Christa Lang

deutsch-amerikanische Schauspielerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Christa Lang, verehelichte Christa Fuller (* 23. Dezember 1943 in Winterberg, Deutschland; † 30. Januar 2026 in Los Angeles[1]), war eine deutsch-US-amerikanische Schauspielerin.

Christa Lang (2016)

Leben und Wirken

Die aus dem heutigen Nordrhein-Westfalen stammende Lang besaß unter ihren Vorfahren Hugenotten, sodass sie sich schon recht früh für die französische Kultur und die Sprache dieses Landes zu interessieren begann. Nach einem Vorsprechtermin (für Arthur Millers Hexenjagd) bei Helmut Käutner an einer Theaterschule verbot Langs Mutter der minderjährigen Christa die Schauspielerei, worauf sich Lang, die zuvor in einer Zeitungsanzeige gelesen hatte, dass in Frankreich Au-pair-Mädchen gesucht würden, im Alter von 17 Jahren nach Paris aufmachte. Christa Lang nahm dort diverse Jobs an und arbeitete als Au-Pair-Mädchen, als Übersetzerin einer Textilfirma und stand Modell für den Bildhauer Paul Belmondo. Schließlich machte sie mit Marc Allégret Probeaufnahmen und erhielt im Alter von 19 Jahren ihre erste (noch kleine) Filmrolle in einem französischen Film mit Maria Schell, Das übersinnliche Landhaus.

In den Folgejahren drehte Christa Lang an der Seine Film auf Film und arbeitete kurz nach ihrem Karrierestart mit dortigen Künstlern wie Roger Vadim, Jean-Luc Godard und Claude Chabrol zusammen. Zu ihren Filmpartnern zählten in Frankreich der 1960er Jahre Stars wie Jean Gabin, Gert Fröbe, Eddie Constantine und Anthony Perkins. Meist war in diesen Filmen ihr Part der blonden Unschuld oder Verführerin mit bisweilen schlechten Eigenschaften (wie ihre verführerische Sirene, die in Godards Lemmy Caution gegen Alpha 60 Akim Tamiroff erst um den Finger wickelt und dann bestiehlt). Einige Monate lang versuchte sich die Deutsche in dem Theaterstück La Jalousie („Die Eifersucht“, nach Sacha Guitry) auch als Bühneninterpretin.

Nachdem sie den US-Regisseur Samuel Fuller kennen gelernt hatte, heirateten beide am 25. Juli 1967, und nach nicht einmal fünf Jahren Frankreich-Aufenthalt verließ Christa Lang mit ihrem Mann Frankreich wieder und übersiedelte nach Hollywood. Dort gab sie 1968 ihren Einstand mit einem winzigen Auftritt in einem Elvis-Presley-Western (Charro!). Während ihre US-Karriere nicht so recht an Fahrt aufnahm – Christa Lang kam nie über Nebenrollen hinaus – erhielt die Wahl-Amerikanerin ausgerechnet in ihrer alten Heimat ihre einzige Hauptrolle: Unter der Regie ihres Mannes spielte Christa Lang 1972 in ihrer einzigen deutschen (wenngleich englischsprachigen) Produktion, dem Tatort-Krimi Tote Taube in der Beethovenstraße die undurchsichtige Christa, die zum Ende des Kriminalfalls stirbt. Auch in weiteren Fuller-Inszenierungen war Christa Lang später zu sehen, doch auch dort lediglich in Nebenrollen. Zuletzt trat sie 2017 in einem Film in Erscheinung, ihr schauspielerisches Schaffen umfasst rund 30 Produktionen. Gelegentlich hat sich Christa Lang auch als Drehbuchautorin versucht und Dokumentationen über ihren Mann Sam Fuller hergestellt.

Anfang 1975 wurde Samantha Fuller, die gemeinsame Tochter von ihr und Sam Fuller geboren, die später sporadisch als Filmschauspielerin arbeiten sollte.

Ende Januar 2026 starb Lang etwas mehr als einen Monat nach ihrem 82. Geburtstag.

Filmografie

Commons: Christa Lang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI