Cinnarizin

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Cinnarizin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Piperazinderivate und ein spezifisches Arzneimittel gegen Schwindel.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Cinnarizin
Allgemeines
Freiname Cinnarizin[1]
Andere Namen
  • 1-(Diphenylmethyl)-4-[(2E)-3-phenyl-2-propen-1-yl]piperazin (IUPAC)
  • trans-1-Cinnamyl-4-diphenylmethylpiperazin
  • 1-Benzhydryl-4-cinnamylpiperazin
Summenformel C26H28N2
Kurzbeschreibung

weißer bis gelber Feststoff[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 206-064-8
ECHA-InfoCard 100.005.514
PubChem 2761
ChemSpider 1264793
DrugBank DB00568
Wikidata Q775073
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N07CA02

Wirkstoffklasse

Antivertiginosa

Wirkmechanismus

Calciumkanalblocker

Eigenschaften
Molare Masse 368,52 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Schmelzpunkt

119,75 °C[3]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Cinnarizin kann durch eine mehrstufige Reaktion gewonnen werden. Als letzter Schritt wird dabei 1-Diphenylmethylpiperazin mit Cinnamylchlorid zur Reaktion gebracht.[5]

Daneben sind weitere Syntheseverfahren bekannt. So kann die Verbindung auch durch Reaktion von Cinnamylpiperazin mit Chlor- oder Bromdiphenylmethan synthetisiert werden. Ein weiteres Verfahren verläuft über eine palladiumkatalysierte Dreikomponentenkupplung von Styrol mit Paraformaldehyd und 1-Diphenylmethylpiperazin. Die Isomere (E)- und (Z)-1-(Diphenylmethyl)-4-(3-phenylprop-2-en-1-yl)piperazin (1 : 8) können durch die Wittig-Reaktion von 2-[4-(Diphenylmethyl)piperazin-1-yl]acetaldehyd mit Benzyltriphenylphosphoniumchlorid und anschließender chromatographischer Trennung erhalten werden.[6]

Cinnarizin wurde erstmals 1955 von Chemikern der Janssen Pharmaceutica bei Versuchen zur Entwicklung eines neuen Antihistaminikums synthetisiert.[7]

Eigenschaften

Cinnarizin ist ein weißer bis gelber, kristalliner Feststoff,[2] der praktisch unlöslich in Wasser ist. Nach dem Auskristallisieren des Stoffes aus gesättigter organischer Lösung weisen die gewonnenen Kristalle eine nadelförmige Morphologie auf.[4]

Verwendung

Cinnarizin wird gegen Schwindel (zum Beispiel bei der Meniere-Krankheit[8][9]) eingesetzt. Es ist ein Calciumantagonist und ist vorwiegend peripher im Gleichgewichtsorgan wirksam.[10][11][12] Auch einige seiner Derivate zeigen dieses Eigenschaften.[13]

Cinnarizin ist auch ein Blutflussförderer und wird zur Behandlung von zerebraler Arteriosklerose, posttraumatischen zerebralen Symptomen und zerebraler Apoplexie eingesetzt.[14]

Unerwünschte Wirkungen

Cinnarizin kann ein Parkinson-Syndrom auslösen, das sich meist beim Absetzen des Medikaments zurückbildet.[4][15]

Commons: Cinnarizin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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