Christian Hannick

deutscher Slawist From Wikipedia, the free encyclopedia

Christian Hannick (* 3. September 1944 in Neufchâteau, Belgien) ist ein belgischer Slawist.

Leben

Hannick studierte von 1964 bis 1967 slawische Sprachwissenschaft, semitische Philologie und Indogermanistik an der Universität Bonn. Von 1967 bis 1969 studierte er an der Universität Wien Byzantinistik, slawische Sprachwissenschaft und Philosophie. Zu seinen akademischen Lehrern zählen Herbert Hunger und Josip Hamm. Nach seiner Promotion 1969 arbeitete er am Institut für neutestamentliche Theologie an der Universität Münster bei Kurt Aland. Von 1981 bis 1993 war er Professor für slawische Sprachwissenschaft an der Universität Trier. Von 1993 bis zu seiner Emeritierung 2009 war er Professor für Slawistik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.[1]

1990 wurde er korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften,[2] 2001 der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste[3] und 2002 der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.[4] 2019 wurde er zum auswärtigen Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften gewählt.[5]

Forschungsinteressen

Hannicks Interessen liegen auf dem Gebiet der älteren slawischen Sprachwissenschaft, der Beziehung zwischen Byzanz, Armeniern, Georgiern und den Slawen, der slawischen Geistesgeschichte (vor allem in Russland und bei den Südslawen), älterer kirchenslawischer Musik, byzantinischer Musikgeschichte und der Kirchengeschichte in Ost- und Südeuropa.[6]

Schriften

  • Studien zu den Anastasima in den sinaitischen Handschriften. Dissertation, Universität Wien 1969.
  • Studien zu den griechischen und slavischen liturgischen Handschriften der Österreichischen Nationalbibliothek (= Byzantina Vindobonensia. Band 6). Böhlau, Wien/Köln/Graz 1972, ISBN 3-205-03281-0.
  • Byzantinische Musik, in: Herbert Hunger: Die hochsprachliche profane Literatur der Byzantiner (= Handbuch der Altertumswissenschaft. Abteilung 12: Byzantinisches Handbuch. Band 5). Teilband 2, C. H. Beck, München 1978, ISBN 3-406-01428-3, S. 183–218, 246–247.
  • Maximos Holobolos in der kirchenslavischen homiletischen Literatur (= Wiener Byzantinistische Studien. Band 14). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1981, ISBN 3-7001-0388-3 (Habilitationsschrift).
  • Das slavische Buch im Spiegel der Geistesgeschichte (= Ausstellungskataloge Trierer Bibliotheken. Band 4). Universitätsbibliothek/Stadtbibliothek, Trier 1982.
  • mit Gerda Wolfram: Gabriel Hieromonachos, Abhandlung über den Kirchengesang (= Corpus scriptorum de re musica. Band 1). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1985, ISBN 3-7001-0729-3.
  • mit Gerad Wolfram: Die Erotapokriseis des Pseudo-Johannes Damaskenos zum Kirchengesang (= Corpus scriptorum de re musica. Band 5). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2520-8.
  • Das Altslavische Hirmologion. Edition und Kommentar (= Monumenta linguae Slavicae dialecti veteris. Band 50). Weiher, Freiburg im Breisgau 2006, ISBN 978-3-921940-46-4.
  • Das Taktikon des Nikon vom Schwarzen Berge. Griechischer Text und kirchenslavische Übersetzung des 14. Jahrhunderts. Ediert in Zusammenarbeit mit Peter Plank, Carolina Lutzka und Tatʹjana I. Afanasʹeva unter Heranziehung der Vorarbeiten von Irénée Doens (= Monumenta linguae Slavicae dialecti veteris. Band 62). 2 Teilbände, Weiher, Freiburg im Breisgau 2014, ISBN 978-3-921940-58-7.

Literatur

  • Hermann Fegert: Christian Hannick zum 80. Geburtstag. In: Bulletin der deutschen Slavistik. Jahrgang 30, 2024, S. 39 (online).

Einzelnachweise

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