Christoph Weismann

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Christoph Weismann (* 24. November 1940 in Stuttgart; † 13. Februar 2014 in Tübingen) war ein deutscher evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker.[1]

Leben und Wirken

Nach dem Besuch der Evangelischen Seminare Schöntal und Urach trat Christoph Weismann, ein Sohn des Pfarrers und Hymnologen Eberhard Weismann, im Wintersemester 1960/61 in das Evangelische Stift Tübingen ein und studierte Evangelische Theologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen bis zum Wintersemester 1965/66, unterbrochen von Studiensemestern an den Universitäten Hamburg und Zürich. 1966 legte er die erste theologische Dienstprüfung ab und wurde Vikar der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Von 1968 bis 1972 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Ausgabe der Werke von Johannes Brenz. Ab 1974 bzw. 1976 arbeitete er am Historischen Seminar der Universität Tübingen (DFG-Sonderforschungsbereich „Spätmittelalter und Reformation“), zwischendurch versah er eine Assistentenstelle bei Martin Brecht an der Universität Münster. Nach seiner zweiten theologischen Dienstprüfung 1980 promovierte Weismann 1984 an der Universität Münster. Nach dem Ende des Tübinger Sonderforschungsbereichs übernahm er 1986 die Pfarrstelle in Trichtingen (Kreis Rottweil) und ab 1997 die zweite Pfarrstelle an der Michaelskirche in Schwäbisch Hall. 2005 trat er in den Ruhestand.

Christoph Weismann legte zahlreiche Veröffentlichungen u. a. zur württembergischen Kirchengeschichte vor, hauptsächlich über den Reformator Johannes Brenz, Kirchenordnungen und Katechismen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Der Katechismus und die Erforschung seiner Geschichte. Einleitender Überblick zu einer Untersuchung der Katechismen von Johannes Brenz. In: Crepundia [Festschrift für Friedrich S. Epting, Prälat i.R. zum 70. Geburtstag am 11. Januar 1980 von seinen Kindern]. Studentenwerk-Druck, Tübingen 1980, S. 111–140.
  • Die Beschreibung und Verzeichnung alter Drucke. Ein Beitrag zur Bibliographie von Druckschriften des 16. bis 18. Jahrhunderts. In: Hans-Joachim Köhler (Hrsg.): Flugschriften als Massenmedium der Reformationszeit (= Spätmittelalter und frühe Neuzeit, Bd. 13). Klett-Cotta, Stuttgart 1981, S. 447–614, ISBN 3-12-911630-3.
  • Eine kleine Biblia. Die Katechismen von Luther und Brenz. Einführung und Texte. Calwer Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-7668-0744-7.
  • Der Humanist Michael Tiffern (1488/89–1555), Mentor Herzog Christophs und Mäzen des Tübinger Stifts. In: Friedrich Hertel (Hrsg.): In Wahrheit und Freiheit. 450 Jahre Evangelisches Stift in Tübingen (= Quellen und Forschungen zur württembergischen Kirchengeschichte, Bd. 8). Calwer Verlag, Stuttgart 1986, S. 47–80, ISBN 3-7668-0785-4.
  • "Der Winden, Crabaten und Türken Bekehrung". Reformation und Buchdruck bei den Südslawen 1550–1595. In: Kirche im Osten, Bd. 29 (1986), S. 9–37.
  • Der Katechismus des Johannes Brenz. Zwei Bände (= Spätmittelalter und Reformation, Bd. 21 u. 22). de Gruyter, Berlin 1990/2016, ISBN 3-11-010843-7 u. ISBN 978-3-11-012643-3.
  • Aus der Trichtinger Kirchengeschichte. In: Günther Arnold (Hrsg.): Heimatbuch Trichtingen 793–1993. Gemeinde Epfendorf 1993, S. 293–382.
  • Der Katechismus Andreas Althamers von 1528. Entstehung und Überlieferung des ersten Katechismus für die Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach. In: Ulman Weiß (Hrsg.): Buchwesen im Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Festschrift für Helmut Claus zum 75. Geburtstag. Bibliotheca-Academica-Verlag, Epfendorf 2008, S. 215–250, ISBN 978-3-928471-70-1.
  • Philipp Matthäus Hahns "Kurze Anmerkungen" zum württembergischen Konfirmationsbüchlein und sein Kinderkatechismus. Kleine Beiträge zur Bibliographia pietistica. In: Norbert Haag (Hrsg.): Tradition und Fortschritt. Württembergische Kirchengeschichte im Wandel. Festschrift für Hermann Ehmer zum 65. Geburtstag (= Quellen und Forschungen zur württembergischen Kirchengeschichte, Bd. 20). Bibliotheca-Academica-Verlag, Epfendorf 2008, S. 187–219, ISBN 978-3-928471-69-5.
  • Auf Kanzeln, Kathedern und in Kutschen. Jakob Andreae als Universitäts- und Kirchenpolitiker. In: Ulrich Köpf (Hrsg.): Die Universität Tübingen zwischen Reformation und Dreißigjährigem Krieg. Festgabe für Dieter Mertens zum 70. Geburtstag (= Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, Bd. 14). Thorbecke, Ostfildern 2010, S. 119–140, ISBN 978-3-7995-5514-2.
  • (Mitautor): Die Michaelskirche in Schwäbisch Hall. 4. aktualisierte Aufl. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2016, ISBN 978-3-89870-075-7.

Einzelnachweise

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