Christiane Kuhl
deutsche Radiologin und Hochschullehrerin
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Christiane Katharina Kuhl (* 28. April 1966 in Bonn) ist eine deutsche Ärztin und Hochschullehrerin. Sie ist Universitätsprofessorin an der RWTH Aachen, wo sie den Lehrstuhl für Diagnostische und Interventionelle Radiologie hält und die gleichnamige Klinik des Universitätsklinikums Aachen als Direktorin leitet. Der wissenschaftliche Schwerpunkt von Kuhl liegt auf der Diagnostik und bildgesteuerten Therapie von Tumorerkrankungen sowie der Brustkrebsdiagnostik. Kuhl ist seit Mai 2025 Präsidentin der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG, Fachgesellschaft für Medizinische Bildgebung und Bildgeführte Therapie)[1][2] sowie President Elect der European Society of Breast Imaging.

Werdegang
Kuhl studierte Medizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wo sie im Dezember 1991 das Staatsexamen ablegte. Nach mehrjähriger wissenschaftlicher Arbeit an der Sektion MRT der Radiologischen Klinik der Universität Bonn promovierte sie 1994 mit „summa cum laude“ auf dem Gebiet der 31P-MR-Spektroskopie von neuromuskulären Erkrankungen.
Die Weiterbildung zum Facharzt absolvierte Kuhl zwischen 1992 und 1998 an der Bonner Universitätsklinik für Radiologie, unterbrochen von 1994 bis 1995 durch eine klinische Weiterbildung an der Klinik für Neurochirurgie. Die Anerkennung der Weiterbildung zum Radiologen erhielt sie 1999.
Nach Habilitation und Erteilung der Venia legendi im Jahr 1999 und einer Weiterbildung in allgemeiner und spezieller Neuroradiologie mit dem Erwerb der Zusatzbezeichnung Neuroradiologie wurde sie zur Oberärztin der Radiologischen Klinik der Universität Bonn und 2004 zur Leitenden Oberärztin befördert. Zugleich erhielt sie 2004 einen Ruf auf eine Universitätsprofessur (C3) für Onkologische Diagnostik und minimal-invasive Tumortherapie an der Universität Bonn, die sie bis zu ihrem Wechsel an die RWTH Aachen im Jahr 2010 innehatte. Von 2008 bis 2010 fungierte Kuhl als Prorektorin für Öffentlichkeitsarbeit und Internationales im Rektorat Jürgen Fohrmann der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.[3]
Zwischenzeitlich erfolgte 2009 der Ruf auf den Lehrstuhl für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an der RWTH Aachen, verbunden mit der Leitung der gleichnamigen Klinik, den Kuhl im März 2010 annahm. Seit dem 1. Mai 2010 ist sie Ordinaria für Radiologie an der RWTH Aachen.
Im gleichen Jahr erfolgte eine Anerkennung zum Ausbilder für das Gebiet der Interventionellen Radiologie gemäß der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie (DeGIR), Module A–D, sowie Erteilung der Weiterbildungsbefugnis für das Gesamtgebiet der Radiologie.
Ausdruck der internationalen Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ist eine Vielzahl hochkarätiger Auszeichnungen und Preise, die ihr zuerkannt wurden, sowie ihre Aufnahme in die Deutsche Akademie der Naturforscher LEOPOLDINA wie auch in die Europäische Akademie der Wissenschaften ACADEMIA EUROPAEA.
Kuhl engagiert sich neben ihrer klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit in akademischen Gremien und Fachgesellschaften. Im Jahr 2023 wurde sie zur Präsidentin der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) gewählt und hat dieses Amt seit 2025 inne. Sie ist damit die erste Frau an der Spitze dieser Fachgesellschaft, die seit über 120 Jahren besteht.
Die European Society of Breast Imaging EUSOBI hat Kuhl im Jahr 2024 zur künftigen Präsidentin (President Elect) für die Amtszeit 2026–2028 gewählt. Kuhl ist seit 2011 Teil des Executive Boards dieser Fachgesellschaft.
Wissenschaftliche Tätigkeit
Kuhl ist Autorin wissenschaftlicher Veröffentlichungen, die sich weit überwiegend mit der Diagnostik und Behandlung von Tumorerkrankungen befassen. Hier hat sie grundlegende, viel zitierte Arbeiten verfasst, die insbesondere die Diagnostik und Früherkennung des Mammakarzinoms nachhaltig geprägt haben. Das Besondere an ihrem klinisch-translational angelegten Wirken ist, dass die von ihr erarbeiteten Vorgehensweisen, Techniken, Interpretationskriterien und Einsatzmöglichkeiten der MRT unmittelbar in die klinische Patientenversorgung überführt werden konnten (s. o.). Die hohe klinische Relevanz ihrer Forschungsergebnisse zeigt sich auch daran, dass sie nicht nur in radiologischen Fachzeitschriften publiziert hat, sondern ebenso in übergeordneten wissenschaftlichen Fachzeitschriften wie dem Journal of Clinical Oncology (JCO)[4][5][6][7][8], dem The New England Journal of Medicine (NEJM)[9], The Lancet[10], The Lancet Oncology[11] und dem Journal of the American Medical Association (JAMA)[12][13][14]. Sie gehört dadurch zu den international einflussreichen und häufig zitierten Radiologen (h-Index: 88, i10-Index: 316, Gesamtzahl Zitationen: 38.381).[15]
Beitrag zur Entwicklung des Fachs
Die Magnetresonanztomographie (MRT) gilt heute als die bei weitem leistungsfähigste Methode für die Früherkennung und Diagnostik von Brustkrebs.[16] Kuhl hat durch ihre verschiedenen grundlegenden Arbeiten diese Untersuchungsmethode seit Mitte der 1990er Jahre systematisch zu einer klinisch einsetzbaren Untersuchungsmethode weiterentwickelt und damit international wegweisend geprägt.
Neben frühen Arbeiten zur geeigneten Untersuchungstechnik[17][18][19][20][21][22][23][24][25] hat sie diagnostische Kriterien erarbeitet, die für die Unterscheidung gut- und bösartiger Veränderungen in der MR-Untersuchung der weiblichen Brust maßgeblich sind.[26][27][28][29][30][31] Sie hat den Einfluss diverser physiologischer und iatrogener Faktoren auf den MR-tomographischen Normalbefund der weiblichen Brust beschrieben[32][33][34][35][36][37] und das Konzept des „Background Parenchymal Enhancement“ (BPE) inauguriert[38], was zu einer weiteren Verbesserung der Testgenauigkeit der Mamma-MRT geführt hat. Durch ihre grundlegenden Arbeiten zu den geeigneten MR-Kriterien für die Diagnostik des DCIS hat Kuhl den Stellenwert der Methode auch zur Früherkennung von Brustkrebs-Vorstufen (DCIS, Ductales Carcinoma In-Situ) maßgeblich geprägt.[39][40][41][42] Kuhl führte Techniken zur gezielten, minimal-invasiven Biopsie von Läsionen in der Brust ein, die ausschließlich mittels MRT erkennbar sind – eine wesentliche Voraussetzung zur Nutzung dieser Methode für die Früherkennung und Behandlungsplanung.[43][44][45][46][47][48]
Engagement für die Weiterentwicklung von Programmen für die Früherkennung von Krebserkrankungen
Kuhl setzt sich seit Jahrzehnten für die Weiterentwicklung von Krebs-Früherkennungsprogrammen ein. Ihr Ziel ist es, Früherkennungsprogramme zu etablieren, die auf das persönliche Erkrankungsrisiko zugeschnitten sind und die leistungsfähige Methoden der bildgebenden Diagnostik (konkret die Magnetresonanztomographie) für solche Personen verfügbar machen, die sie wirklich benötigen. Hier hat sie grundlegende wissenschaftliche Arbeiten zur MR-tomographischen Früherkennung des Mammakarzinoms wie auch des Prostatakarzinoms veröffentlicht, indem sie das Problem von zwei verschiedenen Seiten anging:
Zum einen durch Methoden der Risiko-Stratifizierung, d. h. die Identifizierung von Personen, die besondere Diagnostik benötigen.
Zum anderen durch Entwicklung und klinischer Translation neuer Methoden in die klinische MRT-Diagnostik, konkret der fokussierten MRT („Abbreviated MRI“)[49][50][51][52][53], die das Verfahren für den Einsatz in Reihenuntersuchungen – also für das Screening – erst geeignet machen.
1. Risiko-Stratifizierung
Früherkennung des familiären Mammakarzinoms: Der erste Ansatz für die Identifizierung von Frauen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko war die Identifizierung der Brustkrebs-relevanten Gene und ihrer Mutationen Mitte der 1990er Jahre. Kuhl ist anerkannt als Initiatorin der MR-tomographischen Früherkennung von Frauen aus Familien mit sogenanntem familiären (hereditären) Brustkrebs. Die international ersten Daten zur Überwachung von Hochrisiko-Frauen wurden von ihr bereits 1999 vorgelegt und 2000 als Originalarbeit publiziert.[54] Diese Daten waren Vorlage für nachfolgende Publikationen von Kriege[55] und Warner[56]. Die nachfolgend von ihr initiierte große prospektive klinische Studie wurde im Journal of Clinical Oncology publiziert.[57]
Die von ihr im Jahr 2010 im Journal of Clinical Oncology vorgelegte, durch die Deutschen Krebshilfe geförderte prospektive Multicenter-Studie EVA hatte zum Ziel, Früherkennungs-Empfehlungen für Frauen in Hochrisiko-Situation (familiärer Brustkrebs) zu überprüfen. Es war die erste Studie, die zeigen konnte, dass eine zusätzliche Sonographie oder zusätzliche Mammographie die Karzinom-Detektionsrate bei Frauen mit erblichem Brustkrebs nicht verbessern kann.[58]
Nach dem von Kuhl publizierten Konzept wurde die Früherkennung des familiären Mammakarzinoms in das Programm „Familiärer Brust- und Eierstockkrebs“ der Deutschen Krebshilfe übernommen.[59]
Früherkennung des sporadischen Mammakarzinoms: Während die MRT der Brust bei Frauen in der Hochrisiko-Situation (Frauen mit familiärem Mammakarzinom) längst verfügbar ist (im Rahmen der Ambulanten Spezialfachärztliche Versorgung, ASV an Standorten des Deutschen Konsortiums für Brust- und Eierstockkrebs[60]), steht der breiten Masse der Frauen mit sogenanntem „normalem“ (durchschnittlichen) Brustkrebs-Erkrankungsrisiko derzeit (Stand 2026) nur die Früherkennung im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms zur Verfügung. Auch hier hatte Kuhl bereits 2017 erste Daten zur MR-tomographischen Früherkennung bei Frauen mit „normalem“ Erkrankungsrisiko (average risk) vorgelegt und zeigen können, dass diese die Brustkrebsfrüherkennung drastisch verbessern kann.[61] Die Daten dieser Studie wurden durch die DENSE-Studie[62] bestätigt. Dabei ist eine Verbesserung der Brustkrebs-Früherkennung für Frauen mit „normalem“ Erkrankungsrisiko dringend geboten: Zwar kann die mammographische Früherkennung die Brustkrebs-Sterblichkeit senken. Allerdings hat sich durch Einführung des Mammographie-Screenings an der Dimension des Problems nichts geändert: Obwohl Mammographie-Screening-Programme in vielen Ländern der EU teils seit mehreren Jahrzehnten laufen, überwiegend sogar mit systematischem Einladungswesen und mit (zumindest in den Niederlanden, in UK und Skandinavien) sehr hohen Teilnahme-Raten und höchster Qualitätssicherung, ist Brustkrebs nach wie vor und unverändert die häufigste Krebs-Todesursache bei Frauen. Und zwar in allen Ländern der Europäischen Union – gleichermaßen in Ländern mit und ohne Mammographie-Screening-Programm.[63] Frauen verlieren also im Wesentlichen unverändert mehr Lebensjahre an Brustkrebs als an alle anderen Krebserkrankungen – trotz Mammographie-Screening. Dies belegt hinreichend, dass auch für Frauen mit sogenanntem „normalen“ Erkrankungsrisiko die Mammographie zur Früherkennung nicht ausreichend ist. Kuhl hat für diesen Sachverhalt den Begriff „Unterdiagnose“ (Underdiagnosis) geprägt und in die Fachwelt eingeführt – um klarzustellen, dass Kritiker der mammographischen Brustkrebsfrüherkennung sich nicht nur mit der sogenannten „Überdiagnose“ (Overdiagnosis) befassen sollten, also der Detektion von prognostisch irrelevanten Karzinomen durch die Mammographie. Unterdiagnose ist sowohl zahlenmäßig als auch in Bezug auf die medizinischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Implikationen das weit größere Problem.[64]
Die DENSE-Studie verfolgte eine Risiko-Stratifizierung auf der Basis der Brust-Dichte. Allerdings wird dies dem Problem nicht ausreichend gerecht, da gut 80 % der Intervallkarzinome (d. h. Fälle gescheiterter mammographischer Früherkennung) bei Frauen mit geringerer Brust-Dichte auftreten.[65] Kuhls aktuelle Arbeiten befassen sich daher mit einer anderen Vorgehensweise zur Risiko-Stratifizierung: KI-basierte Textur-Analysen des Drüsengewebes ermöglichen eine Risiko-Prädiktion, die präziser ist als alle anderen bislang verfügbaren Maßnahmen zur Ermittlung des persönlichen Erkrankungsrisikos – einschließlich der Brust-Dichte.[66] Entsprechend trainierte Algorithmen sind in der Lage, durch automatisierte Analyse negativer (also unauffälliger) Mammographie-Aufnahmen innerhalb von Millisekunden zu bestimmen, wie hoch das individuelle, persönliche Risiko einer Frau ist, innerhalb der nächsten 2 bis 5 Jahre ein Mammakarzinom zu entwickeln. Diese Frauen sollen dann gezielt zur primär MR-tomographischen Früherkennung eingeladen werden.
2. Weiterentwicklung der MRT zu einer Methode zur Früherkennung
Kuhl ist Inauguratorin des Konzepts der „Fokussierten MRT“. Die fokussierte MRT („Abbreviated MRI“) steht für eine neue Philosophie der klinischen MRT, deren Grundannahme ist, dass für die Beantwortung konkreter klinischer Fragen in aller Regel nur ein Bruchteil der bislang akquirierten Pulssequenzen erforderlich sind. So konnte Kuhl beispielsweise zeigen, dass zum Nachweis von Brustkrebs in der MRT eine Aufnahme-Zeit von 3 Minuten ausreichend ist; für den Nachweis von Prostatakrebs genügt eine Aufnahme-Zeit von 8 Minuten ohne Kontrastmittel-Injektion. Die „Fokussierte MRT“ ermöglicht also eine drastische Reduktion der bislang üblichen, sehr aufwändigen Pulssequenz-Protokolle in der MRT. Praktische Konsequenz ist eine deutliche Reduktion der Kosten (durch geringere Inanspruchnahme von MR-Gerätezeit, aber auch durch die kürzere Befundungszeit durch Radiologen) wie auch eine Steigerung der Tolerabilität von MR-Untersuchungen insbesondere für den Einsatz in der Früherkennung. Die von ihr initiierte fokussierte MRT der Brust ist durch zahlreiche Arbeiten international reproduziert worden und wird als Alternative zur „konventionellen“ Mamma-MRT angesehen.[67]
Kuhl übertrug das Konzept bereits früh auf die MR-tomographische Früherkennung des Prostata-Karzinoms und legte dazu bereits im Jahr 2015 erste wissenschaftliche Daten vor.[68] Da sie mit dem biparametrischen Protokoll eine Prostatakarzinom-Diagnose ohne Injektion von MR-Kontrastmitteln vorschlug, war die „Fachwelt“ zunächst sehr kritisch – ein häufig zitierter Tweet des „Prostata-MR-Papstes“ Baris Turkbey lautete „I respect this study and its huge efforts, but I do not believe in bi-parametric MRI, sorry“.[69] Die eigentliche Originalarbeit wurde daher erst zwei Jahre später nach mehrfacher Revision zur Publikation angenommen.[70] Die erst 2025 in JAMA publizierte PRIME-Studie[71] folgte exakt der von Kuhl 2016 publizierten Studie und bestätigte deren Ergebnisse vollständig. Mittlerweile ist die fokussierte, biparametrische (kontrastmittel-freie) MRT der Prostata anerkannte Alternative zur multiparametrischen MRT geworden, insbesondere zur Anwendung in der Früherkennung. Zu diesem Thema laufen aktuell (Stand 2026) mehrere Studien, z. B. die PACIFIC-Studie[72] des Imperial College London und die Transform-Studie[73].
Klinische Studien
Kuhl war und ist Initiatorin und Leiterin einer Vielzahl nationaler und internationaler klinischer und multi-disziplinärer Studien (Auswahl):
- Sprecherin: ODELIA: Open Source Swarm Learning to Empower Medical AI (Internationales multidisziplinäres Konsortialprojekt im Rahmen von EU Horizon)
- Scientific Coordinator: 2020 PROMISE Studie (Internationale Multicenter-Studie)
- Konsortialleiterin: ABBREMAS: Abbreviated Breast MRI for Breast Cancer Screening („Fokussierte Brust-MRT zur Risiko-Adaptierten Früherkennung des Mammakarzinoms: Eine Prospektive Randomisierte Klinische Studie“) im Rahmen des BMBF-Calls „Praxisverändernde klinische Studien zur Prävention, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen“ (Konzeptentwicklungsphase, geplanter Durchführungszeitraum 2020–2021)[74]
- Principal Investigator (gemeinsam mit Christopher Comstock und Gillian Newstead): Abbreviated MRI vs. Digital Breast Tomosynthesis in women with dense breast (Prospektive Multicenterstudie zum Vergleich der diagnostischen Genauigkeit einer abgekürzten MRT-Untersuchung [AB-MRT] im Vergleich zu der der herkömmlichen Tomosynthese-Untersuchung der Brust bei asymptomatischen Frauen mit dichtem Drüsengewebe. Gefördert durch ECOG/ACRIN [EA1141]. 1500 Studienteilnehmerinnen, 48 Prüfzentren, 2017–2019)[75]
- Konsortialleiterin: HYPMED; Digital Hybrid Breast PET/MRI for Enhanced Diagnosis of Breast Cancer (Europäisches Projekt für die Entwicklung eines MRT/PET-Hybridsystems für die Verbesserung der Diagnose von und der Therapiekontrolle bei Brustkrebs. EU Horizon2020 Projekt 667211, 2015–2019)[76]
- Konsortialleiterin: Photon Counting Breast CT study (BMBF 13GW0068C und DFG Ku 2136/4-1, 2015–2017)
- Site PI: Contralateral Breast Cancer Screening with MRI (Prospektive Multicenterstudie zur Prävalenz von nur in der MRT auffindbaren [d. h. mammographisch und klinisch okkulten] Karzinomen in der kontralateralen Brust bei Frauen mit diagnostiziertem Brustkrebs in einer Brust. 1007 Studienteilnehmerinnen, 22 Prüfzentren, Förderung durch IBMC 6667, 2003–2007)[77]
- Konsortialleiterin: EVA – Evaluation der multi-modalen Früherkennung des familiären Mammakarzinoms (Prospektive Multicenterstudie zum Vergleich des diagnostischen Nutzens der MRT, Mammographie und Ultraschall bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko. 687 Studienteilnehmerinnen, 4 Prüfzentren, Förderung durch die Deutsche Krebshilfe [DKH 70-2944-Ku3], 2002–2007)[78][79][80]
- Konsortialleiterin: Entwicklung und Evaluierung der Magnet-Resonanz-Elastographie der Brust (Interdisziplinäres Konsortium des BMBF [01EZ0032], 2000–2005)
- Konsortialleiterin: Gadomer17 for breast MR imaging (Prospektive Multicenterstudie, 2000–2004)
- Site PI: International Breast MRI Consortium (Multicenter-Studie des National Institutes of Health/National Cancer Institute zum Nutzen der MRT bei der präoperativen Ermittlung zusätzlicher Karzinome bei Frauen mit bestätigtem Brustkrebs. 821 Studienteilnehmerinnen, 14 Prüfzentren, 1998–2002)[81]
Beleg für ihre frühe internationale Sichtbarkeit ist beispielsweise Kuhls Aufnahme in das „International Breast MRI Consortium (IBMC)“ Mitte der 1990er Jahre. Das IBMC war eine von den NIH/NCI und dem Office on Women’s Health finanzierte kooperative internationale Gruppierung (USA, Kanada und Deutschland), deren Ziel es war, die Rolle der MRT bei der Erkennung und Charakterisierung von Brustkrebs zu bewerten. Nachfolger des IBMC war das American College of Radiology Imaging Network (ACRIN), heute ECOG/ACRIN. So ist zu erklären, dass Kuhl bereits Anfang der 2000er Jahre als einziger europäischer Standort in mehrere große US-amerikanische Studien wie die IBMC6883-Studie „Magnetic resonance imaging of the breast prior to biopsy“[82][83][84] sowie die IBMC6667 Studie „MRI evaluation of the contralateral breast in women with recently diagnosed breast cancer“[85] involviert war. Ihre besondere Rolle bei der Projektierung, Planung und Durchführung der IBMC- und ACRIN-Studien wurde 2004 mit dem ACRIN Award geehrt.
Auszeichnungen und Preise
- 2025: Aufnahme in die Europäische Akademie der Wissenschaften ACADEMIA EUROPAEA[86]
- 2024: Honorary Member, Radiological Society of China
- 2024: Honored Educator, Radiological Society of North America (RSNA)[87]
- 2020: Most Influential Radiology Researcher[88]
- 2019: Aufnahme in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina[89]
- 2019: Outstanding Teacher Award, International Society of Magnetic Resonance in Medicine (ISMRM)
- 2019: Honorary Member, Sociedad Iberoamericana de Imagen Mamaria (SIBIM, Iberoamerikanische Gesellschaft für Mammadiagnostik)
- 2018: Impact Award of the National Consortium of Breast Centers (NCoBC), USA[90]
- 2018: Gold Medal der European Society of Breast Imaging[91]
- 2016: Vortragspreis der Rheinisch-Westfälischen Röntgengesellschaft (RWRG) für ärztliche Fortbildung
- 2015: Gold Medal der International Society of Magnetic Resonance in Medicine (ISMRM)[92]
- 2015: Ernennung zum RWTH Fellow[93]
- 2014: Ernennung zum Fellow der International Society of Magnetic Resonance in Medicine (ISMRM)[94]
- 2008: Wachsmann-Preis der Deutschen Röntgengesellschaft[95]
- 2007: Outstanding Teacher Award der ISMRM
- 2006: Honorary Fellow, Breast Imaging Section, Royal College of Radiologists, UK
- 2006: European Magnetic Resonance Award[96]
- 2006: Honorary Fellow, Breast Imaging Section, Royal College of Radiologists, UK
- 2004: ACRIN (American College of Radiology Imaging Network) Award[97]
- 2003: Holthusen-Ring (heute: Marie-Curie-Ring) der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG)[98]
- 2000: Innovationspreis des BMBF für das Projekt MR-Elastographie[99][100]
- 1999: Highlight-Preis der Deutschen Röntgengesellschaft
Mitarbeit in Kommissionen, Ausschüssen, Konsensustreffen
- Annual Meeting Scientific Program Committee, RSNA (Radiological Society of North America)
- Working Group on Breast MRI des United States Health Service’s Office on Women’s Health, American College of Radiology, Commission on Standards and Accreditation
- BI-RADS-Committee des American College of Radiology
- Medizin-Ausschuss der Strahlenschutzkommission des Deutschen Bundestags
- Board of Trustees der International Society for Magnetic Resonance in Medicine
- Scientific Advisory Board des Deutschen Mammographie-Screening-Programms
- Breast Committee des American College of Radiology Imaging Network (ACRIN)
- Sachverständigenrat „Mammazone e. V.“ (Selbsthilfegruppe „Frauen und Forschung gegen Brustkrebs“)
- Working Group on Prostate MRI (Konsortium zur Entwicklung von PI-RADS)
- European Science Foundation – Committee for the European Medical Research Councils
- DKG International Consensus Meeting on „Breast Cancer in Pregnancy“, Berlin
- International St. Gallen Consensus Conference on Primary Therapy of Early Breast Cancer
- EUSOMA Consensus Conference on the Management of LCIS
- Breast Cancer Linkage Consortium
Mitgliedschaft in Fachgesellschaften
- Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)
- Radiological Society of North America (RSNA)
- American College of Radiology (ACR)
- International Society of Magnetic Resonance in Medicine (ISMRM)
- Society of Interventional Radiology (SIR)
- Society of Cardiovascular and Interventional Radiology (CIRSE)
- Deutsche Gesellschaft für Interventionelle Radiologie (DeGIR)
- Deutsche Gesellschaft für Senologie
- European Society of Breast Imaging (EUSOBI)
- Society of Breast Imaging (SBI)
- ASCO (American Society of Clinical Oncology)
Weblinks
- Seite über die Klinik, die Kuhl leitet
- Lebenslauf Website der European Society of Breast Imaging (EUSOBI). Abgerufen am 20. Juli 2019.
- Macht per se interessiert die meisten Frauen nicht Interview vom 1. September 2010 auf der Website „Die hellsten Köpfe für die Radiologie“. Abgerufen am 20. Juli 2019.
- Einträge für Christiane Kuhl in Google Scholar