Christian-Markus Raiser

deutscher Organist, Komponist und Kirchenmusikdirektor From Wikipedia, the free encyclopedia

Christian-Markus Raiser (* 1962 in Eschental/Hohenlohekreis) ist ein deutscher Organist, Komponist und Kirchenmusikdirektor.

Leben und Wirken

Musikalische Laufbahn

Christian-Markus Raiser studierte Kirchenmusik an der Musikhochschule Stuttgart und der Musikhochschule Trossingen, unter anderem bei Jon Laukvik, Zsigmond Szathmáry und Gerd Witte (Orgel), sowie bei Dieter Kurz und Manfred Schreier (Dirigieren). Das Studium schloss er mit dem A-Examen ab und erhielt ein Stipendium der Graduiertenförderung des Landes Baden-Württemberg. Während des Studiums war Raiser ab 1986 als Kantor und Organist an der Evangelischen Stadtkirche in Renningen tätig, bevor er 1991 an die Evangelische Stadtkirche in Stuttgart-Untertürkheim wechselte.

Raiser ist als Konzertorganist international tätig. Seit 1985 konzertiert er als Organist zusammen mit Eckhard Schmidt (Trompete) und Rudi Scheck (Trompete) als Stuttgarter Barock-Collegium[1].

Seit 1996 ist Raiser Organist und Kantor an der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe,[2] wo er zudem als künstlerischer Leiter von Konzertreihen wie dem Internationalen Orgelsommer[3] wirkt. Ebenfalls im Jahr 1996 gründete er den CoroPiccolo Karlsruhe,[4] mit dem er folgende Werke zeitgenössischer Komponisten zur Uraufführung brachte: Archangeli von Petr Eben (2002), Lied von der Glocke von Kjell Habbestad (2004)[5], Missa Lyrica von Felix Treiber (2005)[6], Sonne, Mond, Sterne von Peter Schindler (2011)[7] und Er ist gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen von Ulrich Gasser (2013)[8].

Außerdem übernahm Raiser die Leitung des Bachchores Karlsruhe[9] und initiierte 1997 die Gründung des auf Historische Aufführungspraxis spezialisierten Karlsruher Barockorchesters.[10] Ebenfalls auf seine Initiative hin wurde 2006 die Singschule Cantus Juvenum Karlsruhe e.V. gegründet.[11]

Die Tagung der Evangelischen Akademie in Baden „Bach-Kantate in Theorie und Praxis“ wird seit dem Jahr 2000 regelmäßig von Raiser künstlerisch und konzeptionell begleitet und durchgeführt.

Zahlreiche Kooperationen erfolgten mit dem SWR, dem Zentrum für Kunst und Medien (ZKM), dem Badischen Staatstheater Karlsruhe. Einladungen erhielt er zu Festivals wie „Zeitgenuss“, den Händel-Festspielen Karlsruhe und dem Festival de Santander.

Lehrtätigkeit

Von 1990 bis 1992 hatte Raiser einen Lehrauftrag an der Musikhochschule Trossingen inne. Von 1995 bis 2000 war er als Lehrbeauftragter für Orgelliteratur und Improvisation an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg tätig.[12]

Auszeichnungen

Im Jahr 2007 wurde Raiser zum Kirchenmusikdirektor ernannt. 2022 erhielt er die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg für seine Verdienste um Gesellschaft, Kirche und Kultur.

Kompositionen (Auswahl)

  • Das Volk, das im Finstern wandelt, es sieht ein großes Licht – Adventsmotette für gemischten Chor und Orgel, Musica Rinata 1994
  • Toccata con Aria für Orgel, Strube-Verlag 2009
  • Jubilate Deo – Paraphrase zu Psalm 100 für Trompete und Orgel, Strube-Verlag 2011
  • Ihr Kinderlein kommet – Vier Advents- und Weihnachtslieder für gemischten Chor, Strube-Verlag 2013
  • Nun danket alle Gott für zwei Trompeten und Orgel, Strube-Verlag 2014
  • „Und nähme ich Flügel der Morgenröte“ Paraphrase über Psalm 139,9 für Orgel, 2019, Ries & Erler

Diskografie (Auswahl)

  • Musik für Trompete und Orgel, Vol. 1 (Hänssler Classic; 1992)
  • Französische Musik für Trompete und Orgel in der Orgellandschaft Elsaß (Hänssler Classic; 1996)
  • Musik für Trompete und Orgel, Vol. 2 (Hänssler Classic; 1999)
  • Romantische Orgelmusik (Hänssler Classic; 2001)
  • Nordlicht – Northern Light (Organum Classics; 2006)
  • Wegkreuzungen im Leben Johann Sebastian Bachs (Organum Classics; 2008)
  • Concerto Festivo (Organum Classics; 2010)
  • Faszinierende Klangwelten – Orgel und Glocken (Motette; 2013)
  • Aufgefächert – Deutsche Orgelmusik zwischen 1750 und 1915, Christian-Markus Raiser an der Lenter-Orgel der Kleinen Kirche Karlsruhe (Organum Classics; 2020)

Anmerkungen und Einzelnachweise

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