Jahre 1988 blieb mit 320 Hektar im Jahre 2020 ähnlich groß. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 26,8 Hektar auf 35,6 Hektar.[14][15][16]
Verkehr
Chourgnac liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.
Persönlichkeiten
- Orélie Antoine de Tounens (1825–1878), französischer Abenteurer, geboren in Chourgnac
- Philippe Boiry (1927–2014), französischer Rechtsanwalt, Journalist, erkaufter Bewerber des Königreichs von Araukanien und Patagonien, verstorben in Chourgnac
Gemeindepartnerschaft
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
